You are currently browsing the monthly archive for November, 2008.

„Serviert werden die Linsen natürlich mit Spätzle“, las ich beim Googlen bei einem schwäbischen Linsengericht. Ich war so was von erstaunt über diese Kombination, dass ich heute Mittag nebst einem eben diesem Rezept in leichter Abwandlung nachgekochten Linsengericht auch selbstgemachte Spätzle auftischte. Und es ist eine ausgezeichnete Kombination, hätte ich nie gedacht, wird wieder auf den Tisch kommen.

Zutaten Linsen

  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 250 g Teller-Linsen getrocknet
  • 1 Dose Pelati, 400 g, Abtropfgewicht 240 g
  • 1 Rüebli (Karotte, Möhre), in kleinen Streifchen
  • 2 Kartoffeln, geschält, geachtelt
  • 1 EL Anna-Forno Kräuterpaste
  • Pfeffer

Zubereitung Linsen

Nicht rasch kochende Linsen über Nacht einweichen, ich hatte rasch kochende. Zwiebel in Öl anschwitzen, Karotten-Schnipsel zugeben, mitdämpfen, Linsen, Tomaten und Kartoffeln zugeben, mit Wasser füllen bis knapp überdeckt und köcheln lassen bis die Linsen gar sind, etwa 40 Minuten, je nach Linsenart. Gegen Schluss die Anna-Forno-Paste zugeben bis die Sache genügend salzig ist. Mit Pfeffer abschmecken. Wer keine solche salzige Kräuterpaste besitzt nimmt Salz oder gekörnte Gemüsebrühe. Simpel und wenig Vorbereitung.

Im Originalrezept werden die Linsen noch mit in Essig angerührtem Mehl verdickt und zusätzlich Kümmel zugegeben. Dafür sind dort keine Tomaten und keine Möhren mit im Spiel, die dem Gericht farblich etwas bringen.

Zutaten Spätzle aka Knöpfli

  • 250 g Weissmehl 550 (hatte keinen Hartweizen-Knöpflidunst)
  • 2 Eier
  • 1.5 dl Wasser
  • 5 g Salz

Zubereitung Knöpfli

Eier und Wasser verquirlen, mit Mehl und Salz zu einem sämigen Teig verrühren, 30 Minuten stehen lassen. Wasser sieden, leicht salzen. Teig portionenweise mit einem dieser weissen Plastik-Teighelfer durch ein Lochblech streichen, in das siedende Wasser fallen lassen. Die Knöpfli sind gar wenn sie aufschwimmen. Mit einer Siebkelle rausschöpfen, abtropfen und in eine Schüssel geben, im 50 °C warmen Ofen warm halten. Nächste Portion, usw.

Das Linsengericht roch und schmeckte wie ein Hackfleisch-Gericht und sah auch irgendwie so aus, von weitem und ohne Brille. Sicher weckte das Linsengericht beim Essen Erinnerungen an Hackbraten oder Bolognese. Die Kombination der Linsen mit den Spätzle passt voll. Sogar die Kartoffeln machen sich in den Linsen überraschend gut.

Ach ja, oben drauf noch etwas Petersilie und Parmesan-Späne, man sieht es, auch frau. Insgesamt ein günstiges Super-Gericht und erst noch fleischlos, 100% vegetarisch.

Begleitmusik zum Blog-Erstellen

Mark Knopfler, Sailing to Philadelphia, 2000
Hier reinhören

Ich mache seit Jahren mein eigenes Sauerkraut ein, habe leicht abweichende Methoden versucht, und es ist nur einmal misslungen. Letzten Samstag war es wieder soweit, vorher war ich ja noch kurz weg.

So seht Ihr nun die Entstehungsgeschichte des Houdini’schen Sauerkrauts, kein Hokuspokus, sondern 2 Stunden Arbeit.

Im Gegensatz zum Kimchi meines letzten Posts ist für Sauerkraut der Topf sehr wichtig. Das wichtigste daran ist das Wasserschloss. Hier steht mein eingemachtes Sauerkraut für die ersten paar Tage bei Zimmertemperatur, bis die Milchsäuregärung richtig angekurbelt ist, dann kommt der Topf in den Keller bei 16-18 °C.

