Röschen am Wiesenzaun freuen uns das ganze Jahr, besonders wenn die Hagebutten im Herbst reifen und sich röten. Wer die viele Arbeit nicht scheut und die Zeit dazu hat kann sich herrlich schmeckende, gesunde, nie mit Fabrikware vergleichbare Hagebutten-Konfitüre daraus kochen. Haben wir gemacht, die erste Hälfte mindestens, die von Frau H ohne Rotwein ist noch am Einweichen.
Laut Wikipedia glauben wir, die unseren seien Rosa Rubiginosa, umgangs-sprachlich Schottische Zaunrose oder Wein-Rose, was ich am liebsten höre, passt auch zum Rezept. Weiter steht beim Wiki:
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Die Hagebutte ist eine Sammelfrucht, die viele kleine Nüsse enthält. Das Fruchtfleisch der im Spätherbst geernteten Früchte entsteht aus dem fleischigen Blütenboden, ist süßsauer und reich an Vitaminen, insbesondere Vitamin C (Ascorbinsäure), aber auch Vitamin A, B1 und B2. Die Nüsschen der Hagebutte sind mit feinen, widerhakenbestückten Härchen bedeckt, welche bei Hautkontakt Juckreiz hervorrufen.
unquote
Als Buben stopften wir die Sämchen, wer hätte gedacht, das seien Nüsschen, den anderen im Genick unters Hemd.
Zutaten
- 1 kg zerschnittene Hagebutten ohne Fliege und Stiel
- 400 ml Rotwein, in meinem Fall Primitivo di Salento
- etwas Wasser
- 840 g Zucker (komme noch auf die Menge zurück)
Zubereitung
- Die Hagebutten von Stiel und Fliege befreien, für mich am einfachsten mit einer Schere, dann in der Mitte längs oder quer zerschneiden, für mich am besten mit einem beilartigen Japan-Hocho, kriegte aber eine Blase davon.
- In einer rostfreien Pfanne den Rotwein dazu giessen und die Hagebutten mit dem Kartoffelstampfer runter drücken, so dass die Fruchtmasse von Wein überdeckt ist. Über Nacht stehen lassen.
Ich darf gar nicht daran denken, wie leicht es mit dem TM nach Stiel und Fliege Entfernen bis Kochen ginge. - Aufkochen, im Dampfkochtopf 12-15 unter Druck lassen. Längeres Kochen weicht besser auf, aber Farbe, Aroma und Vitamine könnten leiden. Ich gab die Masse in das Körbchen des Dampfkochtopfs und gab unten etwas zusätzliches Wasser zu für den Dampf.
Falls ohne Dampfkochtopf: etwa 30-45 Minuten, falls nötig etwas Wasser zugeben, damit gerührt werden kann. - In einer Früchtepresse abpressen oder durch ein Sieb streichen/drücken. Es ergab mit meiner Einrichtung eine recht konzentrierte Fruchtpülpe und einen noch reichlich mit Mark durchsetzten Samen-Trester.
- Deshalb mischte ich den Trester mit der im Dampfkochtopf unten stehende Flüssigkeit, kochte auf und presste nochmals ab. Dies ergab nochmals reichlich Pülpe, etwas dünnere als beim 1. Pressen.
- Zu den resultierenden 1270 g Fruchtpülpe gab ich 840 g Zucker, also Verhältnis 3:2, um eine gute Haltbarkeit zu erreichen. Aufkochen mit Blasenbildung, stetig rühren gegen Anbacken am Boden, heiss in Gläser füllen und verschliessen. Langsam unter einem Tuch abkühlen lassen.
Die Früchtepresse ist recht anstrengend, ich kam zum Schnaufen und Schwitzen. Frau H nahm letztes Jahr nicht die Früchtepresse, obwohl sie mit meiner Hilfe rechnen durfte, und drückte die gekochte Masse durch ein Sieb, auch 2x. Wie sie es diesmal macht ist noch nicht bekannt.
Die Kostprobe von dem Überbleibsel, das nicht mehr für ein volles Glas gereicht hätte, war köstlich, mit Butter auf selbstgebackenem Ruchbrot. Sie ist nicht überaus süss und genau nach unserem Geschmack, auch bezüglich Viskosität. Hagebutten Konfitüre eignet sich auch ausgezeichnet für das Süssen von Gerichten, als Beigabe wie Chutney, verdünnt als Spiegel, für Desserts, etc, nicht nur als Brotaufstrich.
