Zurück, mit einer Ravioli-Vorrichtung

Endlich bin ich am Blogschreiben, obwohl bereits wieder eine Woche zuhause. Vielleicht ging es anderen auch schon so: ist man drin in einer Routine, geht es wie von selbst, ja man braucht es, lässt man es frei- oder unfreiwillig für einige Zeit sein, so fällt einem der Neuanfang nicht leicht, immer ist was anderes im Wege. Beispiele sind bei mir neben Blogschreiben das Laufen, das Radfahren, das Bücherlesen. Und auch um eine Rechtfertigung bin ich nie verlegen: das Wiedereinleben zuhause und die Weinlese.

Machen wir es so kurz es geht. Also, weil frühere Mach-es-selbst-Ravioli-Versuche immer sehr grosse Ravioli erzeugten, erstand ich an einem Wochenmarkt am Gardasee ein Mach-Ravioli-Gerätchen. Für mich sind die damit erzeugten Ravioli auf der einen Seite zu flach und auf der anderen zu rund, wie kleine Kopien der Petersdom-Kuppel oder der Hagia Sophia. Sie gefallen nicht, ich sähe lieber niedliche Kisselchen, oder was auch immer die Verkleinerung von Kissen sein könnte.

Der Wein und die eigenen Trauben gaben den italienischen Touch und den Trost. Und so sahen sie dann aus, die Ravioli, mit in Butter kross gebratenem Salbei, etwas Parmiggiano und – nur auf meinem Teller – einer Unmenge schwarzem Pfeffer.

Mit welchen Hilfsmitteln macht Ihr Ravioli?
Über Hinweise und/oder Links würde ich mich sehr freuen.

Übrigens, die Füllung hier war aus einem Grünzeug – das Kurzzeitgedächtnis lässt grüssen – und Resten von Hüttenkäse, Feta und geriebenem Parmesan, der Teig mit 1 Ei pro 100g Mehl bestehend aus 1/3 Weissmehl und 2/3 Knöpflidunst (Hartweizengriess), auf Anraten von Jamie Oliver ohne Olivenöl, also anders als meine früheren Pastateige.

Als Secondo gab es etwas Polenta mit einem Ragout aus gefrorenen Steinpilzen obendrauf, gebratene Jakobsmuscheln dazu und Zucchini, ja, immer noch Zucchini. Die gefrorenen Steinpilze, für mich neu, waren etwas nass, nicht zu vergleichen mit frischen, sind aber einen zweiten Versuch wert.

Und dann waren wir ja noch weg, die ersten Tage bei Filisur im Albulatal, Graubünden.

Am Landwasserviadukt sahen wir die Proben für ein Seil-Ballet für den am Wochenende stattfindenden Festakt zur Ernennung als UNESCO Weltkulturerbe «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina».

Das Viadukt, ein für seine Zeit grossartiges Bauwerk in einer wunderschönen Gegend, hier mit Blick ins Landwassertal, Richtung Davos.

Eine Tagestour führte uns per Bahn nach Bergün, mit dem Sessellift hoch zur Alp Darlux, zu Fuss via Alpe Muotta Sur zur Alpe digl Chants und hinab nach dem Weiler Chants, den man weit unten im Tal sehen kann.

20 thoughts on “Zurück, mit einer Ravioli-Vorrichtung

  1. Ich hatte mal sowas: http://tinyurl.com/4fgfy6
    Allerdings in der Billigplastikversion aus Chinatown.
    Das Problem dabei ist, dass man zum Überfüllen neigt, dass die Verschluß-Seiten nicht plan aufeinander liegen und dann aufgehn beim Kochen, oder dass der Bereich, wo der Teig doppelt liegt, einfach zu breit ist und nicht wirklich gut schmeckt dann.
    Ich hab mal ein Luxusmodell von der Sorte gesehn, da konnte man mit der Unterseite auch gleich noch den Teig ausstanzen.

    Am Einfachsten find ich immer noch die Variante mit zwei Teigplatten. Unten Füllung drauf, oben die zweite Teigplatte, festdrücken, ausrädeln, fertig.😉

  2. ich wollte mir schon immer so ein Gerät für Raviolis kaufen, ist ja unheimlich praktisch, aber, irgendwie vergesse ich’s dann…

    Es geht übrigens jedem so, glaube ich, ich brauche nach den Ferien immer unendlich lange, bis ich wieder im Trott bin!
    Und, es gibt auch noch anderes im Leben als Blogs!!!

  3. Ich scheitere meist schon am ordentlichen Verschließen von Apfeltaschen, insofern habe ich mich an Ravioli noch nie rangetraut😉 Deine sehen aber doch sehr gut aus!

  4. @Evi: Dein Ehemaliger sieht super edel aus, aber eines pro mal ist nicht gerade viel im Vergleich mit meinem, Qualität kommt jedoch vor Quantität, heisst es. Die erste Runde war bei mir auch überfüllt.
    Deine einfachste Methode dachte ich mir auch wohl als die beste.

    @zorra: Meinen Kommentar platzierte ich schon auf Deinem Blog.