Dazu braucht es ein geeignetes Behältnis zur Zwischenlagerung des geschnittenen Krautes und zum Mischen der Zutaten. Ein Waschzuber oder die Badewanne wären ebenso zweckmässig.

Dann natürlich Weisskohl, oder Kabis, wie wir sagen, in entsprechender Menge. Fünf der Köpfe verarbeitete ich, dann waren gut 9 kg geschnittenes Kraut beisammen. Der sechste Kopf liegt noch im Keller bereit für ein Weisskohl-Gericht.

Ich halbiere die Kohlköpfe, damit sie auf dem Hobel leichter handhabbar sind. Ganzer Kohl macht beim Schieben über die Hobel-Messer so viel Widerstand, dass das Hobeln mühsam wird. Die Waage und die Buchführung nicht vergessen, auch frau, nicht nur Laborant, will ja wissen, wie viel Salz zuzugeben sind.

So oder ähnlich wird gehobelt. Dies hier ist ein Fachgerät speziell für Kraut, kommt aus dem Montafon, gekauft in Südtirol, also beste Voraussetzungen für ein deftiges Berg-Sauerkraut. Schneiden mit dem Messer wird natürlich auch akzeptiert. Ich würde mich wundern, könnte man ganze Kohlköpfe nicht auch in den TM geben.

So, das sind die Zutaten. Notwendig ist nur Salz, Kümmel und Wacholder muss nicht sein. Bis vorletztes Jahr gab ich diese beiden erst später beim Kochen dazu.

Und hier der Abfall. Man soll und kann nicht ganz bis zum Stängel hobeln, damit nicht zuviel des breiten und kurzen Krauts entsteht. Ich schneide die Stängel noch frei und koche aus den Blattansätzen ein Kohlgericht, für uns, nicht für Gäste, wir essen oft einfach.

Die mit den Zutaten gründlich durchmischte Krautmasse wird in den Topf geschichtet und gepresst. Zuoberst lege ich ein Tuch und darauf diese 2 Steinzeug-Gewichte.

Die gebildete Flüssigkeit muss die Steine überdecken. Dann wird das Wasserschloss gereinigt, mit Essigwasser gefüllt und der Deckel aufgelegt. So kann das Gärungsgas CO2 austreten, aber keine Fremdbakterien von aussen in den Topf gelangen.

Zahlen zum obigen Ansatz

  • 5 Weisskohl-Köpfe mit 11.4 kg Totalgewicht, 9.1 kg geschnittenes Kraut ergebend
  • Salz 5%, also 450 g
  • 45 g Kümmel, dürfte auch etwa mehr sein, hatte nicht mehr vorrätig
  • 60 g Wacholder, getrocknet, selber gesucht oberhalb Bergün, oder eher abgelesen, denn Suchen war nicht nötig.
  • Die Krautmenge war an der oberen Grenze für unseren Gärtopf.
    Nachmacher, bitte etwas weniger Kraut schneiden.

Gärtopf

Ich benütze einen Gärtopf mit 10 L Nenn-Inhalt der Firma Nik. Schmitt & Sohn Steinzeugwaren, DE-55595 Spabrücken. Vor dessen Anschaffung füllte ich das Kraut in einen grauen Steinzeugtopf, wie er beim Kimchi-Beitrag zu sehen ist. Dieser hat kein Wasserschloss, was ein regelmässiges Beobachten und reinigen des Abschlusses erfordert.

Als ich nach einigen Jahren einen richtigen Gärtopf kaufen wollte, fuhren wir über die Grenze, denn die Deutschen sind ja die „Krauts“, nicht wir. Aber auch in den besten Haushaltwaren-Läden von Singen und Radolfzell lösten wir mit unserem Kaufwunsch nur Achselzucken aus. Vielleicht kriegt man dies bei einem Genossenschaftsladen der Landwirte, hiess es. Also unverrichteter Dinge zurück in die Schweiz und kurz vor Ladenschluss bei der Landi vorbei, die könnten eventuell einen Gärtopf bestellen. „Ach so, ja so etwas Ähnliches haben wir, gerade ist Herbstaktion, 30% Rabatt.“ Seitdem ist er unser, und das von der Landi, weniger als 1 km von zuhause.

