Von Grating Daeng über Salat zu Papaya

Grating Daeng. Wer es nicht kennt, sieht vielleicht die Ähnlichkeit zwischen den roten Stieren hier auf den Fläschchen und dem Markenzeichen von Red Bull, die roten Stiere sind die selben, samt der Sonne. Es ist auch die gleiche Rezeptur, entwickelt von Chaliao Yuwitthaya, einem aus einfachen Verhältnissen stammenden Thai, der 1976 mit seiner kleinen Pharma-Firma den Energy Drink unter dem Namen „Grating Daeng“ auf den Markt brachte. Red Bull kennt jeder Leser, und Grating Daeng ist die Mutter aller Red Bull. Der vormalige ewige Student Dieter Mateschitz, Oesterreicher mit kroatischen Wurzeln, der erst nach 10 Jahren seinen Abschluss in Welthandel gemacht hatte, sah auf einem Businesstrip für die Zahnpaste Blendax in Thailand Grating Daeng, trank es und befand es vermarktbar, gründete 1987 mit Khun Chaliao die Firma Red Bull für alle Gebiete ausserhalb Thailands, mit je 49% Anteil und 2% von Chaliaos Sohn, und machte sich und seinen Thai Partner zu Multimilliardären, nicht in Baht, in Euro. Muss man, um steinreich zu werden, der Uni so wenig Interesse entgegenbringen, dass man entweder 10 Jahre braucht oder das Studium frühzeitig abbricht wie Bill Gates, Steve Jobs, Gabe Newell, Mark Zuckerberg?

Ein Grating ist nicht ein männliches Hausrind, also kein Stier oder Bull der domestizierten Rinder, sondern der thailändische Name für die wildlebenden Gaur (bos gaurus) oder Indian Bison, die auch in Thailand noch wild vorkommen, allerdings nicht mehr in grosser Anzahl. Der Gaur-Bulle ist mit Schulterhöhe bis 220 cm das grösste Tier der Unterfamilie (Tribus) bovini und damit auch grösser als der amerikanische Bison.

Papaya Salad GD – fusion cuisine

Jetzt kommen wir doch noch zum Food.

Papaya, thailändisch Malako, ist mir etwas fade, auch nicht allzu süss. Neben dem Spültrog lag ein Büschel Frühlingszwiebeln, aha, genau, ich mach mir einen Salat, statt die Papaya-Stückchen nature zu essen.

Die Menge auf dem Bild oben ist gut für eine Person, also:
1/4 einer kleinen Papaya
Olivenöl, Kräuteressig
eine Prise Salz
Frühlingszwiebeln
1 Peperoncino/Person (fingerlange roter Chilischote), Samen entfernt
schwarzer Pfeffer
1/3 Fläschchen, d.h. 50ml Grating Daeng

Die Sauce, ok, das Dressing, sollte auf der sauren Seite sein. Das war es auch, doch irgendwie hatte es nicht den Pfiff, den ich mir wünschte. Soll etwas Zucker rein? Heureka: Grating Daeng, das könnte es bringen. Und wie! Ein Salat für Marco ist es geworden, ihm traue ich das Nachmachen zu. Ohne Spass oder Witz, der Salat ist speziell, nicht „speziell“ im Sinne einer höflichen negativen Kritik, wie „der Wein ist interessant“, sondern wirklich speziell. Für meinen Geschmack ist er hammer, im Vergleich zu Papaya ohne etwas mit dem Gäbelchen lustlos, aber der Gesundheit halber doch, in den Mund zu schieben.

Ihr könnt also getrost Red Bull dazu schütten statt Grating Daeng. Ich mag das Zeug nicht trinken, da es mir zu süss und zu penetrant aromatisch ist, aber im Dressing (!) macht es sich ausgezeichnet. Wir kauften eine Grossistenpackung, 50 Fläschchen, für gelegentliche Aufmunterung der Arbeiter an unserem im Garten im Bau befindlichen Haus. Praktisch, wenn der Neubau so nah ist.

Das Leben von Papaya-Bäumchen

Vom Grating Daeng zu Papaya und nun zu einem unserer Papayabäumchen, das seinem Sterben entgegensehen müsste, so es denken oder spüren könnte, was letzteres ja von ein paar Leuten geglaubt und vertreten wird. Es sind nur noch einige kleine Blätter zuoberst auf dem gegen 4 Meter hohen Stämmchen, aber die letzten Papayas sollten bald noch reif und gepflückt werden können.

