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Ich bin begeistert, von dem Teig und von der Quiche. Vor einigen Monaten hörte ich erstmals von griechischen oder türkischen Blätterteigen, Filo oder Yufka, aber erst gestern sah ich ihn in einem Laden, dem mit einer überaus reichlichen Auswahl an türkischen Lebensmitteln bestückten Istanbul in Singen (Hohentwiel).
Zutaten
600 g Kürbis
3 Blatt Yufka (oder Filoteig)
1 rote Zwiebel, in halben Ringen
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
80 g Spinat blanchiert
für den Guss
4 Eier
125 ml Milch
125 ml Sahne
1 TL grober Senf
1 TL Petersilie, gehackt
1 TL Koriander, gehackt (Houdini: Maggikraut, mangels frischem Koriander)
Zubereitung
Kürbis in 1-2 cm dicke Scheiben schneiden, die Kerne entfernen, die Haut dran lassen. Den Backofen auf 190 °C aufheizen. Auf Backblech mit Backpapier die Kürbisscheiben auslegen, mit Zwiebeln überstreuen. 2 EL Olivenöl mit dem Knoblauch und 1 TL Salz mischen und über die Kürbisscheiben verteilen. Im Ofen gar backen, 30-45 Minuten.
Eier, Sahne, Milch, Senf, und Kräuter zusammenrühren, mit Salz und Pfeffer würzen.
Rundes Backblech, 28 cm, mit Margarine einfetten, erstes Yufka-Blatt reinlegen, mit Olivenöl auspinseln, überstehenden Teig zur Randbildung einfalten, 2. Blatt drauf, dito, und dann natürlich das 3. Blatt ebenso. Für 10 Minuten bei 190 °C backen.
Von den Kürbisscheiben, falls als nötig erachtet, die Haut wegschneiden und das Gemüse auf dem Teig verteilen, die blanchierten Spinatblätter als farblichen Kontrast untermischen, den Eierguss aufgiessen und die Hohlräume füllen.
Etwa 40 Minuten bei 190 °C backen, hin und wieder beobachten und eingreifen, sollte der Teig zu braun werden.
Leider hatte ich nur gefrorenen Breispinat zur Verfügung, man sieht’s, aber grüne Tupfen gab es allemal. Geschmeckt hat die Quiche trotzdem ausgezeichnet. Wie geschrieben, war ich begeistert, beinahe überwältigt.
Ich konnte nicht widerstehen, von meinem frischen Ruchbrot, das ausnahmsgut aufgegangen ist im Ofen, ein Bildchen anzuhängen. Ich vermute, das gute Ofengehen liege an der kurzen Wartezeit von gut 20 Minuten nach dem Laibformen.
Röschen am Wiesenzaun freuen uns das ganze Jahr, besonders wenn die Hagebutten im Herbst reifen und sich röten. Wer die viele Arbeit nicht scheut und die Zeit dazu hat kann sich herrlich schmeckende, gesunde, nie mit Fabrikware vergleichbare Hagebutten-Konfitüre daraus kochen. Haben wir gemacht, die erste Hälfte mindestens, die von Frau H ohne Rotwein ist noch am Einweichen.
Laut Wikipedia glauben wir, die unseren seien Rosa Rubiginosa, umgangs-sprachlich Schottische Zaunrose oder Wein-Rose, was ich am liebsten höre, passt auch zum Rezept. Weiter steht beim Wiki:
quote
Die Hagebutte ist eine Sammelfrucht, die viele kleine Nüsse enthält. Das Fruchtfleisch der im Spätherbst geernteten Früchte entsteht aus dem fleischigen Blütenboden, ist süßsauer und reich an Vitaminen, insbesondere Vitamin C (Ascorbinsäure), aber auch Vitamin A, B1 und B2. Die Nüsschen der Hagebutte sind mit feinen, widerhakenbestückten Härchen bedeckt, welche bei Hautkontakt Juckreiz hervorrufen.
unquote
Als Buben stopften wir die Sämchen, wer hätte gedacht, das seien Nüsschen, den anderen im Genick unters Hemd.
Zutaten
- 1 kg zerschnittene Hagebutten ohne Fliege und Stiel
- 400 ml Rotwein, in meinem Fall Primitivo di Salento
- etwas Wasser
- 840 g Zucker (komme noch auf die Menge zurück)
Zubereitung
- Die Hagebutten von Stiel und Fliege befreien, für mich am einfachsten mit einer Schere, dann in der Mitte längs oder quer zerschneiden, für mich am besten mit einem beilartigen Japan-Hocho, kriegte aber eine Blase davon.
- In einer rostfreien Pfanne den Rotwein dazu giessen und die Hagebutten mit dem Kartoffelstampfer runter drücken, so dass die Fruchtmasse von Wein überdeckt ist. Über Nacht stehen lassen.
Ich darf gar nicht daran denken, wie leicht es mit dem TM nach Stiel und Fliege Entfernen bis Kochen ginge. - Aufkochen, im Dampfkochtopf 12-15 unter Druck lassen. Längeres Kochen weicht besser auf, aber Farbe, Aroma und Vitamine könnten leiden. Ich gab die Masse in das Körbchen des Dampfkochtopfs und gab unten etwas zusätzliches Wasser zu für den Dampf.
