Alte Maa – Restenverwertung auf der Alp

Neulich reichte ich aus naiver Gutmütigkeit oder als Albernheit einen Award mit 11 von mir gestellter Fragen weiter. Zu meiner Freude, das gebe ich zu, beantworteten einige die Fragen. Aus Fairness und in der Meinung oder Hoffnung, damit etwas gutzumachen, beantworte ich die 11 Fragen auch, siehe unten.

Achtung vor der Nahrung, Restenverwertung, Wegwerfen ist Thema einer der Fragen. Deshalb hier eine fast historische Altbrotverwertung, Alte Maa, Alter Mann, Sennenkost aus Appenzell, meine Eltern waren beide aus Urnäsch.

Zutaten für 2 Personen
200 g altes oder gar trockenes Brot in Würfeln
200 g Appenzeller Käse, grob gerieben, bei mir „Parmesan“ aus USA
Milch
Rahm, bei mir Sauerrahm
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Bratbutter, bei mir Olivenöl
Schnittlauch, bei mir Frühlingszwiebeln

Im Rezept aus dem Internet stand „Die Bratbutter erhitzen und die Brotwürfel darin anbraten bis sie goldgelb sind. Hitze reduzieren und den geriebenen Käse auf die Brotwürfel streuen. Die Brotwürfel immer wieder umdrehen. Gleichzeitig etwas Rahm dazugeben, damit die Brotwürfel rundherum mit Käse überzogen sind.“

Da meine Brotwürfel getrocknet und hart waren, legte ich sie in Milch ein, drückte danach die Milch in einem Sieb etwas ab, und briet die milchigen Brotwürfel in etwas Olivenöl an, danach in etwa wie oben.

Das Gericht „fuäred“, füllt, hat Kalorien, aber schmeckte mir super, Erinnerung an die Kindheit, einmal mehr. Der Käse war auch okay, essbar, er schmolz einwandfrei und zog Fäden wie bei Domino Pizza, da er kein richtiger Parmigiano war.

Nun zu meinen Antworten

Liest Du Bücher, ich meine damit Fiction, also Romane, Erzählungen, etc.?
Ja, leider nicht so viele, wie ich gerne lesen würde.

Wenn ja, gedruckte oder eBooks?
Beides. eBooks sind praktisch zum Lesen, wenn die Tochter in meinem Schoss schläft, aber sie sollten günstiger sein, da ja keine direkten Kosten anfallen wie Papier, Druck, Versand, Lager- und Ladenfläche, Ladenpersonal, etc., nur Autorentantiemen, Verlagsgewinne und Händlermarge. Wir haben hier einige Buchläden, die gebrauchte Bücher führen, vorwiegend englische, und die Preise sind tiefer als für eBooks. Ein Buch in den Händen zu halten finde ich schön beim Lesen. Es schmerzte mich, die Hunderte von Büchern aufzugeben beim Räumen des Hauses in der Schweiz.

Nochmals wenn ja zu 1, nenne bitte einen oder mehrere Autoren, die Dir liegen.
Haruki Murakami ist noch mein Lieblingsautor unter den heutigen, aber das wird sich vermutlich ändern, da ich andere kennen lernen werde. Paul Auster mag ich auch sehr. Von den beiden und auch von David Mitchell habe ich fast alles gelesen. Jetzt lese ich erstmals einen Roman von Philip Roth, The Human Stain, ein älterer Herr mit einer halb so alten Geliebten, was ich nicht wusste, aber es passt, meine Frau ist 28 Jahre jünger als ich. Vor 20 Jahren war John Irving mein Lieblingsautor, er ist mir verleidet. Als Sekundarschüler frass ich Bücher, wie meine Mutter zu sagen pflegte, vorwiegend Abenteuer in fremden Ländern, Edgar Wallace und andere Krimis aus der Dorfbibliothek, Jerry Cotton Heftchen, alles, und ein Dutzend oder so 007 Stories von Ian Fleming, hier nur erwähnt, weil ich mich gerade schmunzelnd daran erinnere.