Hinweise

  • Zum Vermischen schiebe ich das geschnittene Kraut auf eine Seite des Behältnisses und lasse auf der anderen Seite eine Lage von etwa 5 cm Höhe, streue Salz, Kümmel und Wacholder ein, darauf die nächste Lage Kraut, und so weiter. Das ganze nochmals kräftig durchmischen, mit den Händen voll rein. Wegen des Salzes tritt Wasser aus dem Kraut.
  • Nach dem Durchmischen rasch mit Einschichten beginnen, damit der Hauptteil des Wassers erst im Gärtopf austritt. Das Auffassen der Flüssigkeit im Behältnis geht schlecht.
  • Beim Einschichten jeweils 1-2 Handvoll einfüllen, auf den Querschnitt verteilen/verzetteln, das Kraut mit der Faust auf der ganzen Oberfläche stark andrücken, so dass Wasser etwa auf gleicher Höhe mit dem Kraut ist. Dies ist im ersten Viertel der Topfhöhe in der Regel noch nicht der Fall, weil noch nicht genügend Wasser ausgetreten ist.
  • Am Schluss mit der letzten Handvoll Kraut die restliche Lake auftunken und in den Topf pressen, wie mit einem Schwamm.
  • Zuoberst decke ich das Kraut mit einem weissen Tuch ab, diesmal mit einer Kinderwindel, auch sauber wie bei lamiacucina’s Ricotta-Trocknungsverfahren. Dann kommen die beiden halbkreisförmigen Scheiben drauf, siehe Bild.
  • Das Wasser muss alles überdecken, da sonst Gefahr von Schimmelbildung besteht. Bei der Gärung entsteht Milchsäure, die in der Flüssigkeit Schimmel verhindert.
  • Sollte sich auf der Flüssigkeit ein weisses Häutchen bilden, das von Hefepilzen herrührt, so ist dies nicht weiter tragisch, es soll aber entfernt werden. Grünlich und gräulich wäre ein Gräuel für das Sauerkraut.
  • Sehr wichtig ist das Beobachten des Flüssigkeits-Spiegels, er muss immer über … wie geschrieben. Bei Mangel mit 5%-Salzwasser auffüllen.
  • Die Gefahr, dass der Flüssigkeits-Spiegel sich senkt, ist grösser während der Verzehr-Phase, wenn dem Gärtopf im Keller mehr oder weniger regelmässig eine Portion zum Kochen entnommen wird, wie wir dies bei der Witwe Bolte im Max und Moritz gesehen haben. Dabei kann mit dem feuchten Kraut zuviel Lake mitgehen.
  • Seit 2001 stelle ich jedes Jahr Sauerkraut an, und es passierte nur 2004 ein Missgeschick, als wegen tiefem Wasserstand während der Verzehr-Phase die Hälfte des Krauts weggeschmissen werden musste, schade.
  • Die Gärung lief am besten an, als ich nur 3% Salz und dazu eine Portion „Bifidus Acidophilus“ zugab, das im Reformhaus als Bifidus-Starter-Pulver verkauft wird. Vielleicht würde auch unpasteurisiertes Joghurt helfen, ich kann aber weder auf Infos noch auf eigene Versuche zurückgreifen.
  • Es empfiehlt sich, die Hände vor der Zubereitung von Sauerkraut sehr gründlich zu reinigen, denn nachher sind sie so sauber wie die eines Käsers. Es ist ja klar, wo der Dreck dann wäre, und ob bei dieser Art von Impfung die Fermentierung besser anliefe ist fraglich.
  • Je nach Gärungsbedingungen und -verlauf kann Sauerkraut bereits nach 2-3 Wochen reif sein, im Prinzip, wenn keine Gärgase mehr entweichen. Mit steigender Milchsäure-Konzentration sinkt der pH-Wert, und bei pH 3.6 stellen die Milchsäure-Bakterien ihre Vermehrung ein, der Säuerungsprozess ist beendet und das Sauerkraut ist fertig. Ich warte etwa 4-5 Wochen bis zur ersten Entnahme.

