Werden pochierte Eier in DE auch verlorene genannt? Ich verlor die Freude, nicht Eier, und an Ostern suchen werde ich sie auch nicht, die Eier. Vielleicht liegt es am Frühling. Ich denke jedoch eher an andere Aktivitäten, die mich beschäftigt halten, und das Schreiben von Leserbriefen gehört nicht dazu. Überhaupt kein Schreiben. Gartenarbeit, Dusche renovieren, Lesen, Training im Gym und bald wieder draussen Radfahren. Meine publizierten Rezepte sind nichts, was nicht irgendwo bekannt wäre, mir bewusst oder auch nicht, auch wenn ich einmal denke, ich hätte einen guten Einfall gehabt. Kochbücher und Rezeptmagazine gibt es genügend und Food-Blogs auch. Ich werde diesen Blog weiterführen, vielleicht mit dem Reiseblog verbinden, schreiben, was mich beschäftigt, meinen Senf zu öffentlichen Themen geben, in der Hoffnung auf Diskussion, auf andere Meinungen oder bestätigendes Echo. Auch Rezepte werde ich veröffentlichen, sollte es mich drängen.
Ich schätze die Aufmerksamkeit und die Kommentare beim Bloggen, Leute wurden mir bekannt, gar verbunden, ohne sie je getroffen zu haben. Das ist schön, bestimmt, ja. Muss ich aber in die Welt posaunen, dass ich altes Brot sinnvoll verwerte, Brot backe, eine Kenwood habe oder ein türkisches Rezept nachkoche? In den Kommentaren der Food-Blogs kommen sehr selten Diskussionen auf. Das wäre ja wenigstens was. Es wird gelobt, geschmeichelt, in der Hoffnung auf oder im Wissen um einen Gegenkommentar, wie du mir, so ich dir. Kommentare sammeln, je mehr Kommentare, desto grösser die Befriedigung. Ich freute mich auch, verfolgte in den Stats die Zahl der täglichen Visitors und erzählte Freunden, wie viele Hundert kamen – zu guten Zeiten.
Hier nun für meine treuen Leser einige Gerichte, die ich in letzter Zeit kochte und die mir Freude bereiteten, bei dem Kochen und dem Essen.
Thai Food kochen, hier das Mise-en-place für ein vegetarisches Pad Thai mit aus Thailand mitgebrachtem und zuhause eingefrorenem gelbem Tofu und europäischem Gemüse.
Federkohl (Grünkohl in DE) als Pasta-Sauce.
Ausnahmsweise ohne meine Walzmaschine selber gemachte Pasta.
Peposo Notturno, ein toskanisches Gericht mit Rinderhaxen, laut Bill Buford nur mit Rotwein und viel schwarzem Pfeffer, nicht anbraten, jedoch 8 Stunden oder mehr köcheln lassen, herrlich. Bei mir mit reichlich Knobli.
Hier der Peposo am zweiten Tag, diesmal mit Pasta.
Zum Abschluss die Rinderzunge, erstmals selbst gekocht, hier direkt nach dem Kochen und dem Schälen, ohne Sauce, sehr lecker in verschiedenen Variationen, zB mit Kapernsauce, auch kalt aufgeschnitten zu Brot.
Die Rezepte sind Euch – falls nach so langer Zeit und ohne meine Gegenkommentare überhaupt noch jemand liest – sicher bereits bekannt oder notfalls im Internet auffindbar. Gut gegoogelt ist halb gekocht.
Begleitmusik
Ich hatte diese Vinyl-LP früher nicht wirklich gemocht und schon ewig nicht mehr abgespielt. Nach der selber getätigten “Reparatur” meines geschätzten JBE Schiefer-Plattenspielers mit SME Tonarm spielte ich alle alten LPs kurz an, um die mit Kratzern und die Ungeliebten ein für alle mal auszusortieren und zu entsorgen. Und zu meinem Erstaunen finde ich diese letzte LP von John Lennon heute hammer, die Songs von Yoko nicht so sehr, aber die von Lennon.

