Gedämpfter Granatapfel-Fisch mit Erdnuss-Sauce Plaa Tabtim

Plaa Tabtim Neung Tao Tschiao heisst das Gericht auf Thailändisch, Plaa = Fisch, Tabtim = Granatapfel, Neung = dämpfen, Dtao Chiao = Thai Erdnuss Sauce. Der Plaa Tabtim, ein gefälliger, farblich der Rotbarbe oder dem Red Snapper ähnelnder Zuchtfisch, ist einer der beliebtesten Süsswasserfische Thailands. Mehr über den Fisch später.

Die Beilage vorbereiten wie folgt:
– 3 Zweige grossblättriger Koriander, gehackt
– Ingwer, dicker Daumen, in 4-5 cm lange Streifen geschnitten
– 5 Frühlingszwiebeln, in 4-5 cm geschnitten
– 5 Zehen Knoblauch, grosse, geschnitten
– 3-5 dünne rote Chili, längs geschnitten (orig. 1 fingerlanger Chili, nicht so scharf, fein schräg geschnitten)
-3 EL Thai Erdnuss-Sauce (Dtao Chiao)
– 2 EL Thai Austern Sauce
– 1-2 TL weisser Pfeffer, gemahlen
– 2 TL Zucker
– 3 TL Sesamöl
Obiges zusammen geben und in einer Schüssel mischen.
Miao gab noch Pilze zu, gehört nicht zum Rezept, aber schmeckt gut.

Den Fisch ganz oder in Stücken in den Dampfeinsatz geben und dämpfen. Nach 10 Minuten die Mischung über den Fisch oder die Fischstücke geben und 5 Minuten weiter dämpfen. Fertig.

So etwa essen wir dies als leichten Lunch. Im Teller steamed rice, rechts eine Portion Fisch mit Beilage, das kleine Schälchen mit Nam Prik (Dip aus gegrillten zerstampften Chili), dazu etwas Trauben und Wassermelone. Ich esse die Früchte gerne zusammen mit dem Reis, Miao lieber als Nachtisch.

Der auch Red Tilapia oder Pink Ruby genannte Oreochromis niloticus Hybrid ist ein in Thailand entwickelter Buntbarsch. Die Nile Tilapias sind heimisch von Aegypten bis Ost- und Zentralafrika. Der Tabtim stammt von Fischen, die der damalige japanische Kronprinz Akihito 1965 HRH König Bumiphol geschenkt hatte. Der König hielt die Fische im Palast und gab den Namen Plaa Nin (eigentlich Nil, darüber aber ein anderes mal), bedeutend Dunkler Saphir. Der Plaa Nin wurde später über das Fischerei Departement zur Zucht an die Aquakultur-Farmer übergeben. Im Gegensatz zum Tabtim ist er grauschwarz. 1989 übergab der Hof dem Agro-Konglomerat CP (Charoen Pokbhand) die Weiterzucht mit dem Ziel besserer Ausbeute bei höherem Nährwert. Nach 10-jähriger Entwicklung durch Kreuzung und Selektion entstand der heutige Tabtim mit seiner rötlichen Haut.

Das sind Plaa Nin, Nil-Fische, die wir letztes Jahr aus dem Fischteich von Miaos Vater fingen. Diese sind sicher weniger bedenklich zu konsumieren als die Fische im Handel, die ausschliesslich aus gewerblichen Zuchten stammen, wo Tausende Fische eng zusammengepfercht vermutlich unter Einsatz von Hormonen und Antibiotika gemästet werden. Sogar ein Farang schrieb in einem Forum, er gebe seinen Fischen regelmässig “medicine“, alles sei bestens.

In diesem Fischteich, am Waldrand gelegen, wird nur etwa wöchentlich ein bisschen Futter reingeschmissen, sonst Bananenblätter und anderes Grünzeug, welches vermodert und Nährstoffe in den Teich bringt.

Ich schrieb meine Eindrücke damals auf, siehe unten.

Und noch anderes aus Thailand

Die Fischteiche

Zwei handbemalte Tafeln sind an Kokospalmen genagelt, „Privat, Fischen verboten“, aber sie genügen vermutlich nicht, sind eher eine Einladung an Strolche. Von diesen wird jedoch angenommen, Arbeit sei nicht so ihre Sache, und deshalb schwimmen im Teich, über die gesamte Teichoberfläche verteilt, Bambusstauden mit sperrigen Ästen, die Netzfischen verunmöglichen.

Der Teich ist im Juni fast leer, füllt sich aber während der Regenzeit bis zum oberen Rand. Bei diesem Wasserstand wird gefischt ohne Schwimmen, klar.

Vor dem Fischen heisst es schwimmen, die bis 5 Meter langen Stauden aus dem Teich zerren und mühevoll an die steile Böschung werfen. Das Netz wird im Zickzack durch das Wasser gespannt, mit Stangen wird auf das Wasser geschlagen in der Erwartung, die Fische würden ins Netz schwimmen, was einige wie gesehen auch tun, wobei die kleineren durchschwimmen und die grösseren sich darin verfangen. Einen Tüllbeutel in der einen Hand, oft, wenn beide Hände gebraucht werden, auch im Mund haltend, befreit der Fischer die im Netz verhedderten Fische und verstaut sie im Tüllbeutel.