Diese koreanische Spezialität schien mir ideal für den Chinakohl-Event im Gärtnerblog, da sonstige Members dieser Foodblogger Community vermutlich weniger Bezug zu Korea haben wie ich, der ich 2 Jahre in Seoul gelebt und gearbeitet habe.

Kimchi in der üblichsten Winter-Form ist eingelegter fermentierter Chinakohl, ein Teil der koreanischen Ess-Kultur. Kimchi darf bei keinem koreanischen Essen fehlen, er gehört auf jeden Tisch als kleine Beilage, von der man zwischendurch immer wieder mal etwas nimmt, oder sicher am Ende davon isst.

Früher war Kimchi das einzige Gemüse, das man im Winter verzehren konnte, wenn nichts Grünes mehr zu bekommen war. Die letzte Ernte vor Wintereinbruch gilt den Hauptbestandteilen für Kimchi, Chinakohl und große Rettiche. Daraus bereiten die Frauen dann die Kimchivorräte, von denen ihre Familie im Winter zehrt. Er sei gut für die Verdauung, heisst es, wir Europäer hätten für diesen Zweck Joghurt, wurde mir einmal gesagt. Mir schmeckt Kimchi dermassen, dass ich seit meiner Rückkehr in die Schweiz beinahe jeden Winter selber Kimchi ansetzte.

Rezepte gibt es viele, etwas ausgeprägt nach Regionen, aber eigentlich in jeder Familie wieder leicht anders, von über Generationen weiter gegebenem Rezept. Die Schärfe durch den Chili und der starke Knoblauchanteil sind für manchen Ausländer recht gewöhnungsbedürftig, oder man mag ihn nie.

Zutaten Original-Rezept *)

2 heads Chinese cabbages
2 cups coarse salt
1 Korean white radish
1 cup red pepper powder
1/3 cup tiny salted shrimp
2 knobs ginger
1 large head garlic
1 large green onion
1/4 bundle very thin green onion
1/3 lb. fresh oyster
1/3 bundle water cress
4 tbsp. salt
¼ bundle Indian mustard leaf
red pepper threads

Zutaten Houdini

3 grosse Köpfe Chinakohl
3 Tassen Salz
1 weisser Rettich
1 Tasse Gochu-Pulver (Chili) **)
1 Tasse normale Shrimps, roh
1 Tasse Ingwer-Pulver **)
1 Tasse Knoblauch-Pulver **)
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Bund ital. Petersilie
1/3 Tasse Oyster Sauce
n.g. = nicht gehabt
6 EL Salz
1 Tasse taiwan. Fischsauce
n.g.

Note *)
Practical Korean Cooking, by Noh Chin-Hwa, Hollym Publishers Seoul, 1993

Note **)
Als Paket zugesandt worden durch einem koreanischen Freund, Jang Dae-Ho. Auf Anfrage bestätigte er, seine Frau mache den Kimchi mit frischen Produkten, aber er hätte gedacht, in der Schweiz gekaufter Knoblauch, Chilipulver und Ingwerknollen wären ungeeignet für Kimchi. Nach Verbrauch des Knoblauch- und Ingwerpulvers kehrte ich wieder zur Frisch-Variante zurück.

Verarbeitung

Den Chinakohl der Länge nach vierteln.

Mit der Hälfte des Salzes und 10-fachem Volumen Wasser eine Sole zubereiten, die Kohlviertel darin einlegen und 15 Minuten ziehen lassen, ableeren, Kohlstücke mit der anderen Hälfte Salz einsalzen, auch zwischen den Blättern. Wenn die Kohlblätter etwas lahmer und weicher geworden sind, die Kohlstücke wieder gründlich mit frischem Wasser spülen.

