Mango Jam, Chiang Mai Apple und anderes

Dieses goldene Laub gab dem Baum einen seiner Namen, Gold Leaf Tree.

Der vor dem Hauseingang stehende Baum trägt etwa tennisballgrosse dunkelviolette Kugeln, keine Äpfel. Meow mag die Früchte nicht, vermutlich, weil sie sie noch nie gekostet hat. Im Vorjahr fielen die Kugeln zu Boden, platzten auf und waren bereits überreif und schleimig. Dieses Jahr fragten die unser Haus bauenden Arbeiter, ob sie die Früchte pflücken dürften, was Meow natürlich bejahte, die sind halt von den Bergen und aus Myanmar, essen alles.

So wunderbar wie die Frucht innen aussieht, so schmeckt sie auch, fantastisch süss und aromatisch. Ein junger Arbeiter stieg auf den Baum, pflückte die Kugeln und ein anderer fing sie mit unserem Feumer auf. Für die Nichtfischer, der Feumer ist ein Fischnetz am Stiel. Die Kois haben wir übrigens nicht mehr und den Koi-Teich werden wir auffüllen.

Für uns ist es ein Chiang Mai Apple Tree, so wurde es uns gesagt, und wir bleiben dabei, denn das Laub sieht nur von unten golden aus, die Vorderseite und die Erscheinung des Baumes sind grün.

Mit einem Löffel auslöffeln ist die beste Methode, jedenfalls für mich. Nächstes Jahr muss ich sehen, wie ich die Äpfel vom Baum kriege. Wir hatten in der Schweiz einen Apfelpflücker, eine lange Stange mit 2 Lederohren vorne, die via einer Drahtverbindung mit einem Pistolengriff geschlossen werden konnten, oder so in etwa. Ein Stück hochsteigen muss ich ohnehin, da die Kugeln weit oben hängen.

Ach ja, noch zum Baum. Ich fand ihn im Internet nur über Bilder mit violett, Kugel, Baum und so, da unter Chiang Mai Apple nichts brauchbares kam. Der wissenschaftliche Name ist Chrysophyllum cainito, gebräuchliche Namen sind Star Apple, Golden Leaf Tree, Abiaba, Pomme Du Lait, Estrella, Milk Fruit, Aguay, Jamaica Apple, und jetzt wissen wir auch, wieso wir ihn Chiang Mai Apple nennen, Jamaica mündlich schlecht überliefert, eine in Chiang Mai naheliegende Verwechslung.

Der Baum ist nicht indigen und stammt ursprünglich aus den Grossen Antillen. Heute ist er in tropischen Gebieten, u.a. auch in Südostasien, verbreitet.

Mango Marmelade

Es ist Mango-Saison hier, aber wie berichtet sind praktisch alle unsere Mango dem Hopper zum Opfer gefallen. Aber Mango Confi musste doch gemacht werden. Da es für ein kg Mango nicht reichte, besteht unser Jam aus 655 g reifen Mango (netto ohne Schale und Kern), 106 g aussen schon durnkelbraunen Bananen, 1 roten Apfel und ½ Korean Apple, also 1 kg Früchte, plus 600 g Zucker, 2 Limonen und einer Vanilleschote. Mango und Bananen, ja es waren 2 kleine, in Stücke schneiden, Äpfel raffeln, Limonen (aus dem Garten) in Stücke schneiden und Kerne entfernen. Alles zusammen für 30 Minuten leise köcheln, Vanilleschote und Limonen entfernen, pürieren, nochmals kurz aufkochen, abfüllen, fertig.

Die Mangobäumchen blühten ein zweites mal, nachdem die Hüpfer alles zum Absterben gebracht hatten und ich mit Pestizid hinterher gegangen war. Der grosse Mangobaum blüht nicht mehr, aber die kleinen, jedoch nur in einem Teil der Kronen, und einige Früchte sind jetzt am Wachsen.

Das fand ich so toll, dass ich es mit Euch teilen möchte. Ein Bekannter versendet Witzchen, Bilder, Sprüche an seinen Kreis, und oft sind nebst Blödeleien auch lustige oder sehr schöne Fotos dabei.

Und noch anderes aus Thailand

Honig von Wildbienen

Wilder Honig, vom Busch geholt durch meinen Schwiegervater in Khonkaen. Er kann das, ist auch ein paar Jahre jünger als ich.

