Allein auf weiter Flur, resp. weitem Sand

Unser Strand liegt 10 Minuten zu Fuss vom Hotel im Dörfchen Klong Muang, etwa 30 km westlich von Krabi Town.

Einmal mieteten wir im Hotel Fahrräder und fuhren bei über 30 Grad im Schatten gegen 50 km zum Fossil Beach und nach Au Nang. Helen fuhr die Strecke, aber ich ging wegen eines platten Hinterreifens die letzten 6-7 km (fröhlich, wohlverstanden) zu Fuss zum Hotel zurück, zuerst in den Flip-Flops (Zehengreifer, wie ich im Internet las), dann wegen einer Blase barfuss auf dem heissen Asphalt. Das gab mir einmal mehr die Möglichkeit, zu zeigen, wie hart ich im Nehmen bin. :-) Seit ich in meiner Jugend ein Buch über die französische Fremdenlegion gelesen habe, erschüttert mich etwas wie diese Panne nicht mehr.

Unsere gemieteten Gary Fisher, Ananas direkt vom Feld

Eine wunderbar süsse ausgereifte Ananas direkt vom Feld für 33 Rp. (25 Cent).

Gummiplantage

Die Strasse führte durch eine Gummiplantage, und zwischen den Bäumen sahen wir einen Mann in einem Unterstand am Arbeiten. Nichts wie hin.

Um festes Latex zu erhalten, bringt man den Flüssiglatex zur Gerinnung. Anschließend wird das feuchte Material in Form gebracht und getrocknet. Für den Sheet-Kautschuk wird der Naturkautschuk mit einer schwachen Ameisen- oder Essigsäure koaguliert. Anschließend wird das Kautschuk in einem Walzwerk in ein einige Millimeter dickes und etwa einen halben Meter breites glattes Band gewalzt und die letzte Walze prägt ein charakteristisches Muster ein. Traditionelle Handelssorten dieser Variante sind „smoked sheets“ (im Rauch getrocknet) und „air dried sheets“ (rauchfrei getrocknet).

Die ausgeflossene Latexmilch wird eingesammelt, in rechteckige Becken gegeben und angesäuert, um deren Gerinnung zu bewirken. Hier stampft der Mann die geronnen Quader, die wie Frischkäse oder Tofu aussehen, flach und breitet sie sorgsam aus. Danach lässt er die etwa 3-4 cm dicken Stücke durch einen Walzenstuhl mit glatten Rollen laufen, bis die Dicke noch etwa 1 cm beträgt. Als letzter Schritt kommt die Walze rechts, mit geriffelten Rollen, zum Einsatz.

Die etwa 1 m langen „sheets“ oder „crepes“ werden getrocknet, nach Qualität sortiert und als Ballen von etwa 100 kg verkauft.

Der Besuch des Fossil Beach war frustrierend, einzigartige Abzocke, wie ich sie in dieser Art noch nie erlebt hatte. Der Zutritt zum “Nationalpark” war abgesperrt, Kassenhäuschen, 200 Baht für Ausländer, eine 2-stellige Zahl in Thai Buchstaben beim Thai Text. Da wir die Kassenfrau nicht überzeugen konnten, wir wären Thais, bezahlten wir knurrend die 400 Baht (CHF 13, EUR 10). Ein Spaziergang von 100 m brachte uns zu 3 kleinen Stelen mit je 3-4 handgrossen Bruchstücken von Gestein mit 75 mio Jahre alten Muscheln oder Schnecken, aufgestapelt (!). Dahinter waren Felsplatten, etwa 15 m ins Meer hinaus reichend, darauf ein 2×2 m grosses abgesperrtes Geviert mit nicht abgelatschten Punkten. Das war alles, auch nach eingehender Nachfrage. Ich kam in Fahrt, verlangte das Geld zurück, Abriss, cheating, der “President” kam, konnte nicht Englisch, ein Mann mit roter Schürze kam, vermutlich der Geschirrspüler, der konnte English. Auf mein “cheating” reagierte er mit Achselzucken und einem schmutzigen Lächeln. Die Besprechung endete mit seinem “you are crazy” und “f… you!”.

Bei 40 Baht Eintritt hätten wir danach gesagt, die alten Schnecken wären nicht die Mühe Wert gewesen, so aber war es ein Erlebnis, das mich noch eine Weile belustigt Rad fahren liess.

Massentourismus am Maya Beach, Phi Phi Island

Weitere Fotos auf meinem Picasa.