Mehr zur Früchtepresse und zur EU-Konfitürenverordnung gibt es im Beitrag über Mini-Kiwi Konfitüre.
Begleitmusik zum Blog-Erstellen
Elvis Presley, Elvis is Back!, 1960 LP mit „Bonus G.I. snapshots“, ja, ich höre auch noch Vinyl-LPs, tönen besser als CDs.
Dies ist eine „New-Orthophonic“ Neuausgabe von RCA Victor, LSP-2231.

10 comments
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Dezember 4, 2008 um 12:28
Bolli
Früher haben wir auch immer fürchterliche Schlachten mit Hagebutten gemacht!
Kann mich an den Geschmack jetzt aber nicht mehr erinnern, aber sicherlich gut als Marmelade!Und wie professionnell mit den Etiketten!
Dezember 4, 2008 um 13:07
Eva
Ihr seid unglaublich aktiv…das artet richtig in Arbeit aus, so viel Marmelade kochen und dann auch noch die Gläser so dekorativ zu gestalten – ich bin begeistert!
Dezember 4, 2008 um 16:11
Martina
Ist ja der Wahnsinn … Hagebuttenkonfitüre liebe ich seit Kindheit an, aber selbst gemacht habe ich sie noch nie, mangels einer verläßlichen Hagebuttenquelle. Mit Rotwein stelle ich sie mir göttlich vor.
Wenn ich mir die Hagebuttenmenge so anschaue und den Aufwand, möchte ich sie wohl doch lieber kaufen statt selbst machen. Oder geschenkt bekommen … Darf ich mir was zu Weihnachten wünschen?
Dezember 4, 2008 um 19:08
mipi
Gute Idee, die Gläser mit einem selbsterstellten Bild zu bekleben. Sieht sehr professionell aus. Elvis hätte das sicher auch geschmeckt.
Dezember 5, 2008 um 22:54
lamiacucina
Rotwein und Hagebutte. Das hört sich gut an. Aber es fehlt mir an Hagebutten. Ist das eine Schneckenpresse im Bild links unten ?
Dezember 6, 2008 um 08:22
Houdini
@Bolli & Eva: Etiketten sind kein Problem, MS Word, nichts mehr, auf normales Papier drucken statt auf selbstklebende Etiketten, mit Pritt-Stift ankleben. So kommen die Etiketten auch wunderbar wieder weg mit Wasser, und ich brauche nicht zu zielen bei der Gestaltung, da die Grösse frei ist auf Normalpapier.
@Martina: Selbstgemacht hat weniger Zucker, mehr Fruchtpülpe, keine E soundso, keine Lebensmittelfarbe, etc. Wir behalten ein Glas, bereit zur Abholung.
@mipi: .. he surely preferred pancakes, muffins, fried eggs, hash browns and such
@lamiacucina: Ja, Siebkorb-Extrusions-Presse nenne ich sie, die Einzelteile sind ausgelegt fotografiert bei der Mini-Kiwi-Konfitüre
Dezember 8, 2008 um 16:07
Petra
Toll! Habe ich vor Jahren mal gemacht, aber die Arbeit ist unendlich. Wir hatten damals die Kerne nicht vor dem Kochen entfernt und meinten die Häarchen in der Marmelade zu spüren. War noch nicht mal ein großer Genuss. Vielleicht sollte ich mal dein Rezept ausprobieren, wenn ich mal wieder viiiieeel Zeit habe.
Liebe Grüße
Dezember 9, 2008 um 00:16
Jutta
Ich denke sehr gerne darüber nach, wie ich Hagebuttenmarmelade im TM machen könnte. Aber ich habe keine Hagebutten – vielleicht sollten wir mal ein Event starten. Du die Butten, ich das Equipment. Ach und schon wieder diese schönen Schildchen. Da bin ich jetzt aber neidisch! Elvis war übrigens 10 km von hier stationiert. In Bad Nauheim.
Dezember 11, 2008 um 12:51
Victoria
Schöne Bilder! Da springt einen die Fruchtigkeit geradezu an…. Wie gut, dass ich schon gefrühstückt habe
Februar 6, 2009 um 22:53
Michael Reifen
Hallo,
bin hier zufällig gelandet.
Sehr gut geführter Bolg, Angenehm zu lesen, man merkt das hier jemand mit viel
Energie am werk ist. Möchte mich meinem Vorschreiber anschließen.Ist immer wieder erfreulich zu lesen das auch andere die gleiche Meinung haben.
Weiter so.
Gruß
Michael