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Diese Pizza ist das erste Backresultat aus dem neu ausgestrichenen Holzofen, lecker wie vor der Überholung.

Vorher – nachher. Das Haus und damit auch der Ofen sind 32 Jahre alt, aber erst vor einigen Monaten lernten wir, dass ein Ofen, dessen angeschmierte Tonschicht oder was immer das ist, neu aufgebracht werden müsse, um die feuerfesten Schamotte-Steine zu schonen, andernfalls könnten letztere zerbröseln oder herausfallen. Neu Ausstreichen wird das genannt. Im Bauhaus kaufte ich Ofenmörtel, traute mich dann aber doch nicht, es selber zu tun, hauptsächlich weil ich mir vorstellte, Helen müsste notfalls die Katastrophenhilfe kommen lassen, um das Ofenloch zu verbreitern und mich darauf an den Füssen aus dem Ofenloch zu ziehen.

Der Ofen trennt den Küchenteil vom Wohnraum, wobei auch hinter dem Ofen vom Eingang mit Vorhang zur Küche durchgegangen werden kann. Das Foto ist vom Essensbereich her aufgenommen.

Das erste Feuer lodert und bald darauf sind die beiden ersten Pizze am werden. Vor dem Einschiessen schieben wir das Feuer nach hinten, wischen den Ofenboden mit einem Schrupper und anschliessend mit einem feuchten Tuch.

Geschmeckt hat’s. Anzufügen ist: Die Pizza ist auch aus dem elektrischen Backofen, sofern eine Steinplatte eingelegt wird, die Pizza also direkt auf dem Stein bei 250° schnell gebacken wird, beinahe gleich gut. Es ist weniger Asche unter der Pizza.

Blick am Sonntagmorgen nach Norden, mit der Burg Hohenklingen oberhalb von Stein am Rhein.

Video geschaut

Limits of Control, Jim Jarmusch (2009)

Ein eigenartiger Film, der vermutlich nicht allen gefällt, halt typisch Jarmusch. Ich muss ihn noch ein zweites mal sehen, bevor ich urteile.

Bei Chriesi von Almond Corner sah ich eine Spitzkohl-Quiche, die mich veranlasste, nach langer Zeit auch mal wieder eine Quiche zu backen, allerdings mit einem Hefeteig und mit Zucchini, Paprika und einem gekochten Rest von Hackfleisch vom Vortag. Das einzig identische mit der Vorlage war der Guss (200 ml Sahne und 1 Ei) und Backtemperatur/-zeit. Es schmeckte wunderbar.

Weil Helens 89-jährige Mutter in ein Altenheim umgezogen ist, wurde ihre Wohnung geräumt, und es kamen allerlei Dinge zum Vorschein, die uns an früher erinnerten.

Diese Kunsstoffreiben gab es vor 30-40 Jahren auf dem Jahrmarkt zu kaufen. Die ganz rechts muss neuer sein, und sie ist von Betty Bossi, der Muster-Hausfrau aus der Schweiz.

Das war noch Qualität, nicht wie das Nachfolgemodell aus Kunsstoff, das wir haben, bei dem ich oft Bedenken wegen des Antriebshebels kriege, zB wenn ich harten Parmiggiano reibe.

Solche Stahlplättchen hatten wir auch zuhause, in den 60er Jahren, als ich ein Bub war. Mutter legte sie auf die Gasflamme, um bei kleinen Alupfännchen eine bessere Wärmeverteilung zu erhalten, auch zum Braten von Spiegeleiern in emaillierten Portionen-Bratpfännchen. Dass man damit backen soll, weil es energetisch besser sei, als im Backofen, lernte ich erst jetzt. Wegen mangelnder Oberhitze sei ein Flammenwerfer empfohlen. Ach ja, der Grillplausch kann mit dieser Platte auch bei schlechtem Wetter auf dem Gasherd stattfinden.

Die Bilder werden durch Anclicken gross dargestellt, so dass ihr den Text selber lesen könnt, interessant.