Nach dem Einziehen des Netzes geht es auf zur Garneelenjagd. Ein Schleppnetz von etwa 2 auf 4 Metern, befestigt an Bambusstangen, wird von zwei Schwimmern durch den Teich gezogen. Darin bleiben hunderte von kleinen Shrimps hängen, wie auch ein Dutzend oder mehr kleine Fische. Letztere, sofern grösser als etwa 3 cm, werden herausgeklaubt und wieder eingesetzt. Die Shrimps und die Fischchen, zwischen 1 – 4 cm klein, werden zu äusserst schmackhaften Gerichten zubereitet.

Vor dem Weggehen werden die Bambusstauden wieder im Teich verteilt, in der Hoffnung, faule Diebe suchten deswegen einen anderen Teich für ihren Fischzug. Trotz dieser Massnahme war der eine der beiden Teiche annähernd ausgefischt. Jeder im Dorf weiss, wem welcher Teich gehört, und es wäre interessant zu wissen, wer wo gewildert hat.

Hier zum Abschluss unser neu angelegter Teich, 20 Minuten von zuhause, beim Einfüllen, noch ohne Fische. Wir liessen das Reisfeld nach der Reisernte auffüllen, und statt das Schüttgut teuer herzukarren, liessen wir den tiefen Weiher ausbaggern.

Die Musik heute

Maria Bethânia, Tua, 2013

Sie ist mittlerweilen eine gesetzte Dame geworden, etwa in meinem Alter, singt aber immer noch sehr gut.

Vielleicht funktioniert das Reinhören

20 thoughts on “Gedämpfter Granatapfel-Fisch mit Erdnuss-Sauce Plaa Tabtim

  1. Danke für diese ausführliche Information!
    Hier an der Küste ist natürlich eher Meerfisch angesagt, was nicht heisst, dass euer leckeres Rezept nicht auch damit zubereitet werden kann.
    Für Garnelen halte ich mich ausschliesslich an einen Marktstand, der nur welche aus dem Meer anbietet, also keine Hormon- und Antibiotikapakete!
    Aber so aus dem Familienteich, das ist natürlich schon eine angenehme Sache, selbst wenn sie mit Arbeit verbunden ist.
    Grüsse aus dem Süden,
    FEL!X

  2. Dieses Rezept und noch viel mehr die schönen Bilder lachen mich extrem an!!! Umso mehr wenn ich daran denke, dass ich gerade eben so ein Kartoffelstock-Fertigtöpfchen nach Grossmutterart von Maggi runtergedrückt habe.😉
    Liebe Grüsse
    Charlotte

    1. … und wenn man dann noch ein bisschen ahnt, was alles drin ist bei Fabrikprodukten! Ein Mitarbeiter von Knorr Thayingen hat erzählt, au weia. Aber er sagte auch, früher sei es gut gewesen, erst seit Unilever sei es bachab gegangen mit den Herstellungsmethoden.

  3. ein sehr schönes, leichtes Fischgericht, das würde ich mir gerne servieren lassen.
    Fisch aus irgendwelcher dubioser Zucht ist abschreckend, wie schön, wenn man aus dem familieneigenen Teich „schöpfen“ kann

    1. Wir kaufen auch auf dem Markt oder bei Makro, mit unbekannter Herkunft. Unsere Fische im eigenen Teich werden kommen. Der Teich von Miaos Vater ist zu weit weg, 9 Std per Auto.

  4. Das Gericht gefällt mir. Aber noch mehr gefällt mir die Geschichte dazu. Die ist so informativ und auch spannend zu lesen, dass ich schon immer auf Deinen nächsten Beitrag warte,
    Gerd

    1. Danke. Mir ist nichts spannendes aufgefallen. Gut, spannend war, dem Netz entlang zu schwimmen (bei mehr Wasser als auf dem Bild), zu sehen, ob überhaupt Fische hängen geblieben sind und die verfangenen Fische aus dem Netz zu lösen und in den Beutel zu verstauen.
      Erich

    1. Danke. Aufgepasst, es ist nicht Erdnuss-Sauce wie an den Satays in Malaysia, es ist eine Thai Sauce aus der Flasche. Aber vielleicht meinst Du diese, nur ist die Satay-Sauce bekannter.

  5. Erst jetzt komme ich wieder zum Lesen. Wunderbar geschrieben und sehr informativ, wie immer!
    Der Tilapia hat auch hier eher einen sehr schlechten Ruf. Hab ihn einmal in „Bio-Qualität“ probiert, fand ihn aber sehr geschmacksarm, vielleicht weil wir hier an der Küste die fetten Seefische so gewöhnt sind (Makrele, Hering etc).
    Liebe Grüße,
    Eva

    1. Der Tabtim hat hier einen guten Ruf, denn die Leute denken nicht an Futterzusätze, schauen nur auf die Qualität des Fisches, und die ist gut, zumindest wo wir ihn kaufen. Pangasius und Tilapia aus Vietnam, wie in Europa verkauft, ist eher fragwürdig, wegen der Produktionsbedingungen (ich habe Pangasius-Farmen in Vietnam gesehen).

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