Dazwischen geschoben zu James Bond und seiner dritten Brustwarze: Jahrelang glaubte ich mich zu erinnern, wie eine japanische Bettgefährtin, halbnackt seine Heldenbrust betastend, James Bond erklärt hatte, seine dritte Brustwarze sei ein Zeichen von grossem Glück im Leben, bis ich vor Kurzem im Internet herausfand, dass nicht er drei hatte, sondern der Bösewicht Scaramanga. So habe ich leider nichts mehr gemeinsam mit 007, das Glück im Leben aber doch.

Später las ich alles, was man als junger Mensch damals so las, von A wie Andersch bis Z wie Zweig. Von den deutschsprachigen Autoren mag ich Robert Walser wegen seiner Sprache sehr, und Franz Kafka wegen den Gedanken und seiner ganz anderen Sprache. Von Max Frisch las ich Stiller und Homo Faber mehrmals. Kürzlich las ich im Kindle Gottfried Keller, Nietzsche, viele Erzählungen von Chekov und Balzac, gratis von gutenberg.com, wo viele länger als 80 Jahre verstorbene Autoren gratis zu haben sind. Der vielleicht beste Roman, oder der mich am meisten beeindruckt hat, ist Crime and Punishment von Dostoevsky. Ja, und Zafons ‚Der Schatten des Windes‘ und Xavier Marias ‚Herz so weiss‘ gefielen mir auch sehr gut, ist aber eine Zeit her, und ich weiss nicht, ob sie mir heute noch gefallen würden. Und dann waren da noch …

Hast Du ein Abo für eine Zeitung in Papierform, liest Du über Zeitgeschehen im Internet?
Nein, ich lese News nur im Internet. Meine letzte war die NZZ am Sonntag.

Berührt es Dich, wenn Du Lebensmittel wegwerfen musst?
Sind Dir Nahrungsmittel irgendwie „heilig“, d.h. sollte was auf dem Teller ist aufgegessen werden, sollte was im Kühlschrank ist zubereitet und verzehrt werden, bevor es vergammelt?

Ja, irgendwie schon, es schmerzt mich, wenn ich etwas wegwerfen muss. Ich bin so erzogen worden, vielleicht aus religiösen Gründen, reformiert, vor jedem Essen dankten wir Gott für das tägliche Brot, Nahrung wurde als von Gott gegeben betrachtet. Ich googelte ein bisschen und fand folgendes statement “ Food is a sacrament because all food comes from sacrifice. No matter where you are on the vegan to omnivore spectrum, all food is made of formerly living things.“ Hat was. Oder vielleicht ist es, weil beide Eltern als Kinder den 1. Weltkrieg miterlebten, der Vater erwähnte Räben (alemannisch für Herbstrüben) zum Zmorge, Zmittag und Zobed, immer nur Räben. Er ass keine mehr.

Gibt es einen Blog den Du besonders gern besuchst? Falls ja, welchen und wieso?
Es gibt einige, zu viele, die ich mag, die Zeit …. In den Anfängen, vor 6,7 Jahren besuchte ich vorwiegend Food Blogs, dann auch Travel Blogs, und heute lese ich auch gerne Blogs, in denen Einblicke in das Leben, in Ansichten und Gedanken, in Probleme gegeben werden.

Wenn Du Dich auf einen Lieblingsfilm beschränken müsstest, welcher wäre es?
Einige, die Filme von Jim Jarmusch, Werner Herzog, Bergmann, von Iñárritu Amores Perros und 21 Grams, etc. Wenn ich einen einzigen bestimmen müsste: Into the Wild.