John Lennon, Yoko Ono: Double Fantasy, 1980 
19 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
April 3, 2010 um 20:57
Isi
Ich jedenfalls habe dich schon vermisst… Kochbücher und Magazine möchte ich nicht wirklich mit Food-Blogs vergleichen. Ich mag einfach die persönliche Komponente und jeder Blog ist eben ganz speziell, so wie deiner. Ich für meinen Teil freue mich über Kommentare, kommentiere auch gerne, wenn ich Zeit habe. Echten Austausch erwarte ich eigentlich nicht, aber es wäre spannend, es hinzubekommen
April 4, 2010 um 06:44
lamiacucina
Es klingt leicht resigniert, was Du über Kochblogs sagst. Vielleicht hast Du Recht. Die Fülle aller Kochblogs macht es schon aus Zeitgründen schwer, über eine Einweg-Kommunikation hinaus zu kommen. Das 500-Hundertste Risotto-Rezept ist auch nicht besonders spannend. Ein Blog ist das Abbild des Menschen, der ihn schreibt. Mit der angedeutenen Mischung könnte Dir ein persönlicheres Format gelingen.
Schöne Ostertage !
April 4, 2010 um 13:18
Jutta
Lieber Erich!
Ich habe dich auch vermisst und da ich selber zurzeit nicht viel blogge oder bei Anderen lese, wußte ich nicht einmal, ob ich dich “vernachlässigt” habe (ich wollte schon das Mail-Abo für deine Beiträge überprüfen) und hatte tatsächlich schon ein schlechtes Gewissen. Am Freitag wurden zwei CDs bestellt, einmal Johnny Cash “American III – Solitary Man” und David Munyon “Big Shoes” und dabei fiel mir ein, dass du immer so schöne Musik vorstellst.
Ach Erich, eigentlich sollte jeder das Blog für sich selber schreiben, als persönliches Reise- oder Küchentagebuch, nicht für den Leser. Aber das ist leichter gesagt als getan, man rutscht immer wieder in diese Schiene des “Schreibenmüssens” hinein und versucht, Ansprüche zu erfüllen, von denen man eigentlich gar nicht weiß, ob sie überhaupt vorhanden sind.
Genieße die Zeit mit deiner Frau H. und mache es DIR schön. Falls Berichte zum Essen oder Reisen auftauchen, werde ich sie gerne lesen, auch wenn ich nur selten kommentiere. Und falls keine Berichte auftauchen, dann sehe ich dich auf dem Motorrad durch die Gegend gurken. Was auch keine schlechte Vorstellung ist.
Alles Liebe
Jutta
April 4, 2010 um 15:42
Erich
Es gibt also doch noch Leser, auch nach langer Stille, den Feeds sei Dank
@Isi, Robert, Jutta:
Eure Kommentare freuen mich, sehr, ja. Es fällt schwer, nach diesen dreien nicht sofort weiter zu bloggen, das nächste Rezept zu publizieren. Ich werde nicht, bleibe dabei. Aber der obige Post war nicht der letzte hier.
Ich weiss, dass ich mich freuen werde, schon bei dem Schreiben, wie Jutta schrieb. So erging es mir auf der Reise in Thailand und Burma letztes Jahr. Es war mir (fast) Wurst, ob viele mitlesen, aber von einigen wusste ich es, und ich wusste, dass sie sich interessierten, was bei mir gelaufen war. Es war für mich, als Tagebuch, als Reiseerinnerung. Ich tat dies seit Jahren in Notizbücher, weil ich viele Erlebnisse vergässe, die mir lieb waren. Es ist ein Festhalten für den Notfall. Beim Notvorrat für den Krieg wussten wir so wenig ob er kommt wie bei Alzheimer. Obwohl, meine Mutter erinnerte sich in dieser Situation an vieles aus früheren Jahren sehr gut.
Wer möchte, soll weiterhin besuchen und lesen, es würde mich freuen. Ich weiss, ich schaue auch Blogs an und kommentiere nicht, weil ich, wie ihr, nicht einfach eine banale Lobhudelei hinschreiben will, denn bei mir kommen die guten Einfälle, der Witz, nicht so easy wie zB bei Robert, über dessen Kommentare ich oft schmunzle.
April 4, 2010 um 19:32
Suse
Mönsch Erich,
)
warum so melancholisch? Was ist denn gegen ein wenig Smalltalk auf gewohntem Terrain einzuwenden? So sehe ich nämlich die Kommtenaroption der Foodblogs. Die “wie du mir so ich dir”-Praktiken betrachte ich durchaus als eine Art Geste der Höflichkeit, ich freu mich über Kommentare in der Blogwelt genauso wie über ein Feedback von Familie/Freunden im “richtigen” Leben.
