Litschi Konfi – Lychee Jam

Meine Mango-Marmelade war etwas auf der dünnen Seite, und da kein Gelierzucker zu finden war, musste Gelatine ran. Nach Anleitung seien die 12 Blätter einzeln einzuweichen. Einzeln, eins nach dem anderen oder alle 12 nebeneinander auf einem Backblech? Anyway, es war etwas mühsam, die erste Packung endete kleinenteils im warmen Litschi-Zucker-Sud, grösstenteils jedoch im Ausguss, weil die Blätter bereits so aufgeweicht waren, dass ich sie nicht mehr fassen und schon gar nicht „leicht ausdrücken“ konnte, wie es auf der Packung stand. Beim zweiten Anlauf klappte es besser, nur 2-3 Blätter aufs mal.

Gelatine wolle sowieso niemand in der Konfitüre, schrieb jemand, Agar Agar oder Pektin sei das richtige Mittel. Wieso schreiben aber Leute von veganer Konfitüre? Falls Gelatine ohnehin nichts in Marmelade verloren hat, wären ja alle Marmeladen vegan, oder sehe ich dies falsch, denn Pektin kommt üblicherweise von Pflanzen, zB von Äpfeln, und Algen sind für mich auch keine Tiere. Oder geben manche Schweinsbrät in die Konfi, damit Veganer sie nicht essen können?

Also, ich nahm 1 kg geschälte und entsteinte Litschi (und min. 500 g in den Mund) und 600 g Zucker, kochte die Mischung kurz, um sie dann im Mixer – muss Zauberstab haben – klein zu kriegen, aber immer noch mit klar erkennbaren Fruchtteilen. Weiter gekocht, aber es sah schon da nicht sehr appetitlich aus. Als ich dachte, es reiche nun, kam die Gelatineübung, 12 Blatt Gelita Gelatine aus DE, umrühren, auflösen, nicht mehr kochen, denn so las ich im Internet, abfüllen in 4 Gläser und ein Rest. Optisch nicht akzeptabel, wer will weisse Konfi, und nach dem Abkühlen immer noch etwa so dickflüssig wie Sahne.

Zurück in die Pfanne, 120 g Orangeat dazu, ausdauernd köcheln, abfüllen, aha, 3 Gläser und ein Rest, schöne Optik, nicht mehr eklig weiss. Aus dem Kühlschrank ist das Produkt nicht optimal streichfähig, tendiert eher in Richtung Haribo, mischen mit der etwas dünnen Mango Konfi hilft, auch Zugabe von etwas Wasser, perfekt.

Die Foodblogger merkten es längst: Hier schreibt einer von seinem Dilettieren. In der Schweiz, mit Gelierzucker, war es einfach. Hier werde ich es nächstes mal mit Pektin versuchen, muss nur welches finden, die Hoffnung ruht auf dem Bakermart.

Ratschläge für erfolgreiches Basteln von Konfitüren werden dankbar entgegen genommen.

Und noch anderes aus Thailand

Kleidermarkt

Ich war schon an einigen Orten auf dieser Welt und bin beinahe im Rentenalter, aber nie vorher sah ich so etwas. Dieser Markt für gebrauchte Kleider ist nicht neben einem Flüchtlingslager entlang der burmesischen Grenze, er ist in Chiang Mai, einer Stadt mit Agglomeration von über 1 Million Einwohnern. Gerne hätte ich die Schuhe ausgezogen und in den Koben nach einer Trouvaille gewühlt, aber Miao meinte, es mache sich nicht gut für mich als anständig aussehendem Farang (vergammelte gibt es hier auch).

Kaa – Galangal – Galgant

Wie hier ab und an geschrieben, essen wir (fast) alles, auch diese Blüten.

Miao dämpft sie kurz im Steamer, gegessen werden sie als Gemüse-Beilage.

Sie schmecken ähnlich wie die Knolle, weniger intensiv, interessant.

Einer der 3 Galgantbüsche in unserem Garten, Galgant (dtsch.), Galangal (engl.), Kaa (thail.), ähnlich dem Ingwer.

Die Knollenwurzeln sind das Hauptprodukt, eingesetzt als Würzmittel, gestampft, gerieben, kleingeschnitten, je nachdem.

Militär-Putsch

Ausserhalb Bangkoks ist es ruhig, auch im Norden und Nordosten des Landes mit vielen Anhängern der Partei der entmachteten gewählten Regierung unter Frau Yingluck Shinawatra, die vom früher abgesetzten und verurteilten Premier Thaksin aus dem Ausland ferngesteuert wird. Das sage nicht ich, es wird von der Partei offiziell so kommuniziert “The Pheu Thai Party opted for quiet mode on Friday, waiting for directions from former prime minister Thaksin Shinawatra, a party source said.” Ähnlich wie die SVP und Blocher, nur ist Blocher nur abgewählt, nicht im Exil und nicht verurteilt.

Auch hier in Chiang Mai sehen wir kaum Militär, ab und an 2 Soldaten an der Strasse, das Leben geht normal weiter, ausser dass McDonalds, 7-Eleven, Lotus-Express, etc., um 21 Uhr dicht machen, statt rund um die Uhr offen zu halten. Ja, auch die Barhopper und andere Nachtschwärmer müssen um 22 Uhr von der Strasse, also bis morgens um 5 labern und trinken oder früh nach hause. Thai TV kommt wieder normal, ausländische sind vorerst noch gesperrt.

