Mango Jam, Chiang Mai Apple und anderes

Dieses goldene Laub gab dem Baum einen seiner Namen, Gold Leaf Tree.

Der vor dem Hauseingang stehende Baum trägt etwa tennisballgrosse dunkelviolette Kugeln, keine Äpfel. Meow mag die Früchte nicht, vermutlich, weil sie sie noch nie gekostet hat. Im Vorjahr fielen die Kugeln zu Boden, platzten auf und waren bereits überreif und schleimig. Dieses Jahr fragten die unser Haus bauenden Arbeiter, ob sie die Früchte pflücken dürften, was Meow natürlich bejahte, die sind halt von den Bergen und aus Myanmar, essen alles.

So wunderbar wie die Frucht innen aussieht, so schmeckt sie auch, fantastisch süss und aromatisch. Ein junger Arbeiter stieg auf den Baum, pflückte die Kugeln und ein anderer fing sie mit unserem Feumer auf. Für die Nichtfischer, der Feumer ist ein Fischnetz am Stiel. Die Kois haben wir übrigens nicht mehr und den Koi-Teich werden wir auffüllen.

Für uns ist es ein Chiang Mai Apple Tree, so wurde es uns gesagt, und wir bleiben dabei, denn das Laub sieht nur von unten golden aus, die Vorderseite und die Erscheinung des Baumes sind grün.

Mit einem Löffel auslöffeln ist die beste Methode, jedenfalls für mich. Nächstes Jahr muss ich sehen, wie ich die Äpfel vom Baum kriege. Wir hatten in der Schweiz einen Apfelpflücker, eine lange Stange mit 2 Lederohren vorne, die via einer Drahtverbindung mit einem Pistolengriff geschlossen werden konnten, oder so in etwa. Ein Stück hochsteigen muss ich ohnehin, da die Kugeln weit oben hängen.

Ach ja, noch zum Baum. Ich fand ihn im Internet nur über Bilder mit violett, Kugel, Baum und so, da unter Chiang Mai Apple nichts brauchbares kam. Der wissenschaftliche Name ist Chrysophyllum cainito, gebräuchliche Namen sind Star Apple, Golden Leaf Tree, Abiaba, Pomme Du Lait, Estrella, Milk Fruit, Aguay, Jamaica Apple, und jetzt wissen wir auch, wieso wir ihn Chiang Mai Apple nennen, Jamaica mündlich schlecht überliefert, eine in Chiang Mai naheliegende Verwechslung.

Der Baum ist nicht indigen und stammt ursprünglich aus den Grossen Antillen. Heute ist er in tropischen Gebieten, u.a. auch in Südostasien, verbreitet.

Mango Marmelade

Es ist Mango-Saison hier, aber wie berichtet sind praktisch alle unsere Mango dem Hopper zum Opfer gefallen. Aber Mango Confi musste doch gemacht werden. Da es für ein kg Mango nicht reichte, besteht unser Jam aus 655 g reifen Mango (netto ohne Schale und Kern), 106 g aussen schon durnkelbraunen Bananen, 1 roten Apfel und ½ Korean Apple, also 1 kg Früchte, plus 600 g Zucker, 2 Limonen und einer Vanilleschote. Mango und Bananen, ja es waren 2 kleine, in Stücke schneiden, Äpfel raffeln, Limonen (aus dem Garten) in Stücke schneiden und Kerne entfernen. Alles zusammen für 30 Minuten leise köcheln, Vanilleschote und Limonen entfernen, pürieren, nochmals kurz aufkochen, abfüllen, fertig.

Die Mangobäumchen blühten ein zweites mal, nachdem die Hüpfer alles zum Absterben gebracht hatten und ich mit Pestizid hinterher gegangen war. Der grosse Mangobaum blüht nicht mehr, aber die kleinen, jedoch nur in einem Teil der Kronen, und einige Früchte sind jetzt am Wachsen.

Das fand ich so toll, dass ich es mit Euch teilen möchte. Ein Bekannter versendet Witzchen, Bilder, Sprüche an seinen Kreis, und oft sind nebst Blödeleien auch lustige oder sehr schöne Fotos dabei.

Und noch anderes aus Thailand

Honig von Wildbienen

Wilder Honig, vom Busch geholt durch meinen Schwiegervater in Khonkaen. Er kann das, ist auch ein paar Jahre jünger als ich.

Dieser Teil wird auch gegessen, zumindest verzehrt, d.h gekaut, und was rauskommt, sind die Proteine und aus was auch immer Larven so bestehen. Eine kleine Kostprobe genügte mir.

Das ist der leckere Teil, süsser aromatischer Honig fliesst, wenn auch nicht gerade in Strömen. Stücke werden gekaut und der Wachs ausgespuckt, oder man tunkt Klebreis direkt auf der Wabe in den Honig.

Ein Froschen-Baby

Da staunte ich nicht schlecht an einem Lotustopf, ein Froch trägt sein Baby, wie herzig, second thought, how come, die haben Hunderte von Kaulquappen, also muss der Zwerg das Männchen sein, das da bequem auf seiner Gespielin Rücken die Eier befruchtet. Diese beiden sind wohl unecht, denn ich lernte „Bei echten Fröschen und Kröten klammert das Männchen bei der Paarung das Weibchen unter der Achselhöhle …“ aha, das unsrige klammert anders.

