Jaw Pak Gaat – Senfkraut – Mustard Green

In Thailand wird sehr vieles gegessen, was im Westen Verwunderung auslöst, nicht nur Heuschrecken, Hühnerfüsse und dergleichen, sondern auch gewisse Pflanzen, die als Gemüse oder als Geschmackgeber/Gewürz verwendet werden. Diesmal ist es Senfkraut, das mit wenig Brühe und etwas Fleisch als Gemüse gekocht wird.

Auf der Samentüte steht nebst dem Thai Namen auch „Edible Rape“, zum menschlichen Verzehr geeigneter Raps. Ich kochte in der Schweiz auch einmal mit etwas schlechtem Gefühl ein Rapsgemüse, das schlechte Gefühl wegen der Spritzchemie, nicht weil ich den Raps vom Feld stibitzt hatte. Aber dieses Gemüse ist kein Raps, es ist eine Kohlart, Brassica, vermutlich Brassica Juncea, auch Chinesischer Senf genannt. Gerne würde ich von einem Botaniker erfahren, ob ich dies richtig recherchiert habe.

Pak Gaat Guangtung
Brassica Juncea, Chinesischer Senf
Einige sog. rote Zwiebelchen und Chili werden im Mörser leicht zerdrückt
Je einen guten Esslöffel Gapi, Shrimp Paste, die gelbe Dose vom vorletzten Post, und saure Tamarindenpaste, rechts

Das Gemüse heisst auf Thai vollständig Pak Gaat Guangtung, also schon irgendwie chinesisch, Guangdong = Canton. Unseren Chinakohl gibt es hier auch, er heisst Pak Gaat Khao, Khao = weiss. Das beschriebene Gericht wird aber nur Jaw Pak Gaat genannt, ohne den Zusatz Guangtung, da es nie mit Chinakohl zubereitet wird. Jaw wird ausgesprochen wie in Englisch, steht anstelle von Gaeng oder Tom für die Zubereitungsart, könnte geradeso gut Gaeng heissen, warum nur für dieses Gericht der Begriff Jaw verwendet wird, weiss auch Meow nicht, ist einfach so.

Zubereitung

Brühe zubereiten mit 250 g Schweinerippen und 1.5 Liter Wasser, Salz, Zwiebeln, Chili und Shrimp Paste, einige Zeit sanft köcheln lassen.

Wenn das Fleisch weich ist und leicht vom Knochen kommt, das in 3-4 cm Stücke geschnittene Gemüse zugeben (reichlich), ebenso Tamarind, Bemerkung siehe unten.

Tamarind:
Die Paste soll dem Gericht nur den säuerlichen Geschmack geben, sie wird nicht im Gemüse gelassen. Meow gibt die Paste zu, nachdem das Gemüse zusammengefallen ist, zerteilt den Klumpen mit einem Löffel in einige Teile und schöpft diese nach einiger Zeit wieder ab. Sicherer ist, die Paste mit warmem Wasser aufzuschlämmen und nur den „Saft“ zuzugeben bis der säuerliche Geschmack passt.

Jaw Pak Gaat ist ein Gericht mit etwas Fleisch, etwas Suppe, viel Gemüse und kräftigem Geschmack, für mich sehr gut. Aber mir schmeckt eben Thai Hausmannskost generell sehr. Diesmal kam das Gemüse vom Markt, weil es im Garten noch am Spriessen ist.

Begleitmusik zum Blog-Erstellen

Monty Alexander, Saturday Night, 1985

Vielleicht funktioniert das Reinhören

6 thoughts on “Jaw Pak Gaat – Senfkraut – Mustard Green

  1. Leider kann ich dir botanisch nicht weiterhelfen, aber den Pak Gaat Guangtung habe ich im Asia-Laden bereits gesehen (und bislang noch nicht gewusst, was ich damit anfangen soll). Danke für’s Aufklären. Wir essen zur Zeit auch sehr gern Thai-Hausmannskost!🙂

      1. Ich versuche zu Hause Thai zu kochen, nach Büchern. Ich war noch nie in einem thailändischen Restaurant, deshalb weiß ich nicht, wie nah ich an das „Original“ heran komme, aber uns schmeckt es auf jeden Fall gut!

  2. Interessant! Schmeckt er scharf wie Senf oder eher mild? Letzlich sind diese Kreuzblütler allesamt supergesund, Ruccola zählt ja auch dazu.
    Mit den heimischen Wildkräutern experimentiere ich auch immer wie wild..
    Schönes Restwochenende wünscht
    Cheriechen

    1. Meinst Du scharf wie Senf, den wir zur Wurst essen, oder meinst Du Senf-Pflanzen? Pak Gaat Guangtung ist kräftig im Aroma, herb würde ich sagen, nicht scharf. Falls das Gericht scharf erschiene, wäre es wegen der Menge an Chili. Wir denken auch, wussten aber nicht, dass er sehr gesund ist.

      Es freut mich, über Versuche mit heimischen Wildkräutern zu hören. Das war eigentlich ein Punkt, den ich ansprechen wollte, der aber vom Tisch gefallen sein muss. Hier essen wir so viele Blätter und Blüten, und ich sagte zu meiner Frau Meow, es gäbe sicher auch in Europa viel Essbares in der Natur, aber das Wissen darüber sei nicht weiter gereicht worden, sei in der „Dekadenz“ untergegangen.

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