Für erholungssuchende und an Land und Leuten interessierte Touristen gibt es keine negativen Folgen, da sie ohnehin um 22 Uhr im Gasthaus sind. Die Sperrstunde gilt beispielsweise nicht für Fahrten vom und zum Flughafen, dessen Betrieb normal weiter geht. Jetzt scheint mir die beste Zeit, im Reisebüro eine Pauschalreise Flug und Hotel für Thailand zu buchen, die Nachfrage hat sicher massiv nachgelassen, und die Flüge sind bereits gechartert, die Zimmer gebucht.

Kochen für Emma

Zum Abschluss nochmals Food: Steamen für Töchterchen Emma,
8 Monate.

Im Garten, fotografiert vor der schattigen Hauswand.

Die Musik heute

Miles Davis Quartet, Cookin’, 1956

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Tortilla Rucola – Gourmandises – Lychee

Es ist keine Tortilla Española, aber Eierstich, wie ich das nenne, ist auch unpassend. Toettchen nannte es Pudding, bei ihm mit Spinat. Ich folgte Toettchens Rezept weitgehend, Abweichungen:
– 300g Grossblättrige Rucola statt Spinat, sagt der Titel bereits
– 60 g trockene Brotwürfel mit Rinde + 90 g Milch, Rahm wie T.
– Schnittknoblauch statt Peterli (hatte keine Peterli, mag Knoblauch)
– 50 g Parmigiano statt Sbrinz
– 3 statt 2 Eier (ich brauche Kraft)
– schwarzer Pfeffer (Kolonialwaren Schwarzenbach ist zu weit)
– ohne Umhüllung (grossblättrige Rucola hat kleine Blätter)

300 g Rucola gibt einen rechten Haufen, grauer Fett-Topf meiner Grossmutter in der einen Ecke, in der anderen das Einmach-Glas mit dem fermentierten Fisch (Pla Raa).

So ass ich das, als leichten Lunch, mit Jasmin-Reis und Muh Daet Diau, Schwein allein im Sonnenschein. Der Rest des Kuchens ergab aufgewärmt im Microwave einige gute Bissen zwischendurch. Danke für das Rezept, Gerd, es animiert mich zu Versuchen mit diversen Thai Gemüsen und Fleisch/Gemüse Kombinationen.

Zum Grossblättrigen Rucola: Ich säte ein ganzes Beet an, und es hiess auf der Tüte „Ausdünnen auf 4-5 cm“, was ich aber nie musste, denn es keimte fast nichts, wie erwartet, denn diverse Samen, die ich aus der Schweiz mitgebracht hatte, keimten sehr wenig oder gar nicht, auch kurz nach dem Kauf und vor Ablauf, vermutlich wegen der Durchstrahlung des aufgegebenen Koffers.

Es reichte aber vorher zu Rucola Pesto, mit gehackten Cashew Nuts statt Pinienkernen, super gut zu Pasta, heute statt Mango Jam als Zugabe zu Joghurt, schmeckte mit etwas Salz ausgezeichnet zum Vor-Frühstück.

Und noch anderes aus Thailand

Gourmandises Indochinoises

Wikipedia: La gourmandise est un désir d’aliments jugés particulièrement agréables, que certains moralistes et certaines doctrines religieuses peuvent considérer comme un défaut ou une faute.

Das isst man hier, ich auch, man kann sich daran gewöhnen.

Er sieht recht nahrhaft aus, der gebratene Käfer. Feinfühlige klauben den Kopf und die Beine ab, bevor sie die Gourmandise genüsslich in den Mund schieben.

Die “richtigen” Frösche heissen Gop hier, dies sind Kiat, Laubfrösche vielleicht, zu Miaos Eltern gebracht durch einen Nachbarn, der sie in der Nacht mit der Taschenlampe gefangen hatte.

Fein gehackt, ohne vorheriges Ausnehmen notabene, und wie Hackfleisch gut angebraten, konnte ich sie relativ problemlos essen – was tut man nicht alles der Liebe zuliebe. Als sie grob zerhackt und als Gaeng Ohm (Curry, Stew) serviert wurden, zog ich es vor, mich unauffällig anderer Gerichte zu bedienen. Aber chic sehen sie aus, ungekocht, oder noch schöner lebend.

Besuch im Isaan

Mahlzeit mit Miaos Eltern. Meist wird am Boden sitzend gegessen, und bei Klebreis als Beilage, wie hier, isst man und frau mit den Fingern, flüssige Speisen werden mit dem Löffel genommen oder mit Klebreis getunkt, breiige mit Klebreis aufgefasst wie ein Dip.

In der Mitte eine klare Suppe mit Gemüse, u.a. mit Rettich und Brätklösschen, rechts Nam Prik (Dip mit getrockneten Chili), im Uhrzeigersinn rohe Auberginen (Maköa Puang), BBQ-Drumsticks und am Spiesschen gegrillte Hühnerleber, ein letztes Stück gelber Kürbis, die Schale mit den Käfern, Dip mit gestossenen angegrillten Auberginen (Tab Maköa Yao), Maiskolben, Gaeng Kilek, blanchierte Auberginen (grössere Maköa Pro und kleinere Maköa Puang).

Interessant ist Paak Kilek, das Gemüse des Curries zuoberst auf dem Kantok (Tischchen). Das „Gemüse“ kommt von einem Baum oder Strauch. Wer auf dem Land wohnt, hat es selbst am Zaun oder frägt den Nachbarn.

Etwas unterhalb der zweitobersten Verzweigung wird geschnitten und alles verwendet. Der bis 12 m hoch wachsende Strauch/Baum heisst auch Cassod Tree oder Iron Wood, Bombay black-wood, u.v.a.m., hier ist mehr Information.

Lychee (Litschi) im Garten

Erntezeit. Der Baum trägt das erste mal seit wir hier wohnen.