Dieser Teil wird auch gegessen, zumindest verzehrt, d.h gekaut, und was rauskommt, sind die Proteine und aus was auch immer Larven so bestehen. Eine kleine Kostprobe genügte mir.

Das ist der leckere Teil, süsser aromatischer Honig fliesst, wenn auch nicht gerade in Strömen. Stücke werden gekaut und der Wachs ausgespuckt, oder man tunkt Klebreis direkt auf der Wabe in den Honig.

Ein Froschen-Baby

Da staunte ich nicht schlecht an einem Lotustopf, ein Froch trägt sein Baby, wie herzig, second thought, how come, die haben Hunderte von Kaulquappen, also muss der Zwerg das Männchen sein, das da bequem auf seiner Gespielin Rücken die Eier befruchtet. Diese beiden sind wohl unecht, denn ich lernte „Bei echten Fröschen und Kröten klammert das Männchen bei der Paarung das Weibchen unter der Achselhöhle …“ aha, das unsrige klammert anders.

Da ich kein napoleonischer Offizier a.D. bin und auch nicht der Schweizer Armee, liess ich die Frösche weiter ihr Ding treiben, und ich werde sie nicht mit Sand füllen.

Die Musik heute

Stan Getz, Body and Soul (Jazz Club), issued 2006

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Tempelbesuch und Bloggen

Weil ich glaube oder mir einbilde, andere könnten auch mögen, was ich interessant finde, berichte ich, aber vielleicht bin ich nur überaus mitteilungsbedürftig und brauche das Berichten für mein Glücklichsein. Ich bin neugierig, immer zu Neuem bereit, suche das Neue, bin aber jetzt etwas limitiert für das Reisen, also reise ich im Internet, u.a. in der Blogosphäre. Foodblogs waren vor 7 Jahren der Ausgangspunkt, sie motivierten mich zu Houdini’s. Hätte ich Chüngel gezüchtet, wären es vielleicht Kaninchenblogs, das gibt es natürlich auch, warum sollen Rezepte interessanter sein als Kaninchen. Da reichen die Stichwörter dann halt von Appetitlosigkeit (passte auch zu einem Foodblog) über Dreck .. Fressen (aha, Foodblog für Kaninchen) .. Gehege .. Hinterläufe .. Hitze (!) .. Köttel .. Panacur (?) .. Spielzeug (!?) .. Stubenrein .. Vergesellschaftung .. zu Zähne kürzen. Ich sollte mich da mal reinlesen.

Aber wieso lese ich, wie der Fritz sein Risotto Milanese macht und x andere vor und nach ihm auch, wieso lese ich über Restaurantbesuche so weit weg von zuhause? Ich lese diese Sachen gerne, wenn es nicht nur schlicht das Rezept ist, weil ich miterleben kann, welche Mühe ein Gericht gekostet hat, spüren kann, wieviel Freude es der Köch*in macht, weil ich die Gerüche in der Gaststube beim Lesen und durch die Bilder rieche, durch gute Beschreibungen den Geschmack im Gaumen und auf der Zunge registriere, lerne, dass ein guter Koch in Tronzano Vincenzo heisst, sehe, wie schön und liebevoll Marco seine Sushi präsentiert, und … einfach, weil es mir Freude macht, wenn Leute sich freuen.

Ja, und weil mir vieles hier in Thailand Freude macht, anders ist als in Europa, und weil nur fast alle schon hier waren und auch die, die hier waren, wahrscheinlich nicht alles gesehen haben, macht es mir auch Freude, meine Eindrücke mit anderen zu teilen.

Hier bringe ich ein paar Eindrücke, Einblicke von unserem Tempelbesuch letzte Woche. Es ist der Wat Phra That Doi Kham, auf einem Hügel hinter der Night Safari und dem botanischem Garten Ratchaproek. Es sind halt nur Bildchen, aber wie sagte Ansel Adams: Twelve significant photographs in any one year is a good crop. Das Jahr hat hier erst gerade begonnen.