Niemand erwartet täglich spektakuläre Neuigkeiten in der Essenszubereitung. Die persönliche Geschichte drumherum macht das ganze zu einer runden Sache und bringt die persönliche Note.
Ich würde mich freuen, wenn ich auf deinen nächsten Beitrag nicht so lange warten muss wie auf diesen hier
April 5, 2010 um 08:36
Alissa
Lieber Erich,
ich hoffe die Frühjahrsdepression fliegt vorrüber und wir dürfen ab und zu einen Deiner lebendigen und schönen Beiträge geniessen. Gerade auf Deine Beiträge freue ich mich immer sehr, man weis nicht was kommt und es sind viele aufregende und persönliche Erlebnisse verknüpft mit Deinem ureigenen Kochstil…
Bleib dran – wann immer Dir danach ist. Ich persönlich finde momentan leider so keine Zeit – das macht mich auch traurig…
Frohe Ostern und ich hoffe der Osterhase hat Dir schöne Inspirationen und ein wenig Mut gebracht….
Alles Liebe Alissa
April 5, 2010 um 12:50
Toni
Also ich hab mich auch ehrlich gefreut, dass sich bei Dir wieder was rührt und schließe mich in Sachen Kommentare meiner Blogpartnerin an.
Foodblogs besuche ich aus unterschiedlichsten Gründen. Da gibt es Blogs, bei denen ich noch richtig was lerne, andere die nette Hintergrundgeschichten bieten und mit viel Humor geschriebene. Alle gemeinsam haben sie aber, dass sie mich deutlich mehr inspirieren, als das große Kochforum, in dem ich mich die letzten Jahre rumgetrieben hab. Dort wurde zwar viel diskutiert, aber eher weniger konstruktiv.
Insofern würde ich mich auch freuen, wenn bis zu Deinem nächsten Beitrag weniger Zeit vergeht. Dein Naturkühlschrank dürfte mittlerweile auch aufgelöst sein, oder
!
April 5, 2010 um 20:28
Erich
@Suse, Alissa, Toni:
Herzlichen Dank für die ermunternden Worte. Sie tun gut. Dass ich vielleicht etwas melancholisch daherkam, oder unbewusst Zeichen von Frühjahrsmüdigkeit oder gar -Depression aussandte, bedaure ich. So ist es nicht. Unlust-Attacken fallen mich im Winter an, wenn überhaupt, und ich wache auf und werde aktiv, wenn die ersten Zeichen von Frühling erscheinen. Vielleicht war gerade diese auferstandene Aktivität der Auslöser meines die Blogpause beendenden Beitrags, vielleicht suchte ich im Unterbewusstsein euren Zuspruch, vielleicht brauchte ich diesen euren Anstoss. Mein Gefühl zu meinem Food-Blog ist allerdings trotz den netten Worten noch zwiespältig. Mal sehen, was sich ergibt.
Es ist noch etwas übrig geblieben, siehe das einsame Federkohl-bäumchen. Gekühlt wird nur noch selten, heute Nacht aber dürfte es wieder unter Null werden.
Links trotzte ich der Wiese 3 zusätzliche Reihen Kartoffelacker ab, mein Gärtchen soll jedes Jahr etwas grösser werden. Rechts spriesst Spinat, der unter dem Schnee überwintert hat.
April 5, 2010 um 21:18
Suse
Du scheinst eine ähnliche Leidenschaft wie wir 180Gradlerinnen zu haben: Gemüsegärtnerei.
Bei uns gehts es schon heiß her mit der Anbauplanung und Vorzucht. Wenn du mal Lust hast, würde ich mich freuen, wenn du uns beizeiten davon berichten würdest…
April 6, 2010 um 09:16
Toni
Das ich der Suse schon wieder zustimmen muss…;)
Das Federkohlbäumchen ist ja ein zäher Bursche. Spinat zu säen hab ich verpasst bzw. Ende März nachgeholt. Mal sehen ob der noch was wird.