So sahen die Früchte vor einigen Wochen aus ….

…. und so gestern. Eigentlich sollten sie etwas röter sein, aber da wir nun ab und an Regen haben, tendieren sie zum Aufspringen, so dass ich sie jetzt laufend ernte. Sie sind jedoch auch so schon sehr gut, noch nicht zu süss.

Auf der etwas labil gestellten Bockleiter dachte ich beim Ablesen an die regelmässigen Meldungen in der Zeitung von Grossvätern, die beim Kirschenpflücken von den Leitern fielen, und ich dachte an die unkorrekte Meldung in Blick oder 20 Minuten „Rentner in Thailand beim Pflücken von Lychee verunfallt“, wo ich doch noch gar keine Rente erhalte.

Genug für heute. Da ich sehr beschäftigt bin mit allem möglichen, wie es Leuten im sog. Ruhestand – Robert und Gerd kennen das gut, nehme ich an (!) – so geht, bei mir die die junge Frau, kleine Tochter, der Hausbau, komme ich kaum zum Bloggen, also schreib ich weniger oft, aber dann halt mehr. Im letzten Bild ist die Bauabschrankung und oben rechts durch das Laub das Dach des neuen Hauses zu sehen. Über den Hausbau hier könnte ich auch berichten. Okay, wenn gerade nichts anderes ansteht und ich Musse habe.

Die Musik heute

The Civil Wars, Live at Eddie’s Attic, 2014

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Mango Jam, Chiang Mai Apple und anderes

Dieses goldene Laub gab dem Baum einen seiner Namen, Gold Leaf Tree.

Der vor dem Hauseingang stehende Baum trägt etwa tennisballgrosse dunkelviolette Kugeln, keine Äpfel. Meow mag die Früchte nicht, vermutlich, weil sie sie noch nie gekostet hat. Im Vorjahr fielen die Kugeln zu Boden, platzten auf und waren bereits überreif und schleimig. Dieses Jahr fragten die unser Haus bauenden Arbeiter, ob sie die Früchte pflücken dürften, was Meow natürlich bejahte, die sind halt von den Bergen und aus Myanmar, essen alles.

So wunderbar wie die Frucht innen aussieht, so schmeckt sie auch, fantastisch süss und aromatisch. Ein junger Arbeiter stieg auf den Baum, pflückte die Kugeln und ein anderer fing sie mit unserem Feumer auf. Für die Nichtfischer, der Feumer ist ein Fischnetz am Stiel. Die Kois haben wir übrigens nicht mehr und den Koi-Teich werden wir auffüllen.

Für uns ist es ein Chiang Mai Apple Tree, so wurde es uns gesagt, und wir bleiben dabei, denn das Laub sieht nur von unten golden aus, die Vorderseite und die Erscheinung des Baumes sind grün.

Mit einem Löffel auslöffeln ist die beste Methode, jedenfalls für mich. Nächstes Jahr muss ich sehen, wie ich die Äpfel vom Baum kriege. Wir hatten in der Schweiz einen Apfelpflücker, eine lange Stange mit 2 Lederohren vorne, die via einer Drahtverbindung mit einem Pistolengriff geschlossen werden konnten, oder so in etwa. Ein Stück hochsteigen muss ich ohnehin, da die Kugeln weit oben hängen.

Ach ja, noch zum Baum. Ich fand ihn im Internet nur über Bilder mit violett, Kugel, Baum und so, da unter Chiang Mai Apple nichts brauchbares kam. Der wissenschaftliche Name ist Chrysophyllum cainito, gebräuchliche Namen sind Star Apple, Golden Leaf Tree, Abiaba, Pomme Du Lait, Estrella, Milk Fruit, Aguay, Jamaica Apple, und jetzt wissen wir auch, wieso wir ihn Chiang Mai Apple nennen, Jamaica mündlich schlecht überliefert, eine in Chiang Mai naheliegende Verwechslung.

Der Baum ist nicht indigen und stammt ursprünglich aus den Grossen Antillen. Heute ist er in tropischen Gebieten, u.a. auch in Südostasien, verbreitet.

Mango Marmelade

Es ist Mango-Saison hier, aber wie berichtet sind praktisch alle unsere Mango dem Hopper zum Opfer gefallen. Aber Mango Confi musste doch gemacht werden. Da es für ein kg Mango nicht reichte, besteht unser Jam aus 655 g reifen Mango (netto ohne Schale und Kern), 106 g aussen schon durnkelbraunen Bananen, 1 roten Apfel und ½ Korean Apple, also 1 kg Früchte, plus 600 g Zucker, 2 Limonen und einer Vanilleschote. Mango und Bananen, ja es waren 2 kleine, in Stücke schneiden, Äpfel raffeln, Limonen (aus dem Garten) in Stücke schneiden und Kerne entfernen. Alles zusammen für 30 Minuten leise köcheln, Vanilleschote und Limonen entfernen, pürieren, nochmals kurz aufkochen, abfüllen, fertig.

Die Mangobäumchen blühten ein zweites mal, nachdem die Hüpfer alles zum Absterben gebracht hatten und ich mit Pestizid hinterher gegangen war. Der grosse Mangobaum blüht nicht mehr, aber die kleinen, jedoch nur in einem Teil der Kronen, und einige Früchte sind jetzt am Wachsen.

Das fand ich so toll, dass ich es mit Euch teilen möchte. Ein Bekannter versendet Witzchen, Bilder, Sprüche an seinen Kreis, und oft sind nebst Blödeleien auch lustige oder sehr schöne Fotos dabei.

Und noch anderes aus Thailand

Honig von Wildbienen

Wilder Honig, vom Busch geholt durch meinen Schwiegervater in Khonkaen. Er kann das, ist auch ein paar Jahre jünger als ich.

