CharcOil – Holzkohlenöl


Richtig, das Thema ist Kochen. Angeregt durch lamiacucinas Interesse an Molekular-Gastronomie wollte ich wissen, worum es da geht und googelte bis zum spanischen Starkoch Ferran Adrià, der aus Holzkohle ein Gewürzöl herstellt.

Das musste ich natürlich sofort ausprobieren, hatte aber keine Steineiche zur Hand und machte notgedrungen ein vorgezogenes 1.-August-Höhenfeuer mit Lärchen- und Eichen-Brettchen aus meinem Fundus.

Zutaten
1 Feuer mit Lärchen- und Eichen-Holz
1 Liter Pflanzenöl

Vorgehensweise
Simples Erdnussöl musste für’s Erste genügen, zuerst mal sehen, was denn da überhaupt rauskommt.

Also: Heisse rotglühende Glut aus der Feuerstelle in eine Eisenpfanne und einen Liter Öl darüber giessen, geht nicht so rasch wegen dem engen Ausguss, und deswegen raucht es auch recht zünftig bis die letzte Glut gelöscht ist. Fotos davon gibt es mangels freier Hände nicht.


Als nächstes ziehen lassen, man will ja Aroma im Öl.


Dann kommt die Raffination der schwarzen Schlunze: grob klären durch ein grosses Sieb, anschliessend Feinfiltrierung durch ein Kaffe-Filter – am besten über Nacht, dann braucht man nicht immer hinzuschauen.


Das Resultat ist ein klares Gewürzöl. Aus dem einen Liter ergaben sich am Ende der Prozedur 209 g gereinigtes Holzkohleöl – der Name CharcOil ist noch nicht amtlich registriert, aber ich erhebe Anspruch auf Schutzrechte. 🙂

Ich benutzte das Öl in den 2 Tagen seit der Herstellung für alles mögliche. Einzig – bis jetzt – auf Salat nicht zu empfehlen, bringt nichts wegen dem Essig und anderen Sauce-Beigaben. Ungekochte Tomatenscheiben schmecken mit Salz und dem Öl fantastisch, a crazy experience, vom Biss frisch und saftig und kalt, vom Geschmack wie grilliert; ein kleines Schälchen CharcOil und Salz zu Pellkartoffeln oder nur mit Brot, ähnlich zu essen wie feines Olivenöl mit Salz, etwas CharcOil zu gekochtem Buchweizen. Zu mehr Versuchen kam ich noch nicht, aber ich krieg das Öl immer lieber.

Begleitmusik zum Blog-Erstellen


Keith Jarrett, The Köln Concert, 1975

8 thoughts on “CharcOil – Holzkohlenöl

  1. Klingt sehr interessant. Ich könnte das mal mit eigenem Olivenbaumholz ausprobieren, denn da weiss ich dass es nicht behandelt ist. Ob’s was wird?

  2. interessant. Fleisch, auf dem Elektrogrill gebraten, könnte man damit sicher den fehlenden Rauchgeschmack beibingen. Ich habe aber doch Bedenken wegen der möglicherweise kanzerogenen Inhaltsstoffe.

  3. Petra…. ich bin halt ein bisschen verrückt

    zorra…. Olivenholz tönt gut, vor allem jahrhundertealtes, ja, meins war auch unbehandelt

    Eva…. hab ich doch mein Ziel erreicht

    kochundback…. solche Ideen kommen meist von Leuten, die von der Publizität leben, wie eben der spanische Erfinder; und ein Versuch war’s allemal wert

    lamiacucina…. teile Deine Bedenken, und obwohl man das von grillierten Cervelats vor Jahren schon sagte und sie doch heute noch isst, wird dies mein einziges Flächchen bleiben; aber interessant war die Anfertigung und ist das Ausprobieren

  4. Kreativ, alle Achtung!🙂

    Ich hätte auch etwas Angst vor gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen, aber stimmt schon, was man sonst so isst, inhaliert oder sich bestrahlen lässt…

  5. Also, ich würde es nicht essen aus den schon angeführten Gründen. Aber die Machart ist toll und sehr innovativ.

    Zu Keith Jarrett: ich liebe diese Aufnahme. Aber der Mann ist mittlerweile so von sich eingenommen, dass er hier in Frankfurt das Publikum mehr beschimpft hat, als Klavier gespielt. Schade, immer, wenn ich jetzt die CD höre, hat sie eine eingewobenen Missklang, auf den ich gut verzichten könnte. Hoffentlich lässt mich mein Gedächtnis, zumindest in der Beziehung, bald im Stich!

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