Traditionelles Wassergiessen auf die Schulter der Buddhafigur, 3x, for good luck

Besucher tupften Goldblättchen in das Gesicht dieser Figur

Kerzenvorrat

Traditionen werden früh vorgelebt

Mönchsaudienz, um ihn geschichtet sind Gaben von Besuchern

Blick in die improvisierte “Vorratskammer”, auch rings um die Buddhafiguren ist Platz

Ding, dang, dong, Glockenschläge bringen Glück

Ausserhalb der meisten Tempel (Wat) steht ein Geisterbaum (spirit tree), in dem die Geister wohnen (sollen), wie auch in den spirit houses bei Gebäuden, damit sie nicht im Tempel und im Gebäude wohnen

Als wir über Ostern und deren christlichen Hintergrund sprachen, Auferstehung, ewiges Leben nach dem Tod und so, erzählte mir Meow ein Witzchen zur Wiedergeburt. Im Theravada Buddhiusmus geht es nach dem Ableben für sehr gute Menschen recht rasch zur Wiedergeburt, schlechte müssen zuerst noch nach Massgabe ihrer Untaten in einer Hölle (Naraka, in Thai Narok) büssen, bevor sie dann als Knecht, Hund oder noch schlimmeres wiedergeboren werden. Also:

Wenn Du nach dem Sterben auf einem Dschungelpfad gehst, wo du beinahe eine Machete brauchst und es Schlangen hat und anderes Getier, dann bist Du auf dem Weg zur Wiedergeburt, denn der Weg zur Narok, zur Hölle, ist durch die vielen Vorgänger breit und abgetrampelt und die Schlangen haben sich verzogen.

Die Musik heute

Chet Atkins, Mr. Guitar, 1959

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Penne Asparago am Thai Neujahr

Diese Woche ist Songkran, das thailändische Neujahr, offiziell 3 Tage, 13.-15. April, aber effektiv die ganze Woche, nur die Shopping Malls, die Märkte, ein Teil der Restaurants und einige Läden sind offen. Früher richtete sich das Neujahr nach astrologischen Berechnungen, jetzt beginnt es immer am 13. April. Seit 1940 ist der kalendarische Jahresbeginn am 1. Januar.

Das offensichtlichste Merkmal des Songkran ist das Wasserfest mit seinen Wasserschlachten und Spritzereien. Überall stehen jüngere und ältere Personen am Strassenrand bereit mit Wasservorräten und bespritzen die vorbeifahrenden Autos und vor allem die Motorräder. Im Zentrum von Chiang Mai sind einige Strassen für den Verkehr gesperrt, und es treffen sich dort Tausende von Leuten mit Wasserpistolen und Kübeln. Für den Wassernachschub ist durch den Moat gesorgt, den die Altstadt umschliessenden breiten Wassergraben.

Zum Songkran gehört natürlich auch ein Besuch im Tempel. Speziell für Songkran ist, dass Kübelchen voll Sand auf einen Haufen geschüttet und farbige Papierwimpel in den Sandhaufen gesteckt werden. Das Opfern von Räucherstäbchen und Blumen gehört zum Standardritual im Tempel, wie auch der Mönch, der einen segnet und eine weisse Schnur um das Handgelenk knüpft. Ich lebe hier, habe hier meine neue Familie, und ich nehme an den Riten teil, da sie für meine Frau wichtig sind. Ja, und es macht mir Freude und bedeutet auch mir etwas.

Ich lernte, das Aufhäufeln von Sand komme vom Sand, den man an den Schuhsohlen das ganze Jahr über aus dem Tempel trage und an Songkran wieder zurückbringe und zu einer Chedi (Stupa) aufschichte, deshalb auch die Wimpel, die zur Zier der Chedi in den Sandhügel gesteckt werden. Den Sand bringt man heute nicht mehr mit, der wird per LKW hingefahren und steht den Tempelbesuchern zur Verfügung.

Als Teil der Songkran Tradition waschen jüngere Personen den älteren, vor allem den Eltern und nahestehenden Respektspersonen, die Hände mit Wasser, dem etwas Aromaöl oder Kräuter beigemischt worden ist. Dazu wird hingekniet und symbolisch etwas von dem Wasser über die hingehaltenen Hände gegossen, ein schöner Brauch. Wir verzichteten auf einen Besuch bei Meows Eltern, da sie gut 9 Fahrstunden entfernt in Khonkaen wohnen und da an Songkran immer viel Verkehr herrscht – die Zahl der landesweiten Songkran-Todesopfer und -Verletzten werden täglich aufsummiert und in den TV News verbreitet, ein Todesbarometer, typisch Thailand. Da ich ein zwei Jahre älter bin als meine Schwiegereltern könnte ja auch die Frage aufkommen, wer nun wem die Hände zu waschen habe. Genug über Songkran, nun zum Essen.