Links ist das schlaksige Bäumchen, das uns seit etwa 2 Jahren regelmässig mit Papayas versorgte. Es stand schon hier vor dem Bau des Schuppens und trug bereits Früchte, als es noch kleiner war als das Häuschen. Rechts oben der Wipfel (darf man dies bei diesem Baum sagen?), darunter eine ebenfalls ihrem Ende entgegensehende Papaya Hawaii, und unten neue aufkommende Bäumchen, die noch keine Früchte tragen. An den beiden Betonpfählen wachsen Dragonfruit-Ranken in de Höhe.

Papaya wird auch Melonenbaum genannt, was ich bis vor einer Minute nicht wusste, und soll aus Mexiko stammen. Letzteres wusste ich auch nicht. Anyway, das Internet hilft zur Erweiterung des Horizonts und des Faktenwissens, sagen wir es einmal so. Bei uns in Thailand werden Papayas etwa 2-3 Jahre alt, der Stamm verholzt nicht, auch die Wurzeln sind recht weich und können im Boden zerhackt werden. Papaya kann deshalb kaum als Baum bezeichnet werden, ein Strauch ist es auch nicht, man könnte es als „baumförmiges Kraut“ bezeichnen, ja ein Kraut, wie Melonen und Kürbis.

Nachtrag:
Gestern Nachmittag genoss ich eine Variante des Salätchens mit 2 kleinen roten Chilischotern statt des Peperonicino und zusätzlich einem Solei (gelernt bei Bonjour Alsace), Minzeblättern und etwas kleingehackten Parmigiano untergemischt, herrlich. Lasst der Kreativität freien Lauf. Wer die Nase rümpft, der empfehle ich, den Salat zuzubereiten und zu kosten.
Die 2/3 Rest des Grating Daeng Fläschchens goss ich in mein Bier, so kann ich es trinken, nicht schlecht🙂

Die Musik heute

Earl Klugh, HandPicked, 2013

Vielleicht funktioniert das Reinhören

25 thoughts on “Von Grating Daeng über Salat zu Papaya

  1. D‘ Gschicht vom Erfolg vom D. Mateschitz fasziniert mi sit Joohrzähnt. I ha ändi 80-er „Grating Daeng“ probiert, ha aber nyt dermit kenne afo.
    D‘ Idee dermit e Salatseseli z‘ mache lychtet mr i und das wird‘ i bestimmt au emol usprobiere. Zämme mit Bier … – hm, do wart‘ i no eglai zue 😉

  2. Erich dopt!! Ich habe es geahnt, jetzt weiß ich es!!😉
    Sollte ich jetzt doch noch zum ersten Mal in meinem Leben „Red Bull“ kaufen? Wenn mich einer sieht…
    Gib doch dem schwächelnden Bäumchen noch ein Fläschchen Grating Daeng!
    Liebe Grüße und schreib weiter so heitere Berichte, ich liebe sie!
    Cheriechen

  3. Das ist ja eine irre Geschichte. Aber warum habe ich immer einen Anflug von Übelkeit, wenn einer meine Söhne Red Bull trinkt. Der Geruch ist für mein Empfinden sehr penetrant.
    Ich glaube, ich probiere es nicht aus.
    Die Musik ist schön, danke für den Link!

    Herzliche Grüße
    Gerd

    1. Schön, dass Dir die Musik gefällt.
      Die Blogger, deren Blogs ich regelmässig besuche, werden für mich zu „Freunden“, wie Kolleginnen oder Mitarbeiter, und die dürfen etwas mehr über mich wissen, wie ich auch gerne persönliches über sie lese. Von Dir weiss ich nun, dass wir über ruhige Gitarrenmusik und Red Bull ähnlich denken.

  4. Haha, Erich! Danke für diesen herzhaften Lacher heute früh! Die Herausforderung nehme ich gerne an😉 Grundsätzlich bin ich ja ein grosser Verachter der Aufnahme flüssiger Energie aus aufgerissenen Aludosen, aber hier darf ich wohl eine Ausnahme machen😉 Leider sind wirklich feine Papayas hierzulande echt schweierig aufzutreiben, bei Mango mache ich meist bessere Erfahrungen. Würde aber sicherlich auch funktionieren?