Den Rettich in dünne Streifchen schneiden, Frühlingszwiebeln, Petersilie, Shrimps fein hacken, bei frischem Ingwer und Knoblauch diese auch fein hacken.

Zuerst die flüssigen Zutaten und Shrimps mit dem Chilipulver vermengen, bis sich die rote Farbe schön verteilt hat.

Dann mit den anderen Zutaten, ausser Chinakohl, vermantschen. Die rote Mantsche zwischen die Blätter der Kohlstücke schmieren und in eine Schüssel geben.

Steintopf auswaschen und die eingemantschten Kohlstücke unter Andrücken in den Topf schichten, so dass keine Luft mehr zwischen den Kohlblättern ist. Es bildet sich wässriger Saft, wie beim Einstampfen von geschnittenem Weisskohl für Sauerkraut. Zuoberst mit einigen Kohlblättern abdecken, einen passenden Holzrost mit einem schweren Stein als Pressung oben drauf legen.

Ich warte etwa 2 Wochen bis zur ersten Entnahme von Kimchi, aber Koreaner sagten mir, in Restaurants werde Kimchi teils bereits am nächsten Tag serviert. So entnimmt man dann nach Bedarf ein Kohlviertel und deckt wieder zu, Rost und Stein drauf, und weiter geht’s, bis dann eines Tages alles gegessen ist. Der entnommene Kohlviertel wird quer zur Faserrichtung in ca. 3 cm lange Stücke geschnitten und im Kühlschrank aufbewahrt, bei mir in einer flachen Plastik-Dose auf dem Sims vor dem Küchenfenster – Frau H mag den Geruch nicht besonders, im Kühlschrank gar nicht.

Serviert wird der Kimchi als Handvoll auf einem Tellerchen, für jedermann zum Nehmen. Oder er wird in Gerichten beigegeben, beispielsweise als Geschmacksgeber in einem Chon-gol (Eintopf) oder als Hauptbestandteil in der Kimchi Jigae (Kimchi-Suppe).

Hier ein Bild aus dem Kimchi-Museum, mit der für koreanische Verhältnisse wohl üblichen Topfgrösse

Lagerung von Kimchi
Wichtig bei Kimchi ist die Lagerung. Er gärt am besten bei konstanter Temperatur von 0° C. In ländlichen Gegenden gibt es dafür Erdlöcher, in denen man große irdene Kimchitöpfe eingräbt, die man oben mit Strohmatten abdeckt. Seit etwa 20 Jahren sind in Korea auch spezielle Kimchi-Kühlschränke erhältlich, die speziell für die Lagerung von Kimchi gedacht sind. Mir wurde noch in den Neunziger-Jahren gesagt, es gäbe in Seoul Appartement-Häuser, wo der Hauswart den Mietern Löcher für Kimchi-Töpfe in den Rasen grabe. Denkbar wäre es, Kimchi ist den Koreanern so wichtig.

Andere Kimchis
Neben dem Baechu Kimchi aus Chinakohl, wie hier beschrieben, gibt es noch eine Anzahl andere Kimchis, zB der eingewickelte Possam Kimchi, Paek Kimchi mit den weissen Teilen des Chinakohls, der wässrige Yeolmu Kimchi mit Ginseng, Karotten, etc, oder Altari Kimchi aus Rettichstücken und Oisobaegi mit gestopften Gurkenstücken.

Wie riecht Korea?
Korea riecht überall wo Menschen sind nach Kimchi. Bereits nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug, nach dem Betreten des Terminals, riecht man es, das Gemisch von Knoblauch und säuerlichem Kohl. Isst man selbst regelmässig, so riecht man es nicht wirklich. Ein Besucher aus Deutschland trat am Morgen in mein Büro in der 4. Etage und lästerte, es rieche grauenhaft in unserem Lift, kaum zum Aushalten, er gehe dann die Treppe runter, und sogar in meinem Büro rieche es streng. Kein Wunder, der Knoblauch-Geruch strömte kontinuierlich aus allen meinen Poren. Es ist wie mit dem Jauchewagen, der oben sitzt riecht nichts. Diese Analogie hörte ich eigentlich über Eheleute, aber sie passt auch zum Kimchi.