Dieser Teil wird auch gegessen, zumindest verzehrt, d.h gekaut, und was rauskommt, sind die Proteine und aus was auch immer Larven so bestehen. Eine kleine Kostprobe genügte mir.

Das ist der leckere Teil, süsser aromatischer Honig fliesst, wenn auch nicht gerade in Strömen. Stücke werden gekaut und der Wachs ausgespuckt, oder man tunkt Klebreis direkt auf der Wabe in den Honig.

Ein Froschen-Baby

Da staunte ich nicht schlecht an einem Lotustopf, ein Froch trägt sein Baby, wie herzig, second thought, how come, die haben Hunderte von Kaulquappen, also muss der Zwerg das Männchen sein, das da bequem auf seiner Gespielin Rücken die Eier befruchtet. Diese beiden sind wohl unecht, denn ich lernte „Bei echten Fröschen und Kröten klammert das Männchen bei der Paarung das Weibchen unter der Achselhöhle …“ aha, das unsrige klammert anders.

Da ich kein napoleonischer Offizier a.D. bin und auch nicht der Schweizer Armee, liess ich die Frösche weiter ihr Ding treiben, und ich werde sie nicht mit Sand füllen.

Die Musik heute

Stan Getz, Body and Soul (Jazz Club), issued 2006

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Von Grating Daeng über Salat zu Papaya

Grating Daeng. Wer es nicht kennt, sieht vielleicht die Ähnlichkeit zwischen den roten Stieren hier auf den Fläschchen und dem Markenzeichen von Red Bull, die roten Stiere sind die selben, samt der Sonne. Es ist auch die gleiche Rezeptur, entwickelt von Chaliao Yuwitthaya, einem aus einfachen Verhältnissen stammenden Thai, der 1976 mit seiner kleinen Pharma-Firma den Energy Drink unter dem Namen „Grating Daeng“ auf den Markt brachte. Red Bull kennt jeder Leser, und Grating Daeng ist die Mutter aller Red Bull. Der vormalige ewige Student Dieter Mateschitz, Oesterreicher mit kroatischen Wurzeln, der erst nach 10 Jahren seinen Abschluss in Welthandel gemacht hatte, sah auf einem Businesstrip für die Zahnpaste Blendax in Thailand Grating Daeng, trank es und befand es vermarktbar, gründete 1987 mit Khun Chaliao die Firma Red Bull für alle Gebiete ausserhalb Thailands, mit je 49% Anteil und 2% von Chaliaos Sohn, und machte sich und seinen Thai Partner zu Multimilliardären, nicht in Baht, in Euro. Muss man, um steinreich zu werden, der Uni so wenig Interesse entgegenbringen, dass man entweder 10 Jahre braucht oder das Studium frühzeitig abbricht wie Bill Gates, Steve Jobs, Gabe Newell, Mark Zuckerberg?

Ein Grating ist nicht ein männliches Hausrind, also kein Stier oder Bull der domestizierten Rinder, sondern der thailändische Name für die wildlebenden Gaur (bos gaurus) oder Indian Bison, die auch in Thailand noch wild vorkommen, allerdings nicht mehr in grosser Anzahl. Der Gaur-Bulle ist mit Schulterhöhe bis 220 cm das grösste Tier der Unterfamilie (Tribus) bovini und damit auch grösser als der amerikanische Bison.

Papaya Salad GD – fusion cuisine

Jetzt kommen wir doch noch zum Food.

Papaya, thailändisch Malako, ist mir etwas fade, auch nicht allzu süss. Neben dem Spültrog lag ein Büschel Frühlingszwiebeln, aha, genau, ich mach mir einen Salat, statt die Papaya-Stückchen nature zu essen.

Die Menge auf dem Bild oben ist gut für eine Person, also:
1/4 einer kleinen Papaya
Olivenöl, Kräuteressig
eine Prise Salz
Frühlingszwiebeln
1 Peperoncino/Person (fingerlange roter Chilischote), Samen entfernt
schwarzer Pfeffer
1/3 Fläschchen, d.h. 50ml Grating Daeng

Die Sauce, ok, das Dressing, sollte auf der sauren Seite sein. Das war es auch, doch irgendwie hatte es nicht den Pfiff, den ich mir wünschte. Soll etwas Zucker rein? Heureka: Grating Daeng, das könnte es bringen. Und wie! Ein Salat für Marco ist es geworden, ihm traue ich das Nachmachen zu. Ohne Spass oder Witz, der Salat ist speziell, nicht „speziell“ im Sinne einer höflichen negativen Kritik, wie „der Wein ist interessant“, sondern wirklich speziell. Für meinen Geschmack ist er hammer, im Vergleich zu Papaya ohne etwas mit dem Gäbelchen lustlos, aber der Gesundheit halber doch, in den Mund zu schieben.

Ihr könnt also getrost Red Bull dazu schütten statt Grating Daeng. Ich mag das Zeug nicht trinken, da es mir zu süss und zu penetrant aromatisch ist, aber im Dressing (!) macht es sich ausgezeichnet. Wir kauften eine Grossistenpackung, 50 Fläschchen, für gelegentliche Aufmunterung der Arbeiter an unserem im Garten im Bau befindlichen Haus. Praktisch, wenn der Neubau so nah ist.

Das Leben von Papaya-Bäumchen

Vom Grating Daeng zu Papaya und nun zu einem unserer Papayabäumchen, das seinem Sterben entgegensehen müsste, so es denken oder spüren könnte, was letzteres ja von ein paar Leuten geglaubt und vertreten wird. Es sind nur noch einige kleine Blätter zuoberst auf dem gegen 4 Meter hohen Stämmchen, aber die letzten Papayas sollten bald noch reif und gepflückt werden können.