Für diese Penne die Spargel 7-8 min erwellen, Sud behalten, Schalotten klein gehackt in Butter anschwitzen, etwas Spargelsud zugiessen, Sauerrahm zugeben, besser Rahm, hatte aber keinen, 2 min köcheln, Salz und Pfeffer, die noch nicht ganz al dente gekochten Penne zugeben, allenfalls noch etwas Spargelwasser, die Penne bis al dente garen lassen. Durch das Fertiggaren der Pasta in der Sauce wird der Geschmack durch die Pasta besser aufgenommen. Warmgestellte Spargelstücke untermischen und Teller mit Schwarzwaldschinken vervollständigen, Pfeffer aus der Mühle oben drauf. Das war’s, kurz und schmerzlos, aber sehr lecker. Parmesan nicht vergessen, wie ich für das Bild.

Diese Eier ohne Dotter gehören nicht als Beilage zu den Pasta, obwohl Ostern vor der Türe steht. Sie werden hier auf dem Markt angeboten, es präpariert sie kaum jemand selber. Mit Spritze und Kanüle wird der Inhalt herausgesogen, mit Sojasauce und was immer gemischt, verquirlt und wieder hineingedrückt, die Eier werden im Dampf gegart, dann 3 Stück auf ein Holzspiesschen gespiesst und auf dem Grill för besseres Aroma nachbehandelt, respektive warm gehalten. Diese Eier sind optisch interessant, vielleicht lustig, aber kulinarisch zum Vergessen, das Geld nicht wert.

Hier noch ein Eindruck von unserem Tempelbesuch, im Aussenbereich, gar nicht mein Stil, aber Thais mögen dies. Ertst durch Roberts Kommentar bemerkte ich den zu Ostern passenden Hasen. Vielleicht sind noch irgendwo Ostereier versteckt, wir könnten sie am Ostersonntag suchen gehen, da die Aussicht vom Tempel auf die Stadt sehenswert ist und der Tempel nicht so weit von uns.

Die Musik heute

Yanni, den griechischen Komponisten und Pianisten, der seit seinem Studium in USA lebt, kenne ich erst seit heute. Er ist ein Vertreter von New Age, musste sich und seine Musik durch Konzerte an spektakulären Orten, wie Taj Mahal, Akropolis, Byblos und dem Kreml bekannt machen. In diesem Album singen bekannte Grössen, u.a. Placido Domingo, zu Yannis Musik. Es klingt wie bekannte Pavarotti und Bocelli Alben, ist kommerzielle Musik, aber man kann sie hören.

Von Grating Daeng über Salat zu Papaya

Grating Daeng. Wer es nicht kennt, sieht vielleicht die Ähnlichkeit zwischen den roten Stieren hier auf den Fläschchen und dem Markenzeichen von Red Bull, die roten Stiere sind die selben, samt der Sonne. Es ist auch die gleiche Rezeptur, entwickelt von Chaliao Yuwitthaya, einem aus einfachen Verhältnissen stammenden Thai, der 1976 mit seiner kleinen Pharma-Firma den Energy Drink unter dem Namen „Grating Daeng“ auf den Markt brachte. Red Bull kennt jeder Leser, und Grating Daeng ist die Mutter aller Red Bull. Der vormalige ewige Student Dieter Mateschitz, Oesterreicher mit kroatischen Wurzeln, der erst nach 10 Jahren seinen Abschluss in Welthandel gemacht hatte, sah auf einem Businesstrip für die Zahnpaste Blendax in Thailand Grating Daeng, trank es und befand es vermarktbar, gründete 1987 mit Khun Chaliao die Firma Red Bull für alle Gebiete ausserhalb Thailands, mit je 49% Anteil und 2% von Chaliaos Sohn, und machte sich und seinen Thai Partner zu Multimilliardären, nicht in Baht, in Euro. Muss man, um steinreich zu werden, der Uni so wenig Interesse entgegenbringen, dass man entweder 10 Jahre braucht oder das Studium frühzeitig abbricht wie Bill Gates, Steve Jobs, Gabe Newell, Mark Zuckerberg?

