Bei Evi von Kochen375 sah ich die Kasnudeln und den mit Heisswasser zubereiteten Teig, und Evi erwähnte im Kommentar, der Teig eigne sich auch sehr für die chinesischen Guotie. Helen wusste auch von Heisswasserteig, den hätte sie mit Sherry, unserer Maid in Taipei, für Jiaozi so gemacht. Das Internet klärte mich dann auf, nicht ganz, aber es scheint doch ein Unterschied zwischen Guotie und Jiaozi zu geben. Was wir dann machten, müssen Guotie sein, denn übersetzt heisst Guotie Pfannenkleber. Wir müssen entweder etwas falsch gemacht haben oder die Chinesen hatten, als der Name entstand, noch keine Teflonpfannen. Es klebte jedenfalls nichts an der Pfanne, nur die Guoties aneinander.
450 g Mehl, bei mir halb Knöpflidunst, halb Typ 405, 1 TL Salz und 280 g kochendes Wasser ergaben den Teig, die Menge etwas höher als bei Evi, weil mir ein Gutz Wasser zuviel in den Teig geraten war, also wurde Mehl nachgeschossen (wegen Vorschuss gibt es wohl auch Nachschuss?). Für die Füllung diente mangels anderem, Tofu, lange über Datum, in kleine Würfelchen geschnitten, Frühlingszwiebeln frisch, Spinat direkt aus dem Gartenbeet geklaubt, kurz gedünstet, bis er zusammenfiel, Oyster Sauce, Soy Sauce, weisser Pfeffer, Ingwer vergessen.
Helen wallte aus der Teigmenge 29 Rondellen, nur so nebenbei, damit ihr die Menge richtig planen könnt.
12 wurden gestern gegessen und 8 gefüllte ungekocht in den Freezer gegeben, zu mehr reichte die Fülle nicht.
Die Guotie werden eng in eine Bratpfanne gelegt und angebraten, dann wird etwas Wasser zugegossen und 12-15 Minuten bei geschlossenem Deckel gedämpft.
Guotie wird übrigens ausgesprochen als Guo Tiëh, Jiaozi als Tschiao Tzö.
In den nächsten Minuten werden Heute zum Lunch wurden die restlichen 9 Pfannenkleber verzehrt, diesmal mangels anderem gefüllt mit einer Mantsche aus einer halben Packung Philadelphia, 18 feingehackten Salamirädchen und wieder mit kurz angedämpftem Spinat. Mal sehen. Sie schmeckten ausgezeichnet. Allerdings war die Nudel diesmal etwas gummig oben bei dem Verschluss, die Oberfläche etwas ausgetrocknet, Grund unbekannt, gestern war der Nudelteil besser. Im Unterschied zu heute war der Deckel gestern bei dem Anbraten noch nicht auf der Pfanne, erst bei dem Dämpfen. Ob es daran lag? Weiss jemand Rat?
Der Teig eignet sich sehr gut für diese Rondellen. Das Auswallen funktionierte perfekt, der Teig zog sich nicht dauernd wieder zusammen, also nicht nach Verhalten 2 vor und 1 zurück. Danke Evi. Beim Päckli machen hielt ich mich an die instruktive Schulung in diesem Video.
Begleitmusik
Sophie Hunger, Monday’s Ghost, 2008 

20 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
April 28, 2010 um 17:15
Ellja
Guck hier, Erich, da brennt nix an: http://2stepsawayfromparadise.blogspot.com/2009/10/reise-nach-china-yaki-gyoza.html
Die waren sogar in einer Edelstahlpfanne ohne Beschichtung… hmm…kanns am Teig gelegen haben?
April 28, 2010 um 17:17
Ellja
achso nochwas: den teig habe ich für die Xiao Long Bao mit Heißwasserteig gemacht, ist dasselbe, muss man nur noch dünner ausrollen. Auch da, nichts klebt aneinander.
April 28, 2010 um 19:45
Suse
Die sehen aber schön knusprig aus. Und was man so alles drin verstecken kann…!
April 28, 2010 um 21:00
Evi
Freut mich sehr, dass der Teig geklappt hat! Die Potstickers gibts bei uns auch gefühlte 1x im Monat, meist mit Rinderhackfülle und diversen Gemüsen. Beispiel hier: http://www.kochen375.de/index.php?/archives/106-Potstickers-Yaki-Gyoza-Jiaozi-Guotie.html
Ich bereite meist 2 Pfannen voll auf einmal zu, 1x Teflon, 1x Edelstahl. Sie werden etwas unterschiedlich, aber wirklich etwas ausmachen tuts nicht. Solange man die Guotie nicht versucht aus der Pfanne zu bekommen bis der Boden schön knusprig ist, gibts auch keine Sauerei mit aufgerissenen Täschchen, da sind sie auch in der Edelstahlpfanne deppensicher. Reste kommen in den Tiefkühler und später in die Suppe.