Links ist das schlaksige Bäumchen, das uns seit etwa 2 Jahren regelmässig mit Papayas versorgte. Es stand schon hier vor dem Bau des Schuppens und trug bereits Früchte, als es noch kleiner war als das Häuschen. Rechts oben der Wipfel (darf man dies bei diesem Baum sagen?), darunter eine ebenfalls ihrem Ende entgegensehende Papaya Hawaii, und unten neue aufkommende Bäumchen, die noch keine Früchte tragen. An den beiden Betonpfählen wachsen Dragonfruit-Ranken in de Höhe.

Papaya wird auch Melonenbaum genannt, was ich bis vor einer Minute nicht wusste, und soll aus Mexiko stammen. Letzteres wusste ich auch nicht. Anyway, das Internet hilft zur Erweiterung des Horizonts und des Faktenwissens, sagen wir es einmal so. Bei uns in Thailand werden Papayas etwa 2-3 Jahre alt, der Stamm verholzt nicht, auch die Wurzeln sind recht weich und können im Boden zerhackt werden. Papaya kann deshalb kaum als Baum bezeichnet werden, ein Strauch ist es auch nicht, man könnte es als „baumförmiges Kraut“ bezeichnen, ja ein Kraut, wie Melonen und Kürbis.

Nachtrag:
Gestern Nachmittag genoss ich eine Variante des Salätchens mit 2 kleinen roten Chilischotern statt des Peperonicino und zusätzlich einem Solei (gelernt bei Bonjour Alsace), Minzeblättern und etwas kleingehackten Parmigiano untergemischt, herrlich. Lasst der Kreativität freien Lauf. Wer die Nase rümpft, der empfehle ich, den Salat zuzubereiten und zu kosten.
Die 2/3 Rest des Grating Daeng Fläschchens goss ich in mein Bier, so kann ich es trinken, nicht schlecht 🙂

Die Musik heute

Earl Klugh, HandPicked, 2013

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Alte Maa – Restenverwertung auf der Alp

Neulich reichte ich aus naiver Gutmütigkeit oder als Albernheit einen Award mit 11 von mir gestellter Fragen weiter. Zu meiner Freude, das gebe ich zu, beantworteten einige die Fragen. Aus Fairness und in der Meinung oder Hoffnung, damit etwas gutzumachen, beantworte ich die 11 Fragen auch, siehe unten.

Achtung vor der Nahrung, Restenverwertung, Wegwerfen ist Thema einer der Fragen. Deshalb hier eine fast historische Altbrotverwertung, Alte Maa, Alter Mann, Sennenkost aus Appenzell, meine Eltern waren beide aus Urnäsch.

Zutaten für 2 Personen
200 g altes oder gar trockenes Brot in Würfeln
200 g Appenzeller Käse, grob gerieben, bei mir „Parmesan“ aus USA
Milch
Rahm, bei mir Sauerrahm
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Bratbutter, bei mir Olivenöl
Schnittlauch, bei mir Frühlingszwiebeln

Im Rezept aus dem Internet stand „Die Bratbutter erhitzen und die Brotwürfel darin anbraten bis sie goldgelb sind. Hitze reduzieren und den geriebenen Käse auf die Brotwürfel streuen. Die Brotwürfel immer wieder umdrehen. Gleichzeitig etwas Rahm dazugeben, damit die Brotwürfel rundherum mit Käse überzogen sind.“

Da meine Brotwürfel getrocknet und hart waren, legte ich sie in Milch ein, drückte danach die Milch in einem Sieb etwas ab, und briet die milchigen Brotwürfel in etwas Olivenöl an, danach in etwa wie oben.

Das Gericht „fuäred“, füllt, hat Kalorien, aber schmeckte mir super, Erinnerung an die Kindheit, einmal mehr. Der Käse war auch okay, essbar, er schmolz einwandfrei und zog Fäden wie bei Domino Pizza, da er kein richtiger Parmigiano war.

Nun zu meinen Antworten

Liest Du Bücher, ich meine damit Fiction, also Romane, Erzählungen, etc.?
Ja, leider nicht so viele, wie ich gerne lesen würde.

Wenn ja, gedruckte oder eBooks?
Beides. eBooks sind praktisch zum Lesen, wenn die Tochter in meinem Schoss schläft, aber sie sollten günstiger sein, da ja keine direkten Kosten anfallen wie Papier, Druck, Versand, Lager- und Ladenfläche, Ladenpersonal, etc., nur Autorentantiemen, Verlagsgewinne und Händlermarge. Wir haben hier einige Buchläden, die gebrauchte Bücher führen, vorwiegend englische, und die Preise sind tiefer als für eBooks. Ein Buch in den Händen zu halten finde ich schön beim Lesen. Es schmerzte mich, die Hunderte von Büchern aufzugeben beim Räumen des Hauses in der Schweiz.

Nochmals wenn ja zu 1, nenne bitte einen oder mehrere Autoren, die Dir liegen.
Haruki Murakami ist noch mein Lieblingsautor unter den heutigen, aber das wird sich vermutlich ändern, da ich andere kennen lernen werde. Paul Auster mag ich auch sehr. Von den beiden und auch von David Mitchell habe ich fast alles gelesen. Jetzt lese ich erstmals einen Roman von Philip Roth, The Human Stain, ein älterer Herr mit einer halb so alten Geliebten, was ich nicht wusste, aber es passt, meine Frau ist 28 Jahre jünger als ich. Vor 20 Jahren war John Irving mein Lieblingsautor, er ist mir verleidet. Als Sekundarschüler frass ich Bücher, wie meine Mutter zu sagen pflegte, vorwiegend Abenteuer in fremden Ländern, Edgar Wallace und andere Krimis aus der Dorfbibliothek, Jerry Cotton Heftchen, alles, und ein Dutzend oder so 007 Stories von Ian Fleming, hier nur erwähnt, weil ich mich gerade schmunzelnd daran erinnere.