    @Bolli: Kauf kein solches wie meins, eher eins wie von zorra heute beschrieben.
    Bezüglich Blog hast Du absolut recht, aber die Erfolgserlebnisse mit den richtigen Bildern am richtigen Ort und mit den richtigen Abständen und vor allem das Schulterklopfen der lieben Leser tun doch unheimlich gut.

    @Gabi und Sivie: Dicht waren sie, absolut, meine letztendliche Methode war aber, sie ohne gross Anzudrücken auf den Tisch zu kehren, dann die Klebestellen mit einer Holzkelle anzudrücken und mit dem Zickzack-Rädchen zu schneiden. Vielleicht der wichtigste Punkt: Vor dem Auflegen des Deckels mit dem Pinsel Wasser auf die Klebestellen streichen.

  5. schön dass Du zurück bist, wurdest ja auch da und dort schon gesichtet. Schöner Ausblick auf das Viadukt, da muss man aber hinwandern ?
    Für kleine Ravioli mit wenig Füllung benutze ich die Betty-Bossy-Wippe. Die gibt schöne Kissen. Ich mache demnächst wieder mal eine Grossproduktion.

  6. Endlich! Und so schöne Fotos. Beim Raviolimachen kann ich leider nicht helfen, ich habe noch nie welche gemacht. Deine würde ich aber, auch wenn sie Dir nicht gefallen, trotzdem gerne essen.

  7. Schön, dass du wieder da bist und so wunderschöne Bilder im Gepäck hast.
    Ich habe ein Teil von Tupperware, das aber immer nur kleine Mengen Füllung mag, dafür schöne Ravioli macht. Hier muß man aber mehr machen, weil fast kein sättigender Nudelteig drumrum ist. Und deine Kuppel gibt es hier auch.http://www.kleineisel.de/brot_und_rosen/index.php?entry=entry071118-071823

    Besser geht das „Gebiss“, dass eher die von dir gewünschten Kissen macht, ist aber mehr Arbeit pro einzelnem Stück. So sehen die Ravioli aus:
    http://www.kleineisel.de/brot_und_rosen/index.php?entry=entry080423-070505
    Ein Bild von den Teil habe ich bei mir aber nicht gefunden.

    Viele Grüße

  8. @lamiacucina: Ja, auf dem kurzen Weg unter das Viadukt ist eine Verzweigung nach oben, Richtung Alvaneu, da steigt man in etwa 20 Minuten an den Aussichtspunkt oberhalb der Bahnstrecke, für Wanderer wie Dich ein Spaziergang.
    Danke für den Tipp bezgl BB-Wippe. Lieber als Ravioli möchte ich Mini-Tortelloni herstellen können, verpasste das lernen bei Anna Forno.

    @gluttondressedaslamb: Will send you an email.

    @Jutta: Ja ja, geschmacklich waren sie iO und wären sie von Dir, sagte ich auch nichts wegen der Form.

    @Victoria: Ich werde die Bilder der Alpen-Rundreise ins Picasa setzen und den Link durchgeben, vermutlich auch einige als Auflockerung im Blog plazieren.

  9. Ha! Da isser wieder, im eigenen Blog … das Problem mit den Anlaufschwierigkeiten kenne ich.

    Ich mache Ravioli auch wie Evi, zwei Teigplatten, Füllung, rädeln, aber sie werden alles andere als ebenmäßig und es geht auch schonmal eine in die Hose … eine alternative Methode wäre mir willkommen wenn ich wüsste, wohin mit dem zusätzlichen Werkzeug in der allmählich überfüllten Küche. So ein Teigrädchen verstaut sich halt gut in der Schublade.

    Das berühmte Viadukt … wollte ich schon immer mal gerne in echt sehen. Einmal sind wir einen Tag mit einem Rest Euro-Domino-Ticket kreuz und quer durch die Schweiz gefahren (völlig bekloppt, mehr als 10 Stunden auf der Schiene, aber schön war’s doch), aber bis dort hinten hat es nicht gereicht. Irgendwann schaffe ich es aber auch bis dort! Bestimmt!

  10. Sehen doch ganz ulkig aus Deine Petersdom-Ravioli.
    Wir machen Ravioli in Handarbeit. Teig durch die Nudelmaschine und dann mit einem Glas ausstechen. Füllung drauf und zusammenklappen, dann mit einer Gabel den Rand bearbeiten. Nachteil: die Ravioli sehen meist ziemlich verschieden aus.

  11. @alle:
    Vielen Dank für die zahlreichen Anregungen und Ratschläge.
    Ich werde Ravioli bis auf weiteres händisch machen, d.h. mit dem Rädchen zuerst in doppelte Plätzchen zerschneiden, belegen, zufalten, andrücken, bis mir wieder ein theoretisch überzeugendes Ravioli-Teil in Sichtweite kommt. Mit der von lamiacucina vorgestellten BB-Wippe liebäugle ich schon jetzt, der BB-Täschler sei sehr gut, sagt Frau H.
    Das im Post gezeigte Ravioli-Set wird an den Erstmelder gratis abgegeben und versandt. Wer will es versuchen?🙂

  12. Nice looking ravioli. I’ve found the best consistency for ravioli using 250g wholemeal flour, 1/2 tsp salt & 2 eggs and a little olive oil until it is a firm dough. Worth experimenting with though – l must try semolina too.

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