Ein Grating ist nicht ein männliches Hausrind, also kein Stier oder Bull der domestizierten Rinder, sondern der thailändische Name für die wildlebenden Gaur (bos gaurus) oder Indian Bison, die auch in Thailand noch wild vorkommen, allerdings nicht mehr in grosser Anzahl. Der Gaur-Bulle ist mit Schulterhöhe bis 220 cm das grösste Tier der Unterfamilie (Tribus) bovini und damit auch grösser als der amerikanische Bison.

Papaya Salad GD – fusion cuisine

Jetzt kommen wir doch noch zum Food.

Papaya, thailändisch Malako, ist mir etwas fade, auch nicht allzu süss. Neben dem Spültrog lag ein Büschel Frühlingszwiebeln, aha, genau, ich mach mir einen Salat, statt die Papaya-Stückchen nature zu essen.

Die Menge auf dem Bild oben ist gut für eine Person, also:
1/4 einer kleinen Papaya
Olivenöl, Kräuteressig
eine Prise Salz
Frühlingszwiebeln
1 Peperoncino/Person (fingerlange roter Chilischote), Samen entfernt
schwarzer Pfeffer
1/3 Fläschchen, d.h. 50ml Grating Daeng

Die Sauce, ok, das Dressing, sollte auf der sauren Seite sein. Das war es auch, doch irgendwie hatte es nicht den Pfiff, den ich mir wünschte. Soll etwas Zucker rein? Heureka: Grating Daeng, das könnte es bringen. Und wie! Ein Salat für Marco ist es geworden, ihm traue ich das Nachmachen zu. Ohne Spass oder Witz, der Salat ist speziell, nicht „speziell“ im Sinne einer höflichen negativen Kritik, wie „der Wein ist interessant“, sondern wirklich speziell. Für meinen Geschmack ist er hammer, im Vergleich zu Papaya ohne etwas mit dem Gäbelchen lustlos, aber der Gesundheit halber doch, in den Mund zu schieben.

Ihr könnt also getrost Red Bull dazu schütten statt Grating Daeng. Ich mag das Zeug nicht trinken, da es mir zu süss und zu penetrant aromatisch ist, aber im Dressing (!) macht es sich ausgezeichnet. Wir kauften eine Grossistenpackung, 50 Fläschchen, für gelegentliche Aufmunterung der Arbeiter an unserem im Garten im Bau befindlichen Haus. Praktisch, wenn der Neubau so nah ist.

Das Leben von Papaya-Bäumchen

Vom Grating Daeng zu Papaya und nun zu einem unserer Papayabäumchen, das seinem Sterben entgegensehen müsste, so es denken oder spüren könnte, was letzteres ja von ein paar Leuten geglaubt und vertreten wird. Es sind nur noch einige kleine Blätter zuoberst auf dem gegen 4 Meter hohen Stämmchen, aber die letzten Papayas sollten bald noch reif und gepflückt werden können.

Links ist das schlaksige Bäumchen, das uns seit etwa 2 Jahren regelmässig mit Papayas versorgte. Es stand schon hier vor dem Bau des Schuppens und trug bereits Früchte, als es noch kleiner war als das Häuschen. Rechts oben der Wipfel (darf man dies bei diesem Baum sagen?), darunter eine ebenfalls ihrem Ende entgegensehende Papaya Hawaii, und unten neue aufkommende Bäumchen, die noch keine Früchte tragen. An den beiden Betonpfählen wachsen Dragonfruit-Ranken in de Höhe.

Papaya wird auch Melonenbaum genannt, was ich bis vor einer Minute nicht wusste, und soll aus Mexiko stammen. Letzteres wusste ich auch nicht. Anyway, das Internet hilft zur Erweiterung des Horizonts und des Faktenwissens, sagen wir es einmal so. Bei uns in Thailand werden Papayas etwa 2-3 Jahre alt, der Stamm verholzt nicht, auch die Wurzeln sind recht weich und können im Boden zerhackt werden. Papaya kann deshalb kaum als Baum bezeichnet werden, ein Strauch ist es auch nicht, man könnte es als „baumförmiges Kraut“ bezeichnen, ja ein Kraut, wie Melonen und Kürbis.