Dazwischen geschoben zu James Bond und seiner dritten Brustwarze: Jahrelang glaubte ich mich zu erinnern, wie eine japanische Bettgefährtin, halbnackt seine Heldenbrust betastend, James Bond erklärt hatte, seine dritte Brustwarze sei ein Zeichen von grossem Glück im Leben, bis ich vor Kurzem im Internet herausfand, dass nicht er drei hatte, sondern der Bösewicht Scaramanga. So habe ich leider nichts mehr gemeinsam mit 007, das Glück im Leben aber doch.

Später las ich alles, was man als junger Mensch damals so las, von A wie Andersch bis Z wie Zweig. Von den deutschsprachigen Autoren mag ich Robert Walser wegen seiner Sprache sehr, und Franz Kafka wegen den Gedanken und seiner ganz anderen Sprache. Von Max Frisch las ich Stiller und Homo Faber mehrmals. Kürzlich las ich im Kindle Gottfried Keller, Nietzsche, viele Erzählungen von Chekov und Balzac, gratis von gutenberg.com, wo viele länger als 80 Jahre verstorbene Autoren gratis zu haben sind. Der vielleicht beste Roman, oder der mich am meisten beeindruckt hat, ist Crime and Punishment von Dostoevsky. Ja, und Zafons ‚Der Schatten des Windes‘ und Xavier Marias ‚Herz so weiss‘ gefielen mir auch sehr gut, ist aber eine Zeit her, und ich weiss nicht, ob sie mir heute noch gefallen würden. Und dann waren da noch …

Hast Du ein Abo für eine Zeitung in Papierform, liest Du über Zeitgeschehen im Internet?
Nein, ich lese News nur im Internet. Meine letzte war die NZZ am Sonntag.

Berührt es Dich, wenn Du Lebensmittel wegwerfen musst?
Sind Dir Nahrungsmittel irgendwie „heilig“, d.h. sollte was auf dem Teller ist aufgegessen werden, sollte was im Kühlschrank ist zubereitet und verzehrt werden, bevor es vergammelt?

Ja, irgendwie schon, es schmerzt mich, wenn ich etwas wegwerfen muss. Ich bin so erzogen worden, vielleicht aus religiösen Gründen, reformiert, vor jedem Essen dankten wir Gott für das tägliche Brot, Nahrung wurde als von Gott gegeben betrachtet. Ich googelte ein bisschen und fand folgendes statement “ Food is a sacrament because all food comes from sacrifice. No matter where you are on the vegan to omnivore spectrum, all food is made of formerly living things.“ Hat was. Oder vielleicht ist es, weil beide Eltern als Kinder den 1. Weltkrieg miterlebten, der Vater erwähnte Räben (alemannisch für Herbstrüben) zum Zmorge, Zmittag und Zobed, immer nur Räben. Er ass keine mehr.

Gibt es einen Blog den Du besonders gern besuchst? Falls ja, welchen und wieso?
Es gibt einige, zu viele, die ich mag, die Zeit …. In den Anfängen, vor 6,7 Jahren besuchte ich vorwiegend Food Blogs, dann auch Travel Blogs, und heute lese ich auch gerne Blogs, in denen Einblicke in das Leben, in Ansichten und Gedanken, in Probleme gegeben werden.

Wenn Du Dich auf einen Lieblingsfilm beschränken müsstest, welcher wäre es?
Einige, die Filme von Jim Jarmusch, Werner Herzog, Bergmann, von Iñárritu Amores Perros und 21 Grams, etc. Wenn ich einen einzigen bestimmen müsste: Into the Wild.

Nenne bitte ein oder mehrere Deiner Lieblingskochbücher.
Ich hatte eine Anzahl, die meisten der Schwiegertochter überlassen, nach Thailand gerettet: Marcella Hazans Wälzer der klassischen italienischen Küche, Bertinets Brotbackbuch, Marianne Kaltenbachs ‚Rezepte aus meiner Mühle‘, wegen der schönen Zeichnungen ihres Mannes, und ein Jamie Oliver, wieso dieses weiss ich nicht mehr, aber seine Art von Rezepten gefällt mir.

Für Food-Blogger: Fotografierst Du simpel in der Küche oder bringst Du das Essen an einen günstigen Platz? Hast Du Beleuchtung, Hintergrund, ein Ministudio oder so etwas?
Auf dem Esstisch, oft draussen vor der Tür wegen des Sonnenlichts.

Mit welcher Software bearbeitest Du Deine Fotos?
Mit Camera Raw und ab und an mit Photoshop Elements.

Informiere bitte über Deine Musikvorlieben, nenne Artisten, Alben, etc.
Einblick bieten die fast in jedem meiner Blog-Posts angefügten Alben.

Und hier noch was aus Thailand

Tree Jasmine – ein interessanter Baum in unserem Garten

Die Blüten wachsen direkt aus der Rinde des Stammes und der dickeren Äste, nicht an den Enden der Zweige. Der Baum heisst wissenschaftlich Radermachera ignea, Baum-Jasmin, Pip Thong in Thai. Er ist ein eher seltener tropischer Laubbaum mit einem an Jasmin erinnernden Geruch, der bis 20 m hoch werden kann und im Norden von Thailand und Laos vorkommt. Der Baum ist der Prvinzbaum der Provinz Chiang Rai.