Falls ich zu viel Fleischfülle habe packe ich die Reste entweder in dünne Reispapierhüllen und brate sie in der Pfanne oder forme kleine Fleischküchle, die muss man allerdings sehr vorsichtig braten.
Wenn ich den Nudelteig für Tag 2 aufbewahre, packe ich ihn ordentlich in Frischhaltefolie und dann in den Kühlschrank, ich nehme an das habt ihr genau so gemacht. Vielleicht länger dämpfen (mehr Wasser) um der Gummikonsistenz zu entgehen?
April 28, 2010 um 21:21
Mestolo
Verblüffend sehen die aus, gefällt mir sehr gut.
April 29, 2010 um 02:36
kulinaria katastrophalia
Nur – wie ohne diesen phänomenalen Stab so perfekte Teigfladen produzieren (zumindest für den ersten Part)?
April 30, 2010 um 13:59
Isi
Ich vernachlässige mein asiatisches Kochen schon einige Zeit. Jatzt habe ich wieder Lust drauf. Das schaut gut aus.
April 30, 2010 um 20:47
Petra aka Cascabel
Schon lange will ich mich an asiatische Teigtaschen machen. Sehr informativ ist der Blog von Andrea Nguyen mit Tipps zu diesem Thema:
http://www.asiandumplingtips.com/
Ein interessantes Video von ihr zeigt z.B. das richtige Ausrollen der Teigplatten, so dass der Rand dünner ist als der “Belly” in der Mitte – was bewirkt, dass der Rand beim Verschließen nicht zu dick wird.
November 16, 2010 um 12:34
calogeromira
Kochen asiatisch? Danke sehr.
Mai 2, 2010 um 21:22
alissa
Ach wie herrlich eines meiner Leibgerichte – die sind Dir hervorragend gelungen!!
Du musst Dir mal den Clip von gordon Ramsey anschauen wo er versucht Dim Sum zu machen mit einem Chinesischen Sternekoch – sehr amüsant!!
Mai 10, 2010 um 14:55
chriesi
Huiii die sehen extrem gut aus!
Mai 15, 2010 um 11:38
Erich
Ellja, schön sehen Deine aus, ja, und nicht festgebrannt. Allerdings frage ich mich, wieso Du sie japanisch benannt hast, wo es in Deinem Post um China geht.
Suse, bei selber gemachten weiss man zum Glück weiss was drin ist.
Evi, Dank für die Ratschläge.
Mestolo, nachmachen!
Kulinaria, mit dem Wallholz
Isi, viel Spass dabei, ich kann nicht genug kriegen davon.
Petra, interessant und lehrreich, Danke.
Alissa, hab mir beide Teile angeschaut, super interessant, was so in dieser Küche abgeht, bei wenig Platz und Hektik.
Chriesi, sie waren auch gut.
Sorry for the long silence. Ich kam gestern nach 14 Tagen und fast 1500 km per Velo aus der Nähe von London wieder zuhause an, werde über das Kochen mit Primus-Kocher und von der Reise berichten.
Mai 23, 2010 um 23:01
kitchenroach
Zum Reinbeissen sieht das aus und dann auch noch so schoen angebraten. Ihr habt schon Spinat im Garten? Neid.
Mai 24, 2010 um 17:25
Erich
Spinat vom letzten Jahr, überwintert, war als erstes erntbar, jetzt weg, raus, sonst aufgestengelt, oder neu aufgestängelt.
Juni 2, 2010 um 21:19
kitchenroach
Aha! Was meinst Du denn mit aufgestengeltem oder gestaengeltem Spinat?
Juni 2, 2010 um 21:59
Erich
Ja, liebe Martina, Recht hast Du, neu heisst es aufgestängelt, aber mir ist der Stengel immer noch lieber. Also, aufgestängelter Salat oder Spinat, oder was sonst aufgestängeltes im Garten, heisst es, wenn ein Gemüse, das erst spät Stängel bildet und vor der Stängelbildung verzehrt werden soll, weil es sich aufgestängelt geschmacklich verschlechtert, etwa bitter wird, Stängel gebildet hat, gefolgt von Blüten. Kopfsalat oder Spinat, der bereits 30 cm aufgestängelt ist, wird kompostiert. Bei uns.
November 16, 2010 um 12:39
calogeromira
In Italien schmecken wir die Spinate in der “Torta pasqualina”, eine salzige “Torte”.
Juli 22, 2010 um 09:51
Schnick Schnack Schnuck
Ich würds einfach andersrum probieren und nach dem Dünsten in Fett schwimmend braten. Vorher aber gut abtropfen lassen.
Juli 22, 2010 um 16:09
Erich
Habe keine Fritteuse und möchte nicht zuviel Öl in einer Bratpfanne versauen.
August 19, 2010 um 22:39
Cooking Gallery
Die sind ja aber total schön!! Meine ersten ‘Guotie’ waren wirklich ziemlich hässlich
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