Nachtrag:
Gestern Nachmittag genoss ich eine Variante des Salätchens mit 2 kleinen roten Chilischotern statt des Peperonicino und zusätzlich einem Solei (gelernt bei Bonjour Alsace), Minzeblättern und etwas kleingehackten Parmigiano untergemischt, herrlich. Lasst der Kreativität freien Lauf. Wer die Nase rümpft, der empfehle ich, den Salat zuzubereiten und zu kosten.
Die 2/3 Rest des Grating Daeng Fläschchens goss ich in mein Bier, so kann ich es trinken, nicht schlecht 🙂

Die Musik heute

Earl Klugh, HandPicked, 2013

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Mu Daet Diau – Schwein allein im Sonnenschein

Schwein allein im Sonnenschein, so etwa ist der Name einer sehr beliebten Zubereitung von Schweinefleisch, meist Nierstück oder Hals, in Streifen an der Sonne kurz getrocknet und darauf frittiert oder eher in reichlich Öl gebraten, da hier zuhause eigentlich nicht frittiert wird.

Links sind Fleischstreifen am Trocknen, rechts sind sie bereits gebraten, bereit zum Verzehr.

Mu = Schwein, Daet = Sonnenschein (nicht Sonne), Diau = einer, allein, hier wie 1x. Die Streifen sind also nur kurz angetrocknet, während einem Tag an der Sonne gelassen. Die gebratenen Streifen sind überhaupt nicht zäh, nicht zu vergleichen mit beef jerky.

Vorgehen: Die Streifen mit etwas Salz und Zucker vermantschen, Meow gibt auch noch schwarzen Pfeffer zu und etwas zerstampften Knoblauch, für einen Tag an die Sonne legen, angetrocknet in 1-2 cm Öl braten oder frittieren, mit Haushaltpapier abtupfen.

Die gebratenen Mu Daet Diau sind nicht ölig. Sie werden nebst anderem als Beilage zu Klebreis serviert oder als Snack gegessen. Das könnt ihr gut auch in Europa machen, Meow legte im letzten Urlaub Dutzende Streifen aus. Hier oben eine Mahlzeit zuhause, als take away von unserem Lieblings-Isaan-Restaurant. Info für Auswanderungswillige: Som Tam Mango Salat, Sonnenschein-Schwein, Gemüse, Sauce, Klebreis, total etwa EUR 2.50

Ja, und dann sah ich bei Toettchen einen Spargelsalat, und da ein Bund grüner Spargel im Hause war wurde nachempfunden, mit kleinen gebratenen Kartoffeln, roten Thai Schalotten, einem TL Dijon Senf, Kräuteressig mit Honig. Gut war es, auch von Meow so beurteilt. Die Erdäpfel sind gebraten, weil sie Meow so wollte, es waren Gschwellti, Pellkartoffeln, vom Vorabend.

Über den Unterschied zwischen Spargel und Spargeln will ich mich hier nicht auslassen, aber über den thailändischen Namen für Spargel = No Mai Farang. Der Name passt zu Toettchens Spargel-Geschichte. Farang heisst Westler, Caucasian, No Mai nennt man die Bambussprossen, Spargeln sind also westliche Bambussprossen, macht Sinn, auch wenn Bambussprossen mitunter armdick sind. Gehen wir in die Details. Bambus als Pflanze heisst Dton Mai Pai, alle Bäume heissen Dton, Mai heisst Holz, Pai ist der Name von Bambus. Teak ist Dton Mai Sak, die ersten beiden Silben sind klar, Sak ist der Name von Teak, ein Tisch ist aus Mai Sak, wenn er aus Teakholz ist. No heisst spriessen, No Mai also spriessendes Holz, Pai für Bambus wird bei Bambussprossen weggelassen. Somit schliesst sich der Kreis zum hölzernen Spargel des Bischofs von Belley, No Mai Farang = spriessendes Holz des Westlers.

Und noch anderes aus Thailand

Abfall-Entsorgung auf Thailändisch

Abfall wird aus dem Wagen geschmissen, einfach fallen gelassen wo es gerade ist, aber die ordentlichen Leute hier, scheint mir, da oft gesehen, klemmen Abfall in die Bäume.