Die Musik heute

Gustavo Santaolalla, The Last of Us – Vol. 2, 2014

Ich kenne das Videogame nicht, mag aber die Musik

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Tam Thua – Salat von rohen Bohnen

Rohe Bohnen sind giftig, heisst es in Europa, während hier in Thailand die langen grünen Thai Bohnen öfter roh als gekocht verzehrt werden. Im Internet steht, auch die Amerikaner gäben rohe grüne Bohnen zu Salaten und negative Folgen seien keine bekannt. Hier sind Bohnen zusammen mit Weisskohl und Horapa-Zweigen, einem der 3 Thai Basilikum (oder heisst es Basilika?), in Restaurants zum Rohverzehr auf dem Tisch.

Die langen Thai Bohnen heissen Thua Fak Yau, Thua = Bohne, Fak = Eigenname, Yau = lang. Nebenbei gesagt, Erdnüsse heissen hier Thua Lisong, werden also richtig als Bohnen bezeichnet. Wer den Pep, die Frische, die Spritzigkeit von Thai Food mag, liebt Tam Thua garantiert. Ach ja, Tam = stampfen, gestampft, also „Gestampfter Bohnensalat“, erinnert an Som Tam, ein anderer gestampfter Salat.

Teil 1 der Zutaten, ganze Bohnen als Illustration.

Im Schälchen Pla Ra, fermentierter Fisch, aufgekocht zur Sterilisation, rechts davon Pu Kem, in Salz eingelegte Krabbe, dann Knoblauch, Chilis, es können frische oder trockene sein, oder halbtrockene hier, Tamarinden-Paste.

Zu obigem kommt noch etwas Zucker oder Palmzucker und etwas Nam Pla, Fisch Sauce. Von der Krabbe wird der Rückenpanzer entfernt. Dann wird alles zusammen gemischt und leicht angestampft. Fertig.

Daneben war noch eine Sup Hed, eine Pilzsuppe, am Köcheln, wobei Sup hier nicht von Suppe oder Soup käme, wurde ich belehrt, es sei ein Thai Wort, aber wer weiss, ob das so ist, einige glauben ja auch, das Wort Zwiebel sei ein ursprünglich deutsches Wort, nur als Beispiel. Egal, die Sup Hed sah fertig besser aus als hier und schmeckte super. Pilze werden hier in unzähligen Sorten auf dem Markt angeboten, meist aus Pilzfarmen, aber in der Saison auch Wildpilze gemischt.

Und sonst noch was aus Thailand

Aus dem Garten

Ein Mangobäumchen in Blüte, mit unzähligen kleinen Blüten in Blütenständen. Was daraus wird, siehe unten.

Jede kleine Blüte hat das Potential für eine Mango, Hunderte, Tausende, aber nur einige wenige bleiben, und am Schluss ist es eine oder keine Mango pro Blütendolde. Dies hier ist der Stand heute. Zur Erntezeit werde ich wieder ein Foto einstellen.

Sind es thailändische Aprikosen? Oder was für Früchte?

Früchte einer Palmenart, wie kleine Datteln. Die kleinen Früchte sind wie Datteln mit einem Stein, das Fruchtfleisch ist süsslich. Ich denke, sie gäben perfekte Konfitüre. Meow sagt, niemand in Thailand esse sie, aber hier isst auch niemand Risotto.
Weiss jemand Bescheid, ob diese Früchtchen geniessbar sind?

Auch aus dem Garten, Sonnenuntergang hinter Armierungsstahl des Hausneubaus, inkl. Bananenblätter.

Meine Musik heute

Heidi Happy, On the Hills, 2013

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Som Tam – Salat von grüner Papaya

Wenn Käsefondue oder Rösti als schweizerische Nationalgerichte genannt werden, so darf Som Tam mit Fug und Recht den thailändischen Titel in Anspruch nehmen. Som = sauer, tam = stampfen, som heisst in anderer Betonung auch Orange, tam gibt es auch andere, so Tam Gung = lebendig gestampfte 2-3 cm kleine Süsswasser-Shrimps, sehr lecker, schreien nicht vor Schmerz, da wirbellose Tiere keinen Schmerz empfinden, wie es heisst, jemand ist da anderer Meinung. Rezepte für Som Tam gibt es im Internet zur Genüge, hier nur einige Hinweise.

Als erstes eine unreife Papaya vom Baum holen. Schälen, mit dem Julienne-Schneider feine Streifen aus der grünen Papaya ziehen, oder auf Thai Art mit einem grossen Messe längs reinhacken, tuctuctuc, dann dünn abschälen, gibt echtere unregel-mässige Julienne-Streifen.

Som Tam gibt es in 2 Hauptversionen, aus dem Nordosten der schärfere Som Tam Lao, oder Tam Pu Pla Ra (Tam haben wir gehabt, Pu = Krabbe, Pla Ra = übel riechender fermentierter Fisch), und Som Tam Thai aus dem übrigen Thailand, mit kleinen getrockneten Garnelen, ohne fermentierten Fisch.

Meow ist aus Khonkaen und liebt den schärferen Som Tam, schwört auf fermentierte Krabbe und Fisch als Zugabe für den Geschmack. Auf dem Bild ist etwas von der Krabbe zu sehen, man isst sie jedoch nicht! Die Säure kommt von grünen Limonen, Zitronen gehen auch. Alle Zutaten werde gemischt und der Salat im grossen Holzmörser zerstossen.

