Haberflocke-Guetzli

Ein absoluter Anfänger auf diesem Gebiet, postet Houdini nun auch noch Kekse im Glauben, dieses Rezept kenne praktisch niemand ausserhalb der Familie Weiss und Angeheirateten.

Haferflocken-Kekse wäre wohl der standarddeutsche Ausdruck, aber eben, Guetzli soll sich im deutschen Sprachraum verbreiten, zumindest unter den kulinarisch Interessierten, wobei auch zu wissen ist, dass es ausgesprochen wird als Guätsli, mit einem klaren u und ä, nicht vermauschelt, sicher nicht Gütsli, das ist die Version der neuen deutschen Wirtschaftsflüchtlinge in der Schweiz, analog Grützi statt Grüätsi. Nichtostschweizer werden nun ihre Version verteidigen, beispielsweise Güätsi, vermutlich in Bern. Den Sprachinteressierten sei noch gesagt, dass wir Ostschweizer Haberflocke (Mz.) sagen, auch „Aber, aber, aber, s’Ross frisst Haber“, ein Kinderreim, von dem ich die Fortsetzung nicht mehr kenne, Robert kann da vielleicht weiterhelfen.

Es ist ein einfaches Rezept meiner Vorfahren. Meine Mutter, geb. 1906, machte diese Haberflocke-Guetzli, meine bevorzugten, jede Weihnachten, nebst Kokoshäufchen, Spitzbuben und anderen.

125 g Butter (Houdini 100 g Olivenöl)
250 g Zucker
1 Teelöffel Vanillezucker
2 Eier
zusammen schaumig rühren

250 g Haferflocken darunter mischen

250 g Mehl
1 Messersp. Backpulver
alles zusammenfügen und zu Teig verarbeiten

2 Eigelb zum Bestreichen

Je nach Konsistenz den Teig vor dem Auswallen etwas kühl stellen. Etwa 5 mm dick auswallen, in Rhomben oder Rhomboide schneiden oder rädeln und auf Backpapier in einem Blech auslegen, mit Eigelb bestreichen und bei mässiger Hitze, ca.180°C, 8-10 Min backen. Beobachten, bis sie am Rand ganz leicht braun werden.

Letzteres wäre gemäss Rezept. Auf Wunsch von Meow, meiner Frau, backte ich die meisten länger, bis sie brauner waren. Sie werden dadurch ziemlich kross, knusprig, knackig, auch aromatischer durch Caramelisierung. Die meiner Mutter, gem. Anweisung oben, sind wunderbar mürbe.

Wer gerade keine Butter zuhause hat, braucht nicht zu verzweifeln. Da ich den gerührten Kuchen von Miss Boulette, bei dem Olivenöl (!) anstelle von Butter verwendet wird, erfolgreich nachgebacken habe, und da keine Butter vorhanden war, nahm ich 100g Olivenöl, klar, Butter hat etwa 20% Wasser, also. Die Eier schaumig gerührt, den Zucker und Vanillezucker zugerieselt, das Olivenöl in feinem Faden untergerührt, Schritt 1 fertig.

Hausgemachte Kekse, ja, aber nur die obenauf liegenden. Ob dies in Europa ginge, industriell gefertigte so zu bezeichnen? Klar, in Europa würde dies niemand Ernst nehmen, hier aber hat es sicher einen verkaufsfördernden Einfluss, da es gute Zutaten und Herstellungsweise andeutet.

Und noch was zu Thailand

Witzige Fahrprüfung

Im Gegensatz zur Schweiz, in der sie Führerprüfung (!) heisst, ist die Fahrprüfung in Thailand kein Problem, ja gar ein Witz, absolut.

Der Theorie-Test ist in Ordnung, recht umfangreich, am Bildschirm auszufüllen. Farberkennung wird ebenfalls geprüft, für Ausländer in Thai, d.h. die Farbe muss in Thai genannt werden, was allerdings auch nicht schwierig ist, es sind ja nur rot, gelb und grün.

Also, der praktische Test geht wie folgt:

Nach der Registrierung an einem kleinen Tischchen im Freien fahren die Prüflinge einer nach dem anderen, mit etwa 20 m Abstand, auf einem geschlossenen Gelände eine kleine Runde, etwa 400m, mit 4 Kurven und einem 2m hohen Hügel!!