Es tut’s auch ein Betonmast, wenn der Baum mehr als 2 Meter entfernt ist.

Die 3 Bilder hier sind nicht „gesucht“, ich nahm sie innerhalb von etwa 10 Metern in der Nähe unseres Hauses auf.

Woher diese Sitte stammt ist mir unklar. Aufgefallen ist mir auf einer Wanderung beim Inle See in Myanmar, dass der Führer leere Wasserflaschen aus Kunststoff in Astgabelungen am Wegrand steckte, und als ich sagte, ich nähme die Flaschen zurück ins Tal, erklärte er mir, die Bauern würden die Flaschen gerne für Öl oder was auch immer mitnehmen, wenn sie vorbei kämen. Vielleicht war dies in Thailand auch so und ist eine Tradition ohne heutigen Sinn geworden, wie beispielsweise gewisse religiöse Regeln und Vorschriften, die zur Zeit ihrer Entstehung Sinn haben mochten.

Die Musik heute

Liszt, Années de Pèlerinage, Bertrand Chamayou, 2011

„Le Mal du Pays“ von Liszt kommt in Murakamis neustem Buch Tsukuru Tazaki vor, das ich eben zu lesen begonnen habe.

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Paloh – eine Ikone, aromatisch, nicht scharf

Vorneweg, obiges Bild ist nicht Standard-Paloh, davon später mehr.

Paloh ist ein traditionelles, aromastarkes Gericht, das geprägt ist durch
– Schweinebauch und gekochte Eier
– 5-Gewürze-Pulver (Chinese Five Spice, Paloh-Pulver)
– Zimt
– Si You Dam, dunkle Sojasauce
– leicht süsslich
– nicht scharf !!
– nicht salzig
– in Europa sehr einfach kochbar und breiten Geschmack treffend

Das Gericht wurde von Kantonesen und Teochew aus China nach Thailand gebracht, als diese Anfangs des 19. Jahrhunderts immigrierten. Heute ist es auch unter den Thais sehr beliebt. Es wird zuhause gekocht und in Pfannen-Restaurants, in Garküchen und auf dem Markt angeboten, in „richtigen“ Restaurants nicht. In Pfannen-Restaurants stehen eine Anzahl Pfannen, oder eine grosse Bain-Marie, wenn es besser zugeht, in denen fertige Gerichte zur Auswahl stehen, so aehnlich wie in einer Mensa/Kantine oder einem Selbstbedienungs-Restaurant.

Typisches chinesisches Five Spice enthält:
1 – Echten Sternanis
2 – Szechuanpfeffer
3 – Cassiazimt (falscher Zimt, Gewürzrinde)
4 – Fenchel
5 – Gewürznelke
Je nach Fabrikat kann die Zusammensetzung etwas abweichen. Unser Paloh-Pulver enthält Sternanis, Zimt, Koriandersamen, Lorbeerblätter, Piment (Nelkenpfeffer, Allspice).

Für Standard-Paloh wird benötigt:

500 g Mu Sam Chan, wörtlich Schwein 3-Etagen, also Schweinebauch, gekauft in 2 cm dicken Tranchen, dann 2 cm quer geschnitten

½ weisser Rettich, nicht zu gross, in 5mm Scheiben

1-2 feste Tofu in 2cm Würfeln
5 knapp gekochte Eier, geschält

Five Spice oder Paloh-Pulver

dunkle und helle Sojasauce

Zucker, Salz

Die Speckfinger mit 1 EL 5-Spice bestreuen und sanft einkneten, in etwas Oel anbraten und 1 TL fein gehackten Knoblauch zugeben, dann 1 Liter Wasser, 2EL Zucker, 1 EL helle Sojasauce, 1 EL dunkle Sojasauce, 1 Zimtstange zugeben. Nach Geschmack und Farbe bis 1 EL dunkle Sojasauce nachgeben, zurückhaltend salzen. Köcheln, bis der Schweinebuch halb durch ist.

Rettich und Tofu zugeben. Werden die Eier jetzt zugegeben, werden sie brauner, aber auch härter, was okay ist. Also, je nach Geschmack. Köcheln, bis alles gar ist.