    Interessanter Artikel übrigens zur Geschichte des Energy Drinks der Energy Drinks! Das meiste davon war mir gänzlich neu! Eine Frage, die sich mir noch aufdrängt: die Gaur, werden die in Thailand auch gegessen und falls ja, wie schmeckt das denn?🙂

    1. Ist Bier keine flüssige Energie? Oder trinkst Du nur Flaschenbier?
      Für „echt feine“ Papayas brauchst Du auch keine Salatsauce, die kannst Du mit ein bisschen Zitrone oder Limone geniessen🙂

      Es leben in Thailand nur noch um 900 Gaur in Nationalparks. Sie gehören auch unter der UN Charta zu den gefährdeten Tierarten, die mildeste der 3 Unterkategorien. Weltweit, d.h vorwiegend in Süd- und Südost-Asien, siehe Karte, leben noch etwa 20’000 Tiere.

  5. Ich schliesse mich Marco an. Interessante Geschichte des Grating Daeng, so lernt man immer wieder Neues…

    Papaya mag ich gar nicht, aber neue Dressings ausprobieren – das liebe ich! Meinst du das passt auch für alltägliche Salate? Naja, ich werde es auf jeden Fall einmal ausprobieren

    1. Wenn Du Papaya nicht magst, empfehle ich den Salat, total anders, total hammer, so kannst auch Du Papaya essen, mit oder ohne GD. Die Sauce kannst Du sicher für normalen Blattsalat anwenden, daran dachte ich auch bereits.

  6. Red Bull ist viel zu teuer! Aber danke für diese interessante Geschichte. Energy Drinks gibt es zum Glück zu einem Bruchteil des Preises. Und meist trinken wir sowieso Tee.

      1. Nein, lieber Zauberer, wir haben kein Tatami-Zimmer. Wir sind viel zu deutsch für solche Sachen. Und so sehen auch unsere Möbel aus. Grüner Tee ist nie fermentiert. Das solltest du eigentlich wissen😉

      2. Sorry, das mit dem grümem Tee weiss ja jede, also kann es nicht von Unwissenheit kommen. Es war nun halt redundant, gedoppelt, weil ich an beides dachte, unfermentiert oder grün. Ich bitte Frau Dr. um Nachsicht.

  7. Wunderbar, wie immer!🙂
    Ich habe noch niemals Red Bull getrunken, der Geruch ist einfach zu abstoßend. Dein Dressing-Idee hingegen klingt sehr interessant. Doch was mache ich mit dem Rest in der Dose?? Gute Papayas gibt es hier, das wäre kein Problem. Hm. Mal sehen.
    Liebe Grüße,
    Eva

    1. Gib sie an herrn H. weiter, er kann sie ins Bier schütten, oder mache inen grossen Salat, 1/3 Fläschchen war für mich allein. Vielleicht sind Red Bull Dosen sogar mehr als 150 ml🙂

  8. Aufputschmittel in diesem Blog? Wo bin ich da hingeraten?😉
    Sind wenigstens die Soleier was geworden und hast du das mit dem Salz noch rechtzeitig gelesen? (ich hätte es dir ja noch schnell gemailt, aber leider fand ich auf deinem Blog keine E-Mail-Adresse)

    1. Haha, es war zu spät, vielleicht warst Du früh genug, aber ich nicht mit Nachsehen, denn ich schrieb mir die Zutaten beim Lesen auf einen Zettel. Aber es waren interessante Eier, nicht zum Nachmachen allerdings.

  9. Papaya-Salat mit Chili hört sich sehr gut an. Chili geht bei mir sowieso immer. Red Bull dafür nicht – alleine vom Geruch wird mir übel. *brrrr* Die Musik passt übrigens wunderbar zu einem gemütlichen Abend mit einem Glas Wein!🙂
    Liebe Grüsse
    Charlotte

    1. Mir auch beinahe, aber ich gehe mit der Nase nicht an die Flasche, und trinken tu ich es nur statt wegwerfen, kaschiert mit Bier.
      Schön, dass Du die Musik anghört hast und sie Dir zusagt.

  10. Das Grating Daeng in Asien schmeckt halt viel anders als das in Europa. Ich bin mir sicher dass es da verschiedene Rezptueren gibt. An den Salat werde ich es sicher nicht tun. In Vodka mischen, schon eher🙂, wenn es denn sein muss. Ein Kaffee ist mir lieber und haelt mich auch wach.
    PS: Wenn Du Probleme mit den Kommentaren hast, versuch mal ein VPN, das hat mir immer geholfen.

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