My new toy

Kindle Wireless Reading Device, Wi-Fi, 6″ Display

Ein wundervolles Ding, nach längerer Lieferzeit endlich erhalten und fleissig genutzt.

Wie Wirsingröllchen sieht obiges nicht aus, hätte es aber werden sollen. Nach der Lektüre des Posts von Christina auf new-kitsch-on-the-blog war ich derart angetan von ihren Wirsingröllchen mit Möhrensauce, dass ich unverzüglich ans Werk gehen wollte, zumal ich wusste, alle Zutaten wären hier im Hause vorrätig. Das war auch so, nur leider war vom Quinoa nicht genügend vorhanden, also wurde halb/halb mit Amaranth gemischt.

Das wäre an sich kein Grund, keine Röllchen zu machen, ich war nicht zu bequem, nein, die Füllung, also die Amaranth/Quinoa, Philadelphia, Ei, etc. Paste war zu dünn geraten, obwohl ich die angegebene Brühemenge zugegeben hatte. Irgend ein Fehler muss wohl aufgetreten sein.

Quinoa wurde in Zentral- und Südamerika in Höhenlagen angebaut, in denen Mais nicht gedieh. Die Inkas hielten ihn für ein Wundermittel für Kraft und Widerstandsfähigkeit, was vermutlich zutraf, denn Kohlehydrate waren schon damals wichtig für die Ernährung. Amaranth wurde bereits vor 3000 Jahren in der gleichen Region angebaut wie Quinoa. Die Azteken benutzten den Amaranth auch bei Götter-Zeremonien in Zusammenhang mit Menschenopfern, weshalb die Spanier den Anbau verboten. Quinoa wurde wegen seiner Eigenschaft als Energiespender verboten, um die Indios leichter unterwerfen zu können. Dieses Zeug ist heute in, bei uns aber seit unserer Körnlibeisser-Zeit um 1980 bekannt und heute wieder in unserem Vorrat.

Ich gab dann etwas trockene Brösel zur flüssigen Masse, die eben keine Paste war. Die Situation besserte sich, war aber für Röllchen immer noch an der Grenze des machbaren. Ein Kohlgratin mit abwechselnden Schichten von Kohl und der Masse erachtete ich als vorteilhafter. Beim Anrichten legte ich die Möhrensauce unter den Kohlgratin, drunter statt drüber.

Ich folgte, abgesehen vom Amaranth, absolut dem Rezept. Nichts bereut, würde ich wieder so machen, visuell und geschmacklich war es hammer. Ach ja, die Würfelchen oben drauf sind keine Croutons, sondern Feta, dachte, sie verliefen.

Begleitmusik

Norah Jones, Not too late (2007)
Wieder einmal die alte CD hervorgekramt, gefällt noch immer.

Wer erinnert sich an Ravi Shankar und seine Sitar? Norah Jones ist seine Tochter.

In einem Grossverbrauchermarkt in der Nähe haben wir Zutritt, da wir ja potentiell für die Kantine Lebensmittel brauchen könnten, aber eine solche haben wir nicht, was uns nicht stört, solange wir ungehindert zu Grosshandelspreisen einkaufen können. Einmal allerdings, da kaufte ich gross ein, als ich die 281 Portionen Mah Mee für ein Schulfest kochte. Also, dieser Grossmarkt hatte frische Steinpilze im Angebot, schöne, für umgerechnet 18 Euro das Kilo, da musste ich zuschlagen.

Zuerst kochte ich etwa 800 g Kartoffelscheiben in 200 ml Sahne und 250 ml Milch, mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss für 15 Minuten. Dann gab ich diese ohne die Flüssigkeit (behalten) in die Gratinform, darauf 2 gewürfelte Cervelat-Würste oder Rote Wurst oder wie immer nördlich des Hochrheins gesagt wird.

In einem Rezept, an das ich mich lehnte, werden Schinkenscheiben genommen anstelle des Wurstgeschnetzelten, hatte aber grad keine da.