Som Tam ist für Thai Damen, die essen ihn immer und überall, machen einen U-Turn mit dem Auto, wenn sie einen Verkaufsstand sehen. Männer stehen nicht so drauf, ich kann ihn essen.

Und noch was aus Thailand

Die Fächerpalme

Am Anfang war das Dunkel, so oder ähnlich beginnt eine andere Geschichte, aber hier war es noch dunkel und wir waren im Bett, als Meow als erstes sagte, die Fächer-Palme und der Mango, der wegen des Neubaus umgesetzt worden war und nun lahmte und ohnehin noch nie blühte, müssten weg. Eine andere Meinung zu haben als Meow im Halbschlaf ist in Ordnung, sie zu äussern ist hochgefährlich, also murmle ich nur, der Mango würde vielleicht zum Blühen kommen, wenn ich unten ein paar Äste wegschnitte, no no, cut it, okay okay, will do it. Manchmal lohnt es sich nicht.

Es ist unglaublich, wie viel Wasser die Palme speichert. Als ich in die grünen Palmblätter mit der Machete abschlug, hoch oben auf der Leiter, spritzte Wasser wie aus einer geborstenen Leitung, literweise. Es war in den Hohlräumen zwischen den Blattstielen. Dass es gesammeltes Regenwasser war ist zweifelhaft, da es seit mehr als einem Monat nicht mehr geregnet hatte, könnte aber doch möglich sein.

Gewaltig, die Kanäle im weichen Palmenstamm
Grössenvergleich

Das Frühstück schmeckt doppelt so gut in einer Arbeitspause, erinnerte mich an den Kibbuzaufenthalt mit 21, frühmorgens aufs Feld und um 9 zum Frühstück. Der damalige Einsatz in Israel reut mich keineswegs, wäre dies aber heute ein Thema für mich, so ginge ich zu den Palästinensern. Vor einigen Jahren war ich zufällig geschäftlich im gleichen Kibbuz, interessant nach 35 Jahren.

Fried Rice, mein Teller aufgemotzt mit Mozzarella, da ich jeweils 1 kg kaufe muss er irgendwie vertilgt werden. Gut war’s.

Palmentorte, so gesägt für leichtere Teile und weil es Spass machte
Der Wurzelstock, fast so weich wie ein Rettich

Beim Bearbeiten des Wurzelstocks mit der Gartenhacke lässt sich schön den Gedanken nachhängen, über den Zmorge im Chadarochel in Shamir, über Oasen voller Palmen, dass vor dem Löcherbuddeln in Thailand übungshalber an einer archäologischen Ausgrabung teilzunehmen sei, über den Alzheimer, der noch nicht im Anmarsch ist, sonst hätte ich die Abwasserleitung bereits vergessen, die mitten unter dem Zwilling dieser Fächerpalme durchführte, und derentwegen sie, die andere, vor einigen Monaten dran hatte glauben müssen, über die Haupt-Stromzuleitung zum Haus, die ich vor 2 Wochen angehackt hatte beim Lochbuddeln für eine Bougainvillea, über meine junge Frau und unser Töchterchen, und sonst noch schöne Dinge, wie dem so ist beim Hacken oder Joggen oder Radfahren.

Wie war das mit dem Alzheimer?
OK, do-it-yourself wie ein Thai Profi

So schlimm wie sie ausschaut ist die Reparatur nicht, ein PVC Rohrstück aufgeschnitten, Heizfön, PVC-Kleber, Klebeband. Das Abwasser muss nur in den nächsten Schacht, gleich daneben, von dort nicht mehr weit. Ich frage mich nicht mehr, ob Chiang Mai eine Abwasser-Reinigungsanlage hat, denn von uns kommt das Abwasser nicht mal bis zur Strasse, es versickert, die dicke Zementröhre ist verstopft und dies trotz Schächten alle 10 Meter. Für das Gröbere gibt es einen Untergrundtank mit Feststoff-Schranke und Innereien, die angesichts der guten Luft in der Tankumgebung ihre Wirkung haben müssen. Feststoffe bleiben zurück und werden abgebaut bis auf einen Rest, der etwa jährlich durch einen Tankwagen abgesaugt werden muss.

Das Abwasser aus der Waschmaschine des Nachbarn fliesst in unseren Garten und lässt durch die Phosphate die Pflanzen spriessen, dazu riecht es frisch und parfümiert in dieser Ecke, und ein kleines Stück Sumpf erfreut die sauberen Frösche.

Ach ja, unter dem reparierten Abwasserrohr, 20 cm im Boden, sind 2 gelbe Rohre, links das Rohr für Telefon und Internet und daneben die Stromzufuhr zum Haus mit einem 15-20 mm dicken Kabel innen, das ich 3 Meter weiter, wie erwähnt, vor kurzem angeknackt habe. Wasser kam aus dem Rohr und beim Berühren surrte es am Finger, kein Spass. So viel für heute für potentielle Immigranten 🙂

Nach der Technik hier Blüten eines Mangobaumes, wie sie der gleichentags auf Weisung entwurzelte auch hätte haben können. An einer Blütendolde bilden sich einige Früchte, die jedoch bis auf eine oder zwei abfallen.

Zum Abschluss für heute die von der lästigen Nachbarin befreiten, sich nun ungehindert enfalten könnenden anderen Palmen, deren Name ich nicht weiss.

Die orangen Früchte sind leider keine Datteln, heissen Maak und werden im Tempel beim Meditieren gekaut, Kaufrüchte also. Bezeichnenderweise heisst Kaugummi auf Thai Maak Farang, Maak der Westler.

Begleitmusik zum Blog-Erstellen

Tord Gustavsen Quartet, The Well, 2012

Vielleicht funktioniert das Reinhören