Darauf wird durch eine Stangen-Gasse gefahren und wieder zurück.

Seitlich rückwärts Einparkieren folgt als nächstes, hier der Bruder meiner Frau. Etwa im Moment der Foto, noch bevor er fertig parkiert hatte, winkte der 20m entfernt stehende Prüfer ihn bereits ab, OK.

Als letztes muss vorwärts links an den Gehsteig gefahren werden, Räder auf dem roten Streifen, fertig, Prüfung bestanden.

Ich fuhr mit meinem schweizerischen Führerausweis zum Amt, um den thailändischen Ausweis zu erhalten. Dort hiess es, ich brauche eine Übersetzung in English, darauf ich, es stehe ja „Driving Licence“ drauf, zusammen mit Deutsch, Französisch, Italienisch und Romantsch, und hinten seien die Kategorien mit Mnemonics und Zahlen dargestellt, das sollte doch klar sein, nein, ich müsse die Übersetzung von der CH-Botschaft beglaubigen lassen, ob ich nicht vielleicht etwas in die Teekasse geben könne, damit es doch gehe, nein, das sei nicht möglich, aber ich könne gleich jetzt rüber zur Prüfung gehen, das sei einfacher.

Also, registrieren, warten und mit anderen Kandidaten Weisungen anhören, in Thai, während eine Frau den Parcours abfährt. Ich verstehe nichts, es sieht aber einfach aus, OK, nachmachen. Rasch anstellen, damit es rasch vorüber ist, wie es meinem Naturell entspricht als erster dran, dem Konvoi vorausfahrend. Leider war die Vorführfrau eine Wiederholerin, die das Durch-die-Stangen-fahren bereits bestanden hatte und dieses nicht wiederholen musste, so liess ich es auch aus und wurde abgewinkt. Kein Problem, ich solle warten, bis alle durch seien und könne dann wiederholen. Das ging dann gut. Die Motorrad-Prüfung legte ich unmittelbar danach mit einem von einem anderen Kandidaten ausgeliehenen Moped ab, um ein paar Pylonen Slalom fahren, dann die 400m Runde, fertig. Mit dem 100cc Moped an die Prüfung und Schein für beliebige Töffs, bis Hayabusa oder Goldwing.

Ja, noch was, der einzige anwesende Prüfer stand die ganze Zeit am Schatten und schaute von ferne, ob es alle richtig machten. Ob er wohl sah, ob jemand beim Abzweigen blinkte?

Begleitmusik zum Blog-Erstellen

Pablopolar, Sleepwalker, 2013

Vielleicht funktioniert das Reinhören

7 thoughts on “Haberflocke-Guetzli

    1. da hab ich was durcheinander gebracht. Meine „Gedankenblitz“ kommt von:
      Ryte, ryte, Rössli,
      z’Bade staht es Schlössli,
      z’Basel staht es goldigs Huus,
      da lueged drei Mareye drus:
      Die erschti schnätzlet Chryde,
      di zweiti, die spinnt Syde,
      di dritti, die spinnt Haberstrau,
      bhüeti Gott mis Schätzeli au!

      1. Herzlichen Dank. Ryte, ryte, Rössli wollte ich auch suchen für unsere Kleine, Dank Dir ist es wieder voll in den Vordergrund gerückt. Und beim Haber stimmt die 2. Zeile sicher, sogar die 3. kommt mir in dieser Form bekannt vor.

  1. Deine „Güätsli“ schauen richtig gut aus!
    Das mit den Fahrprüfungen ist so eine Sache. Außerhalb Deutschlands oder der Schweiz scheint Autofahren eher als Kinderspiel betrachtet zu werden. Ich legte einst eine Prüfung in Kanada ab. Die Theorie war recht umfangreich, aber in der Praxis musste ich noch nicht einmal rückwärts einparken…

    1. Deswegen gibt es hier nur eine Vortrittsregel:“Fahr nie in einen anderen rein.“ Diese gilt allerdings nur für das Verhalten zwischen den Verkehrsteilnehmern, denn die Polizei verteilt auch hier Bussen, zB für Reinquetschen in eine Einspurkolonne, wie das mir passiert ist.

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