Darüber kamen die etwa 600 g Steinpilze, die Köpfe oder Hüte halbiert, die Stiele gescheibelt darüber. Hier sieht man die Hüte schon gar nicht mehr vor lauter Stielen. Ihr könnt auch weniger nehmen oder aufgeweichte getrocknete, es wird sicher auch gut.

Die Sahne-Milch-Mischung goss ich jetzt über den Inhalt.

Zuoberst legte ich Scheiben von 2 Tomaten und bestreute mit 250 g in kleine Würfel geschnittenem Mozarella. Ihr könnt auch Gruyère nehmen, oder Feta, oder was ihr sonst grad zuhause habt. Das ist meine Art: nehmen, was es hat und sich keine Sorgen machen.

15 Minuten in den auf 200 °C vorgeheizten Ofen, dann Ofen abstellen und weitere 10 Minuten drin lassen. Durch das Vorkochen der Kartoffeln verkürzt sich die Ofenzeit drastisch, ohne müssten es 45-60 Minuten sein, aber dadurch würden die Pilze zu weich und die Tomaten auch, oder zu trocken.

Der Gratin war nicht stichfest, d.h. es gab keine Stücke mit geraden Kanten wie bei Lasagne, aber es sah auf dem Teller trotzdem sehr lecker aus und das war es auch, hammer, kann ich nur empfehlen. Ein Tellerfoto fehlt wegen des Besuchs.

Ich lese gerade

Paul Auster, Leviathan (1992)
Bin erst bei den ersten Seiten

Die Portraits fotografierte ich am Sonntag in der Kartause Ittingen, einem ehemaligen Kartäuser-Kloster. Einige Schauspieler sassen dort in einer Gruppe beisammen. Abwechslungsweise rezitierten sie Texte, einer imitierte von Zeit zu Zeit Tiergeräusche, sie schauten uns an, hatten manchmal die Augen geschlossen, wenn ein anderer sprach.

So sassen sie da, mit Wolldecken bedeckt. Auf den Knien war bei jeder Figur ein Projektor, der einen Movie auf den Kunstkopf projizierte. Es sah sehr echt aus. Am Anfang trauten wir uns gar nicht nahe heran. Die Augen und die Lippen bewegten sich, Lidschlag, stechender Blick, Lächeln, alles. Bei den vier Portraits sind die beiden oberen die gleiche Figur, in der Gruppe ganz rechts. Ein Durchgang durch die Texte dauert etwa 20 Minuten, dann wiederholt sich das ganze.

Geschaffen wurde die Installation von Daniel Glaser und Magdalena Kunz, beides Schweizer, jetzt in NY lebend. Auf ihrer Website sind noch andere ähnliche Werke, sog. Cinematographic Sculptures, wie sie sie nennen. Grossartig. Gefiel uns sehr.

Ein Saal innerhalb des Museums ist zur Zeit dem 86-jährigen Österreicher Franz Huemer aus Feldkirch gewidmet. Er bezeichnet sich als suchenden Surrealisten, ich sehe ihn eher als komischen Vogel. Seine Kunst beinhalte einen umfassenden Lebensentwurf, in dem er sich selbst in einen grossen kosmologischen Zusammenhang stelle.

Unter Huemers Arbeiten sind viele Wurzel- und Baum-Skulpturen, übermalte Kopien von Landschafts-Fotos, in denen er Geister sieht und diese den Zusehern kenntlich macht, sowie umfassende Texte. Er betreibe auch ufologische Forschung! Das sagt schon (fast) alles.

Hier noch ein Blick auf den Altar der auch reich mit Holzschnitzereien verzierten Kirche des ehemaligen Klosters der Kartause Ittingen.

Die Kartause Ittingen ist heute ein Tagungs-Zentrum mit Hotelzimmern und Restauration. Das Kunstmuseum des Kantons Thurgau ist in den Räumlichkeiten der Kartause untergebracht.

Jetzt am Lesen

The Thousand Autumns of Jacob de Zoet, by David Mitchell (2010)

I love it.

Houdini

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