Am ersten Tag nach meiner Rückkehr war ich durch einen Beitrag, der Risotto enthielt, so zum Risottoessen animiert worden, dass ich gleich Risotto kochen musste. Das Kochen hab ich gewaltig vermisst während der 5 Wochen Abwesenheit.

Ich nehme für einen Risotto meist das gleiche, nämlich reichlich Butter und etwas Olivenöl, schwitze den Carnaroli-Reis an und werfe einige geschnittene Knoblauchzehen rein, lösche mit einem trockenen Weisswein ab, oder mit Sherry, wenn kein Weisser offen ist, aber erst wenn die Butter wieder aus dem Reis schäumt, rühre andauernd, gebe sukzessive Hühner- oder Rinderbrühe zu, bis es geschmacklich stimmt, meist bis al dente, sonst halt gegen Ende noch Wasser statt Brühe, damit der Risotto nicht zu rezent wird. Es geht nicht immer auf, denn je nach Reismenge verdampft beim Kochen bei gleichem Pfannendurchmesser verhältnismässig mehr oder weniger Wasser bis zum al-dente-Zustand.

Dazu gab es Kürbis, in der Pfanne mit wenig Rühren angebraten und gar gedämpft, nur mit Salz und einigen dünnen Scheibchen frischem Ingwer gewürzt, separat vom Risotto, und einen Salat. Ich mag es nicht besonders, wenn diverse Zutaten im Risotto vermanscht sind. Es ist mir dann zuviel des Durcheinanders. So ist bei mir ein Kürbis-Risotto eben ein Risotto mit Kürbis dazu. Für mich sind Steinpilze, auch eingeweichte getrocknete, und Safran mögliche Zutaten im Risotto. Ich gebe auch nur selten den Parmesan ins Risotto, also meist pur so wie oben beschrieben. Den Käse gibt es nach Belieben des Essers, von jedem selbst im Teller auf den Risotto gehobelt, und für die, die mögen, steht die Mühle mit schwarzem Pfeffer auf dem Tisch.

Ich genoss dieses fleischlose Gericht sehr, auch Reis, wie oft in Vietnam, aber halt ganz anders.

Bun Moc – Nudelsuppe mit Fleischklössen

Diesmal gab es für mich etwas neues in Sachen Nudelsuppe. Ich hatte am Vortag gesehen, was die Leute am Nebentisch assen und mir den Namen aufschreiben lassen. Also los: „Cho toi mot bun moc“, und es wurde das serviert, was ich erwartet hatte. Die Fleischklösschen sind etwas härter als die bei uns bekannten Brätchügeli, aber sie schmeckten ausgezeichnet. In der Zwischenzeit hatte ich auch gelernt, eine halbe Limette in die Suppe zu pressen und ein Schälchen mit geschnittenen frischen Chilischoten zu bestellen. So fehlt mir nichts zu einem guten Nudel-Zmorge.

Während ich ass war die Belegung ausgezeichnet, danach plötzlich wie leer gefegt. Männer teils mit Jackett assen ihre Nudelsuppe zum Frühstück in Socken, weil ihre Schuhe nebenan für das Büro auf Hochglanz poliert wurden.

Die Bun genannten Nudeln sind rund und recht dünn, im Gegensatz zu den Pho Nudeln, die flach sind wie Tagliatelle. Beide Varianten sind aus Reis. In der Schweiz nennen wir diese Form der Nudeln, jedoch aus Weizen statt Reis, Fideli, und so wäre dies auch eine Reis-Fidelisuppe mit Fleisch. Sofern ein Leser das in Deutschland gebräuchliche Wort für Fideli kennt möchte er doch dies bitte mit einem Kommentar kundtun. Hier in Vietnam kennen sie Weizennudeln nur als instant noodles, soweit ich weiss, und sie nennen diese komischerweise Mi Tom, Mi für Nudeln, ähnlich dem chinesischen Wort für Nudeln oder dem Namen des auch bei uns bekannten Gerichtes Mah Mee, mit dem ich ja Grossmengen-Erfahrung habe, und Tom heisst Shrimps, Garnelen. Also heissen die leicht gekrausten asiatischen Instant Noodles in Vietnam Garnelen-Nudeln, obwohl diese meist ohne Shrimps zubereitet werden, nämlich mit Huhn, Rind oder Schwein.