Nenne bitte ein oder mehrere Deiner Lieblingskochbücher.
Ich hatte eine Anzahl, die meisten der Schwiegertochter überlassen, nach Thailand gerettet: Marcella Hazans Wälzer der klassischen italienischen Küche, Bertinets Brotbackbuch, Marianne Kaltenbachs ‚Rezepte aus meiner Mühle‘, wegen der schönen Zeichnungen ihres Mannes, und ein Jamie Oliver, wieso dieses weiss ich nicht mehr, aber seine Art von Rezepten gefällt mir.

Für Food-Blogger: Fotografierst Du simpel in der Küche oder bringst Du das Essen an einen günstigen Platz? Hast Du Beleuchtung, Hintergrund, ein Ministudio oder so etwas?
Auf dem Esstisch, oft draussen vor der Tür wegen des Sonnenlichts.

Mit welcher Software bearbeitest Du Deine Fotos?
Mit Camera Raw und ab und an mit Photoshop Elements.

Informiere bitte über Deine Musikvorlieben, nenne Artisten, Alben, etc.
Einblick bieten die fast in jedem meiner Blog-Posts angefügten Alben.

Und hier noch was aus Thailand

Tree Jasmine – ein interessanter Baum in unserem Garten

Die Blüten wachsen direkt aus der Rinde des Stammes und der dickeren Äste, nicht an den Enden der Zweige. Der Baum heisst wissenschaftlich Radermachera ignea, Baum-Jasmin, Pip Thong in Thai. Er ist ein eher seltener tropischer Laubbaum mit einem an Jasmin erinnernden Geruch, der bis 20 m hoch werden kann und im Norden von Thailand und Laos vorkommt. Der Baum ist der Prvinzbaum der Provinz Chiang Rai.

Die Musik heute

Gustavo Santaolalla, The Last of Us – Vol. 2, 2014

Ich kenne das Videogame nicht, mag aber die Musik

Vielleicht funktioniert das Reinhören

6 thoughts on “Alte Maa – Restenverwertung auf der Alp

  1. Jöö, ging Dir das Stöckchen immer noch im Kopf rum.🙂 Schön, dass Du die Fragen auch beantwortet hast! Und den „alte Maa“ finde ich super. Ich liebe Rezepte mit altem Brot. Nur findet man in meinem Haushalt selten Brot, deswegen wird es wohl noch ein Weilchen dauern, bis ich das mal nachkochen kann.
    Liebe Grüsse
    Charlotte

  2. Ich freue mich, dass du die Fragen auch selbst beantwortet hast. Du hattest dir sehr interessante Fragen ausgedacht, durch die man immer noch ein bisschen mehr über den Menschen, der den Blog schreibt, erfährt.

  3. Di Rezäptumsetzig gfallt mr ! Si chönt vo mir si. I lieb so währschafti Gricht speziell im Winter und ha au kei Mieh vo dr Originalrezeptur abzwiiche, wenn Räschte umme sin.
    Doch hyt het‘ s miesse Chääs- und Ziibelewaije sii. Fasnächtlichi Griess us Basel nach Chiang Mai. I bi scho wieder wäg uf dr Gass 🙂

  4. liebe eric,
    do chumi irgendwie uf umwege uf din blog und gsehne dass wieder agfange hesch: sehr toll! han noni gseh, wenn und wie, aber eifach tatsach dass, freut mi sehr und au tatsach dass immer no gern lisisch…und filme luegsch…
    roth: isch super hani au grad glese, indignation het mer sehr gfalle und ich han mi grad wahnsinig amüsiert über wokensbruchs wunderliche reise in die arme einer schickse….
    so ups jetzt muessi höre…meh denn wieder per mail…han mi nur grad so gfreut dassi han müesse en Kommentar hinderloh…
    barbara

  5. Hallo Eric, bin gerade über deinen Blog gestolpert. Schönes Rezept! Ich freue mich immer wieder, wenn ich was neues zur Altbrotverwertung finde – zum Wegwerfen ist gutes, selbstgebackenes Brot mir viel zu Schade und in Semmelbröseln können wir hier bald Baden 😉.
    Grüße und fröhliche Ostern nach Thailand,
    Susanna

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