Da ich kein napoleonischer Offizier a.D. bin und auch nicht der Schweizer Armee, liess ich die Frösche weiter ihr Ding treiben, und ich werde sie nicht mit Sand füllen.

Die Musik heute

Stan Getz, Body and Soul (Jazz Club), issued 2006

Vielleicht funktioniert das Reinhören

18 thoughts on “Mango Jam, Chiang Mai Apple und anderes

  1. Spannend, was Du uns alles zu berichten weisst. Dachte beim Anblick des ersten Bildes schon, ihr hättet Spätherbst. Honig ja. aber nach dem Schleudern, nicht vorher. Brrrr.

    1. Honing ab Wabe ist kein Problem, er liegt offen da und fliesst raus. Mit dem Messer ist er abnehmbar ohne Verkleckern der Finger. Auch ein Stück Wabe im Mund ist keine besondere Leistung, der Wachs ist geschmacklos. Wie zu Töttchens Kommentar geschrieben wurde Honig in Waben zum Hotelfrühstück gereicht, im Hilton Istanbul notabene.

      Für mich ist hier fast immer gefühlter Herbst, da ich jede Woche Laub reche und jeden Tag sollte. Immer lässt irgend ein Baum seine Blätter fallen.

    1. Mangostane oder engl. Mangosteen ist hier in der Saison überall in Mengen auf dem Markt. Im Bild unten sind Mangosteen. „Unser“ Baum ist rar hier😉

  2. Das ist wieder eine toller Bericht, der uns an Dingen teilhaben lässt, die ich nicht einmal geahnt hätte. Obwohl es Mangos hier überall zu kaufen gibt, ist es für mich immer noch eine fremde Frucht. Ich muss mich doch einmal daran machen, so etwas zu verarbeiten.
    Diesen Wildbienenhonig kenne ich von der türkischen Schwarzmeerküste. Da ist das ein Beruf, den Honig aus schwierigsten Lagen zu ernten.
    Die Fotos dazu – und hier meine ich alle Bilder – unterstreichen das alles noch einmal.
    Meinen herzlichen Dank

    1. Danke. Ich ass auch in der Türkei erstmals Honig ab Wabe, beim Hotelfrühstück, aber die Wabe war in einem Holzrahmen, der Honig von Agrobienen.
      Hier gehen in den Bergen Leute, die wenig oder kein Land haben, auch auf Honigsuche in die Wälder. Sie pressen die Waben aus und füllen den Honig in Schnapsflaschen, bringen ebenso Pilze und Bambussprossen (unsere Riesenspargel) auf den Markt und leider auch wilde Orchideen.

  3. Ein toller Bericht mit klasse Fotos! Danke für den interessanten Wochenstart, Erich! Die Chiang Mai Apple Tree Früchte sehen rein optisch wirklich grandios aus! Erstaunlich was die Natur für Farben produziert. Einfach wunderschön! Ich würde nur zu gerne ein Stückchen probieren. Honig direkt aus den Waben mag ich genau so gerne! Aber auf die Gratisproteinportion hätte ich wohl auch verzichten können😉

    1. Danke für die Blumen.
      Ja ja, verstehe, aber mein limbischer Typus ist Abenteurer, d.h. ich bin neugierig und möchte alles wissen, kennenlernen, erfahren, also biss ich zu. Jetzt kenne ich es und brauche es nicht mehr. Verpasst hast Du nichts, ausser die Überwindung einer Hürde.

  4. Gebannt gelesen, wieder viel gelernt.🙂 Wobei ich eine Merkschwäche von botanischen Namen habe. Die Mango-Marmelade klingt köstlich! Und den Honig esse ich auch lieber nach dem Schleudern.😉
    Liebe Grüße,
    Eva

    1. Gebannt? Haha, aber danke, ich würde gerne über spannendere Dinge schreiben. Das wegen der botanischen Namen ist kein Problem, man kann den Chiang Mai Apple eh nicht kaufen.

      Bezgl. Honig ab Wabe verweise ich auf Kommentare. Es ist speziell, anders als Honig aus dem Glas auf das Brot zu streichen, ein Naturerlebnis.

  5. Honig aus der Wabe habe ich glaube ich nur in den Ferien als Kind in Griechenland gegessen, allerdings nicht von Wildbienen sondern von den Bienen der Verwandten meiner Freundin, mit der ich da unterwegs war.
    Mangomarmelade… irgendwie dachte ich immer, dass Mango und Ananas sich nicht/nicht gut zu Marmelade verarbeiten lassen. Sieht sehr gut aus (wenn man nur die Banane wegliesse).

    1. Das geht wohl, sehr gut sogar. Allerdings war meine etwas auf der nicht so jelligen Seite wie die im Handel, bei weitem nicht so dünnflüssig wie Kirschenmarmelade, Konsistenz dicker als Apfelmus. Ich mag die festen ab Fabrik nicht so, ausser Hero und Fragata, die gehen durch.

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