April 6, 2010 um 15:23
Ellja
Du hast schon Recht, mit dem was du schreibst. Mich beschäftigen die gleichen Gedanken auch des öfteren. Aber dann freu ich mich doch wieder über nette oder gar begeisterte Kommentare und irgendwie weiß ich dann wieder, ja mir machts Spaß, über Kochen und Essen zu schreiben und andere daran teilhaben zu lassen und auch an den Einträgen anderer teilzuhaben… ich profitiere einfach sehr davon. Habe schon viele Rezepte gekocht, die ich wohl ohne bloggen bisher noch nicht entdeckt hätte… das positive an der Sache überwiegt für mich. Aber der Frühling treibt mich auch hinaus… und wenn du uns von der Natur, vom Sport, vom Reisen erzählen willst.. ich lese es auf alle Fälle gerne
April 7, 2010 um 11:43
Petra aka Cascabel
Jetzt hinke ich auch noch hinterher mit meinem Kommentar
Ähnlich wie meine Vorredner sehe ich das Bloggen eher als das Schreiben meines Küchentagebuchs, das Blog dient mir (und auch meinen Kindern) als “Nachschlagewerk” der gelungenen Gerichte und Brote, bei dem ich auch eine Weiterentwicklung der Rezepte und Techniken verfolge. Durch’s Bloggen haben sich auch meine Fotos verbessert, ein schöner Nebeneffekt.
Dennoch stöbere ich immer, wenn es die Zeit erlaubt, in anderen Blog und hole mit Anregungen, auch wenn ich nicht jedes Mal etwas dazu schreibe.
Kommentare – das ist sicher ein schwieriges Feld, gerade bei der anscheinend exponentiell steigenden Zahl der Foodblogs. Robert ist ja einmalig, der wird nie müde, auf jede Anmerkung mit Humor zu antworten, was sicher viele ermuntert, bei ihm zu kommentieren. Dafür reicht bei mir weder das Können (ich bin einfach nicht so schlagfertig) noch der Elan und die Zeit aus.
Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn es hier ab und zu etwas Neues gäbe. Und auch liebend gerne über Gemüseanbau, da schließe ich mich den 180Gradlern voll und ganz an.
April 9, 2010 um 23:21
Erich
@Ellja: Ich denke so, wie Du schriebst, ausser dass ich noch unsicher bin, was überwiegen wird. Die Waage zuckt auf die positive Seite. Aber so richtig hat es mich noch nicht wieder gepackt. Mich interessiert vieles, aber ob es allfällige Leser interessiert? Auf der Welt gibt es Tausende, deren niedergeschriebene Gedanken ich gerne lesen möchte, aber ich kenne ihre Blogs nicht, oder sie schreiben nicht. Es ist, wie wenn ich in einer fremden Stadt wäre, sicher gäbe es zig-Hundert Leute, die gerne mit mir zusammen essen und ein interessantes Gespräch führen möchten, ich möchte es auch, aber wir wissen nichts voneinander. Schreibe ich in meinen Blog, besuchen ihn Leute, ja, ich könnte die Statistik prüfen, aber kommen wir in einen Dialog? Tue ich der Welt einen Gefallen, wenn ich mein Nudelsuppen-Rezept verkünde?
@Petra: Du bringst einen guten Punkt. Ich durchsuchte schon meine alten Beiträge für Details eines Rezepts, das positiv in meiner Erinnerung war, an dessen Einzelheiten ich mich aber nur noch vage erinnerte. Für mich ist das Schreiben auch ein positiver Aspekt. Ich möchte so gerne besser schreiben, denn zu erzählen hätte ich viel, und meine Schreibe verbessern kann ich vor allem mit Üben, sagen mir solche, von denen ich annehme, sie wüssten es.
April 10, 2010 um 17:10
Ellja
Erich, auf alle Fälle tust du einem Teil der Welt einen großen Gefallen, mit allem was du schreibst…. aber lass Dir einfach auch Zeit. Lieber eine Weile Abstand halten, als halbherzig was schreiben (müssen)
.
April 12, 2010 um 10:13
Susa
Bitte entschudlige, dass ich erst so spät erst mich auch äußere, auch wenn ich den Artikel schon längt erblickt habe:
Ich kann Deine Blog-Müdigkeit sehr gut verstehen und glaube, sie befällt uns alle in regelmäßigen Abständen. Aktiv zu bloggen oder passiv zu folgen, ist zeitaufwändig und nicht immer inspirierend. Und manchmal, ja manchmal finde ich die vorgestellten Rezepte unglaublich öd. Aber es ist ja alles auf freiwilliger Basis, das schreiben, posten, lesen, kommentieren.