Optional, bei uns fast immer, werden zusätzlich Hühnerfüsse zugegeben. Oder es gibt eine Abart „Paloh Ka Mu“ mit Schweinehaxe statt Speck. In unserem dokumentierten Gericht, ein Riesentopf, war Schweinebauch und Hühnerfüsse und eine Schweinshaxe drin. Auf den Bildern fehlt der Speck, denn eine Schüssel Paloh mit allem Speck und einem Teil der Hühnerfüsse war bereits für die Arbeiter bei unserem Hausbau abgezweigt worden.

Paloh traditionell, aber ohne Rettich, hatten gerade keinen im Hause
Paloh traditionell, mit Rettich und Shitake

Und noch anderes aus Thailand

Appenzeller

Meow kaufte ein Notizbüchlein, ohne von der Appenzeller Tracht zu wissen. Lustig, verkauft in Thailand, made in China.

Reparieren, oder eben nicht

In einem modernen, schönen, westlichen Salatrestaurant in der Nimman Area, das wunderbare Salate anbietet, aber den Riegel der Toilettentüre nicht 3 mm korrigieren lassen kann. Meow meinte, es wäre keine gute Idee, mit Werkzeug zurück zu kommen.

Florentiner Lachnummer

Houdini dachte, wieso laut Rezept
Blech einfetten, Backpapier ist
einfacher, aber ohalätz, die Florentiner klebten brutal, der Industriefön half, Papier perfekt abgelöst.
Anscheinend war auch anderes nicht nach Rezept. Einzeln abgekühlt, dann in die Schale zur Weiterverarbeitung. Ich konnte mir das Überziehen des Blocks mit Kuvertüre ersparen. Ausschuss produziert.

Die Musik heute

Kategorien Allgemein

Wochenmarkt

Heute nur etwas aus Thailand

Die Bilder sind fotografisch nicht besonders, aber sie illustrieren doch, wie es auf dem Wochenmarkt in einem Vorort von Chiang Mai zugeht. Sie wurden im Dezember 2013 an einem späten Sonntagnachmittag innerhalb etwa einer Stunde aufgenommen.

Gai Baan, Haushühner, zäher, aromatischer, teurer

Der Metzger mit dem Schweinefleisch

Futterale für Handys und iPads

Schnaps-Stand, Männer genehmigen sich zwischendurch ein Glas oder mehrere

Luuktschin (Luuk Chin), Brätchügeli (schwz.), Frikadellen mit Sauce

Dim Sum und Bratwürste

Auch Meow weiss nicht, was das ist und wofür es verkocht oder vermediziniert wird

Zibelemärit

Wie auf dem schweizerischen Jahrmarkt, Plastikspielzeug, Gewehre, Laserpistolen

Marktfrau in Bergler-Tracht

Trauben aus Neuseeland und Australien

Laab aus dem Isan

Pla Tu, Makrelen, vorgedämpft für Haltbarkeit, gekröpft aus Tradition, weil sie sonst früher nicht in die kleinen Bambus-Dampfkörbchen passten

Tofu und Reis, gegart im Bananenblatt auf dem Grill

Der Rindfleisch-Metzger, selten gesehen im Norden

Reis in verschiedensten Sorten und Preisklassen

Fische lebend, aus den Plastiktonnen

Ameiseneier, nicht gut aussortiert, da noch etliche Ameisen drin sind, fantastisch für Omelett und Salat

Für die Füsse wird auch gesorgt, hier auf dem Markt vorwiegend auf Niveau Schlappen, Crogs und Turnschuhe

Der Markt ist auf einem Dreckplatz, wo die Woche über nichts los ist, nur am Sonntagnachmittag ist Markt hier

Kleine Küchlein vom Holzkohlenfeuer

Auch Meow deckt sich mit Gemüse ein, hier Pak Gaat Guangtung

Chili (Prik) en masse

Nam Prik, eine Paste aus gegrillten grünen Chilis, sehr gut mit Klebreis, auf dem Tisch als Beigabe zum Tunken

Links Mu Yoh, eine Art Fleischkäse, rechts heisse Würstchen, vorne Luuk Chin

Eier in der Plastiktüte

Sai Groog, die thailändischen Grillwürste

Die Musik heute

Paco de Lucia, En Vivo – Cociertos Live in Spain 2010, 2012

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