Falls ohne Dampfkochtopf: etwa 30-45 Minuten, falls nötig etwas Wasser zugeben, damit gerührt werden kann. - In einer Früchtepresse abpressen oder durch ein Sieb streichen/drücken. Es ergab mit meiner Einrichtung eine recht konzentrierte Fruchtpülpe und einen noch reichlich mit Mark durchsetzten Samen-Trester.
- Deshalb mischte ich den Trester mit der im Dampfkochtopf unten stehende Flüssigkeit, kochte auf und presste nochmals ab. Dies ergab nochmals reichlich Pülpe, etwas dünnere als beim 1. Pressen.
- Zu den resultierenden 1270 g Fruchtpülpe gab ich 840 g Zucker, also Verhältnis 3:2, um eine gute Haltbarkeit zu erreichen. Aufkochen mit Blasenbildung, stetig rühren gegen Anbacken am Boden, heiss in Gläser füllen und verschliessen. Langsam unter einem Tuch abkühlen lassen.
Die Früchtepresse ist recht anstrengend, ich kam zum Schnaufen und Schwitzen. Frau H nahm letztes Jahr nicht die Früchtepresse, obwohl sie mit meiner Hilfe rechnen durfte, und drückte die gekochte Masse durch ein Sieb, auch 2x. Wie sie es diesmal macht ist noch nicht bekannt.
Die Kostprobe von dem Überbleibsel, das nicht mehr für ein volles Glas gereicht hätte, war köstlich, mit Butter auf selbstgebackenem Ruchbrot. Sie ist nicht überaus süss und genau nach unserem Geschmack, auch bezüglich Viskosität. Hagebutten Konfitüre eignet sich auch ausgezeichnet für das Süssen von Gerichten, als Beigabe wie Chutney, verdünnt als Spiegel, für Desserts, etc, nicht nur als Brotaufstrich.
Mehr zur Früchtepresse und zur EU-Konfitürenverordnung gibt es im Beitrag über Mini-Kiwi Konfitüre.
Begleitmusik zum Blog-Erstellen
Elvis Presley, Elvis is Back!, 1960 LP mit “Bonus G.I. snapshots”, ja, ich höre auch noch Vinyl-LPs, tönen besser als CDs.
Dies ist eine “New-Orthophonic” Neuausgabe von RCA Victor, LSP-2231.
Kartoffeln mögen Frau H und ich sehr, so haben mich Bilder und amüsante Beschreibung in lamiacucinas heutigem Bericht zum sofortigen Nachkochen veranlasst, mit dem Segen der Mitesserin. Sie haben uns geschmeckt, die Backers, als Probierstücke, jedoch nicht unbedingt zum Wiederholen. Hier will man/frau, vor allem er, neues meist sofort kennen lernen, ausprobieren, Probe essen, Urteil bilden, erfahren mitreden können. In der Wahl gegen eine gute Rösti würde diese gewinnen, was nicht heissen muss, die Backers wären nicht gut gewesen oder könnten durch einen Experten nicht besser gekocht werden und dann die Rösti, Houdini’s Rösti, schlagen.
Mich störte etwas das Mehl. Ich werde einen 2. Versuch mit Rösti-Raffel, d.h. grober als die Bircher, machen, sowohl für die Kartoffeln wie die Zwiebel, dann Ei dazu aber kein Mehl. Das dürfte mir besser schmecken. Ob es dann noch Backers wären? Egal, wenn’s passt.
Zu den Backers wurde Blumenkohl serviert, ein einfaches Mittagsmahl. Sparen will er. Die Bonitäts- oder Vertrauens- und als Folge Börsenkrise, an die er durch das Radio, die TV und die NZZ fast täglich erinnert wird, dröhnen im Unterbewusstsein.
Nichts wie ab in die Zyllis-Reibe mit den Keksen, zu anderweitiger Verwendung. Heute gebraten mit Blumenkohl war die zweite, die erste war als Streusel auf einem Orangen-Salätchen.
Verschiedentlich äusserte ich in Kommentaren die Absicht, den Willen, dieses Jahr selbst Hand anzulegen und die Kekse-Backerei nicht gänzlich Frau H zu überlassen. Als erstes machte ich mich an die kürzlich geposteten (wo denn schon wieder?) Rosmarin Kekse ohne Zucker !! Das “ohne Zucker” hat mich dazu bewogen, der ich kein süsser Zahn bin. Es ging ganz ordentlich von der Hand, die Kekse sahen ganz leidlich aus, aber sie waren so was von rosmarinig und auch eine Spur zu salzig. Ich hatte mich für die EL an gehacktem Rosmarin aus einer Dose mit trockenem Rosmarinpulver aus dem eigenen Garten bedient.
It goes without saying, da hab ich nicht viel dabei überlegt!! Drei Meter von der Küche steht ein prächtiger Rosmarinbusch, eingepackt aber zugänglich.
Statt als Pasta mit Blumenkohl und Tomaten wurde der gestern geputzte Blumenkohl halt zur Hälfte so verputzt. Das mit den kleinen Pasta kommt noch.
Begleitmusik zum Blog-Erstellen
Herbie Mann, Memphis Underground, 1969 Eine wunderbare LP, wenn man seinen Stil mag, für mich am besten “Battle Hymn of the Republic”.