Und gerade die Kommentarfunktion ist bei Food-Blogs schwierig. Was will man schon zu Milchreis schreiben? Lecker? Mag ich nicht? Interessant fand ich in diesem Zusammenhang allerdings, was Bolli in ihrem Interview auf Valentinas Kochbuch sagte: Französische Blogger und ihre Leser hinterfragen mehr, gehen mehr ins Detail. Sind wir deutschensprachigen Food-Blogger zu unkritisch oder macht genau das diese Runde so sympathisch?
Den Hinweis auf die elektronische Archivierung der eigenen Rezepte kann ich übrigens überhaupt nicht folgen. Bloggen, das immer den Schritt in die Öffentlichkeit bedeutet, ist doch mehr als eine vereinfachte Rezeptsuche, oder? Mir bereitete das “online gehen” Magenschmerzen, die ich ohne ein gewisses Sendungsbewusstsein nicht überwunden hätte.
Was ich übrigens toll finde: Austausch mit anderen Kochsüchtigen, die Rezept nicht nur posten, sondern diese tatsächlich gekocht haben und deswegen ihren Gerichten eine Umsetzbarkeitsgarantie mitgeben. Und zu jedem Rezept ein Foto, hat auch nicht jedes Kochbuch
Ich freue mich zumindest, dass Du diesen Blog/dieses Blog am Leben erhalten wirst, gern mehr Reiseberichte, gern unregelmäßiger, aber bleib´ uns erhalten!
April 20, 2010 um 05:17
kulinariakatastrophalia
Manchen Kommentaren ist es anzusehen, dass sie nicht auf dem vollständigen Lesen des Blogbeitrages beruhen (nicht schlimm, die Überschriften sind auch schön
, aber so toll Kommentare auch sind (selbst auf anderen Blogs bisweilen gerne gelesen), der Blog ist ja auch ein richtiges Nachschlagewerk, zudem noch eines an welchem andere partizipieren können, und so ist auch der Zugriff interessant, zu verfolgen wie viele draufklickten befriedigt natürlich ungemein das Ego (geht das jemand anders?), bisweilen allerdings auch die BesucherInnen. Anregungen sind eigentlich fast immer zu holen und allein schon die Freude am Ausprobieren ist schon ansteckend.
Was auffällt, ist der Drang immer perfektere Fotos zu fabrizieren, nur wenige Blogs trauen sich wirklich auch mal schlechtere Exemplare einzustellen, und kommt es nur so vor, oder kreieren nur wenige Foodblogs wirklich Eigenkreationen, kochen weitgehend nach aus Zeitschriften und Büchern. Auch das interessant, aber wo bleibt der Mut auch mal ausgefallene Variationen auszuprobieren.
Zu den fehlenden Diskussionen kommt noch das Bedürfnis, dass auch die Kommentare zum Stil des Blogs zu passen haben, wird die Blogzurschaustellung auch noch nebenbei zur Bewerbung der eigenen Tätigkeit (Kochbuchherausgabe etc.) benutzt, so hat es einen schalen Beigeschmack. Die kommentierende Person als Beiwerk, eine Inszenierung, die manchmal den feinen Unterschied zwischen Blogs macht, die gerne gelesen werden oder nicht; eine Unterscheidung zwischen “Herzblut” und Zurschaustellung.
Und es stimmt, gefällige Kommentare gehen leichter von der Hand, manchmal juckt es zu schreiben, wenn ein paar angeblich echte regionale Rezepte angedient werden, die ob der Zutaten schon nicht stimmen können, es wird sein gelassen, in der Hoffnung beispielsweise, dass es auffällt, dass nur ein ins Konzept passendes Gericht, schnell entlarvt wird, dass es auffällt, dass beispielsweise in griechischen Rezepten eben grundsätzlich nicht mit Butter gekocht wird (jedenfalls nicht in dem Ausmaß die angedient wird und nur aus schlechten Quellen ab- und umgeschrieben wurde).
Vielleicht sollte sich gebessert werden, dies geht natürlich nur, wenn fleissig weiter geschrieben wird (oder manchmal auch ein Stück weniger)
April 20, 2010 um 08:34
Erich
Über die Kommentare freue ich mich, sehr herzlichen Dank.