Das besuchte Restaurant hat nicht nur seine Bewirtung auf dem Gehsteig, sogar der Tisch für die Zubereitung steht draussen.

Gebratene Taube mit Salat und Brot

Damit auch Garküchen – oder was für solche Orte auch immer passend die Situation beschriebe, Restaurant, Kneipe, Strassen-Café, Lokal, alles scheint nicht wirklich zutreffend – einmal in einem Foodblog erwähnt werden, berichte ich hier über meinen zweiten Besuch bei diesem Futterplatz.

Die Tasse in der Mitte wird gebracht mit Salz und geschnittenen roten Chili, daneben eine halbe Limette, die der Gast selbst in die Mischung presst und mit den Chopsticks verrührt. Schmeckt sehr gut zum Tunken der Taubenteile und der Gurken- und Tomatenscheiben, die wohl Salad genannt werden, aber weder Essig noch Öl dran haben.

Gross angeschrieben auf einer Kunststoff-Plane ist Chim Quay, gebratene Taube, und dies ist auch die Spezialität, die beinahe von allen Gästen bestellt wird, so auch von mir, wie bei meinem ersten Besuch vor gut einer Woche. In der in Englisch und Vietnamesisch geschriebenen Karte sind aber auch Nudel- und Reisgerichte. Die Ansässigen bestellen meist, wie ich sah, eine Taube und zwei andere Gerichte, wenn sie zu zweit sind. Für mich reichte nach dem Meat Pie am Vorabend eine Taube mit Brot und Salat, dazu ein Hanoi Bier.

Beim ersten Besuch wunderte ich mich, wieso meine Tischnachbarn während dem Essen kein kontinuierlich wachsendes Häufchen von niedlichen Tauben-Knöchelchen auf dem Tisch hatten wie ich, bis ich sah, wie sie schlicht alle Resten unter den Tisch fallen liessen. Ein Bild von der Riesensauerei nachts um 11 Uhr verpasste ich zu knipsen, zerknüllte Papierservietten, Ess-Stäbchen, Knochen überall, ja gar eine Gabel, unmöglich einen Fuss auf den Boden zu setzen.

Jetzt, bei den langsamen und wiederholten Hochlade-Versuchen, liegt die Taube noch frisch in meinem Magen; lecker war sie. Meine Reiseberichte aus Vietnam sind in meinem Reiseblog.

Scharfer thailändischer Fleisch-Kuchen

Die auf dieser Werbetafel zitierten Testesser fand ich so witzig und passend, dass ich das Café im Obergeschoss eines Waschsalons, der nebst Tourenorganisation auch dazu gehört, für einen Imbiss aufsuchte.

Es liegt nur einige Schritte von meinem Hotel und bietet westliches und vietnamesisches Essen. Das Interieur ist überraschend nett im Vergleich mit anderen Lokalen, mit einer Art Sofas und Kissen, auch die Stühle an den Esstischen sind gepolstert.

Ein griechischer Salat hätte es sein sollen. Sie hätten leider heute keine Salate, sagte die freundliche Serviererin in gutem Englisch, weil wegen des starken Regens und der Überschwemmungen kein Nachschub an Frischgemüse und Salat möglich gewesen sei.

Lecker war er, der „Spicy Thai Style Meat Pie“, und die Tasse mit Minzentee war gross und heiss. Die Rechnung: 65′000 Dong, 4 US$.

Das kleine Cafe ist meiner wärmsten Empfehlung sicher.

Ausblicke vom Balkon

Meine Reiseberichte erscheinen mehr oder weniger regelmässig in Houdini’s Travels, immer dann, wenn ich vernünftigen Internet-Service finde, der auch das hier aus Vietnam oft verstopfte WordPress einigermassen bringen kann.