@Susa: Richtig schreibst Du, die Blog-Müdigkeit überkomme vermutlich die meisten ab und an. Auch Robert schrieb in einem Bericht, er könne nicht sagen, wie lange er mit Foodbloggen noch weiter mache. Hätten wir nie mit Bloggen begonnen, wüssten wir gar nicht, wie Bloggen ist und was es uns bringt, und so kann es sich bei den einen von Rezepten weg in eine andere Richtung entwickeln, wie bei Malern, die phasenweise anders und anderes malen, wobei andere wieder ihr Leben lang beim gleichen bleiben.
Beim Kommentieren fehlt uns in der Bloggergemeinschaft der Mut zur Kritik, oder wir pflegen höfliche Zurückhaltung, oder wir loben wie US-Amerikaner überschwänglich ohne zu urteilen. Kürzlich las ich einen Kommentar zu einem Zeitungs-Artikel mit 4 oder 5 “traditionellen” italienischen Pastarezepten, in dem bei jedem Rezept mindestens ein Fehler moniert wurde und zwar in einer von Fachkenntnis zeugender Art und Weise, aufklärend, nicht abschätzig. Das dürften wir uns Blogger auch leisten, denke ich.
@kulinaria: Ich gehe 100% einig mit Deinem Kommentar. Ich las auch schon erst nach meinem Kommentar richtig und sandte darauf noch einen hinterher, in Schande. Im weiteren passt auch zu Deinem Kommentar, was ich zu Susa’s Kommentar schrieb. Wende die in Klammern in Deinem letzten Absatz geschriebene Empfehlung bitte nicht für Dich an, Deine Texte dürften noch länger sein.
April 21, 2010 um 19:52
Das Wagnis der Orderung feinster Kaninchenleber ist in den Anfängen der ersten feinen Kräuterzöglinge ein eigentlich gar unschwierig Unterfangen — dennoch Härten « kulinaria katastrophalia
[...] Thema Kommentare in Foodblogs hat sich ja seit einigen Tagen eine interessante Diskussion bei Houdini entwickelt (wobei richtig [...]
April 21, 2010 um 22:09
rike
Tut mir leid, dass ich auch jetzt erst reagiere. Ich verstehe die Müdigkeit. Vor allem sehe ich den Aufwand, der getrieben werden muss. Es wäre richtig traurig, wenn Du Dich gar nicht mehr melden würdest. Ich glaube auch einfach, dass viele Kommentare auf die Schnelle hinterlassen werden. Eben mal ein “superlecker, koche ich bestimmt auch mal”, der nächste Blog im Feed. Das steigert natürlich die Linkrate, etc. Macht es das besser? Nein, sicher nicht! esist beliebig, austauschbar. Aber für konkrete Tipps muss der Beitrag eben komplett gelesen werden, das passiert selte, wie eben der Hinweis auf vergessene Garzeit oder Ofentemperatur. Ich habe eine zeitlang sehr intensiv und viel gebloggt, bekam aber bei der Foodographie eine echte Sinnkrise. Fast alle haben eine dig. Spiegelreflex, man. Weißabgleich, div. Teller, Fotokartons für Hintergründe, blitzsynchrone Lampen,… So kriege ich das nicht hin, will ich auch nicht! Ich blogge gerne, bin aber nicht (mehr) bereit, immer alles höchstens lauwarm zu essen, Gäste warten zu lassen. Es muss doch auch mit einer Kompaktkamera gehen, mal Essen zeigen, wie es in den meisten Familien (wennüberhaupt) auf den Tisch kommt. Wer garniert denn alltäglich mit Kräutern hier, Streifen dort und gibt nicht eben mal auf den Teller?
Ich werde im Herbst wieder mit dem Arbeiten anfangen nach langer Kinderpause. Bis dahin habe ich noch div. Projekte im “echten” Leben, die eben wichtiger sind, sein müssen. Also reduziere ich, poste unregelmäßig, trauere alten Besucherzahlen nach, habe kaum bis wenige Kommentare, lese aber schreibe nicht in anderen Blogs. Würde mir der Blog fehlen? Ja, denn ohne ihn hätte ich nette Menschen nicht kennen gelernt, hätte mich nie an Dinge wie Brot gewagt, … Meine Bitte: schreib weiter, selten, unregelmäßig, aber bleib uns erhalten! Denn die Rezepte aus anderen Blogs funktionieren fast immer. Nur wie Susa schon gesagt hat: was soll man zu Grießbrei schon sagen? Deswegen den nicht aufschreiben? Nö, schließlich schreibe ich in erster Linie für mich.